Frost/Nixon

Filmplakat Frost/Nixon
Regie Ron Howard  Drehbuch Peter Morgan  Produzenten Ron Howard, Tim Bevan, Eric Fellner, Brian Grazer 
Genre Polit-Thriller  FSK Filmlänge 122 min
Land USA  Kinostart 05.02.2009  DVD-Start 10.09.2009  Blu-ray-Start 10.09.2009  Verleih Universal Pictures

Story

Nachdem Richard Nixon als erster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika aufgrund der Watergate-Affäre zurücktreten musste, wurde er vom neuen Präsidenten Gerald Ford per Generalbegnadigung vor sämtlicher Strafverfolgung bewahrt. Das amerikanische Volk brodelte, denn nun, so schien es, würde Nixon nie für die Verfehlungen aus seiner Amtszeit und am allerwenigstens für Watergate zur Verantwortung gezogen werden. Richard Nixon hingegen fühlte sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und suchte sich zu rehabilitieren. Da kam ihm das Interviewangebot eines gewissen David Frost gerade recht. Es wurde nicht nur die stolze Summe von 600.000 $ geboten, nein, das journalistische britische Leichtgewicht schien der richtige Gegenpart für einen glänzenden Nixon-Auftritt zu sein. Frost hatten die Aussichten auf ungeheure Einschaltquoten zu dem Gesprächangebot gebracht, doch welche politische Sprengkraft von den über mehrere Tage andauernden Interviews auszugehen drohte wurde ihm erst nach und nach klar. Konnte er es tatsächlich zulassen Richard Nixon die Plattform für eine Reinwaschung von allen Sünden zu bieten? Zumal niemand in der Fernsehwelt so richtig an das Projekt zu glauben schien.

Schauspieler

Frost/Nixon Frank Langella, Michael Sheen, Kevin Bacon, Sam Rockwell, Matthew Macfadyen, Oliver Platt, Rebecca Hall, Toby Jones, Wallace Langham, Andy Milder, Patty McCormack

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms Frost/Nixon David Frost vs. Richard Nixon. Britischer Sunnyboy, Lebemann und nur politisch mäßig engagierter Talkmaster gegen ehemaligen Präsidenten der USA und gewieften Taktiker. Kann ein Nobody im investigativen Journalismus einen Medienprofi vor laufender Kamera knacken? Er kann, und David Frost erreichte mit seinen Nixon-Gesprächen zugleich die ungeheure Einschaltquote von 45 Millionen Zuschauer allein in den Staaten. Ron Howards filmische Aufarbeitung geht gut an diesen historischen Interviewmarathon heran. Der Zuschauer bekommt einen Kurzabriss der Ereignisse der Watergate-Affäre und steigt über Rückblend-Gespräche mit den Beteiligten in die Story ein. Howard holt damit auch jene Zuschauer ab, die vorher mit diesem Thema wenig anfangen konnten. Geschickt skizziert er die beiden Kontrahenten und baut so die Spannung bis zum großen Showdown auf. Wir erleben einen Davis Frost, dem es eigentlich zunächst nur um die Einschaltquote geht und der in erster Linie eine Möglichkeit sucht, seinen Marktwert zu steigern. Erst nach und nach begreift er die politische Dimension seines Vorhabens und erkennt, dass er dem alten Fuchs Nixon wohl nicht das Wasser reichen kann. Martin Sheen geht in der Rolle des David Frost überzeugend auf, muss jedoch einem ungeheuerlich gut aufspielenden Frank Langella als Richard Nixon das Feld überlassen. Die Rededuelle dieser beiden fesseln bis zur letzten Minute. Langellas Nixon ist ein nachdenklicher und von Selbstzweifeln zerfressener Ex-Präsident, der auf der einen Seite seine schlechte Presse nicht erträgt, sich politische noch nicht geschlagen geben will, anderseits aber auch seine Fehler erkennt. Im Grunde verachtet er die Menschen und will doch tief in seinem Inneren ihre Anerkennung und Liebe. Ron Howard inszeniert das Psychoduell der beiden Gegner über mehrere Runden mit steigender Intensität. Am Ende geht es nicht mehr um Richard Nixons Verfehlungen sondern darum, wer von den beiden das Feld als Sieger verlässt, denn nur einer kann diese Schlacht gewinnen.
„Frost/Nixon“: Selten war Politik so spannend und packend!

Wissenswertes

Frost/Nixon „Frost/Nixon“ basiert auf dem gleichnamigen Broadwaystück von Peter Morgan, der auch das Filmdrehbuch schrieb. In den Hauptrollen auch hier Frank Langella und Michael Sheen als Richard Nixon und David Frost.

Der echte Interviewmarathon von Frost und Nixon ging über 12 Sitzungen. Aus dem fast 30-stündigen Material wurden vier Sendungen á 90 Minuten geschnitten. David Frost stemmte die Finanzierung zum Großteil selbst.

Auszeichnungen

Frost/Nixon
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Bester Schauspieler - Drama (Frank Langella), Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bestes Musik

OSCAR-Nominierungen

Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Frank Langella), Bester Schnitt, Bestes Drehbuch (Adaption)



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Kommentare

Klint Ostwald schreibt am 07.03.10, 00:59
Unglaublich wie spannend man Poltik verfilmen kann. Das tolle Drehbuch gibt den Darstellen die Möglichkeit so richtig aufzuspielen. Dabei ist ein genialer Film gelungen.

Na bitte wer hätte das Gedacht, Politik kann auch spannend sein :-)
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