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Romeo (TV)
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Regie
Hermine Huntgeburth
Drehbuch
Ruth Toma
Produzent
Martin Bach
Genre Drama Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2000 Verleih ZDF |
Story
Lotte Zimmermann ist eine eher unscheinbare Frau, ja, man könnte sie fast schon als graue Maus bezeichnen. Doch eines Tages verliebt sie sich in Hermann, der ein Ost-Spion ist. Von ihm lässt sie sich überreden, sich beim Bundesinnenministerium zu bewerben. Von nun an sammelt Lotte geheime Informationen, die Hermann an die DDR-Regierung weiterleitet. Was Lotte allerdings nicht weiß ist, dass Hermann, den sie inzwischen geheiratet hat, ein so genannter „Romeo“ ist, ein intimer Botschafter, der sein Opfer komplett und fast bis zur Hörigkeit auf sich fixiert. Als Lotte schwanger wird, setzt Hermann sich in die DDR ab – und sie soll ihn erst zwanzig Jahre später wieder sehen, bei ihrem Prozess wegen Landesverrats. Durch ihre Aussagen und die ihres ehemaligen Kontaktmannes und Lebensgefährten kommt Stück für Stück ihr Schicksal ans Licht.
Schauspieler
Martina Gedeck, Sylvester Groth, Katrin Bühring, Martin Glade, Michael Sideris, Rudolf Kowalski, Lena Lessing, Michael Hanemann, Gerald Alexander Held
Filmkritik von Stefanie Rufle
Regisseurin Hermine Huntgeburth und Drehbuchautorin Ruth Toma schufen mit „Romeo“ ein durch und durch anrührendes Drama, das das Schicksal einer betrogenen Frau erzählt, das stellvertretend für das von mindestens vierzig Frauen steht, die in der Zeit des Kalten Krieges von MfS und KGB angeworben wurden. Hier bekommt der Zuschauer Einblick in ein Stück der jüngsten deutsch-deutschen Zeitgeschichte. Geschickt wechselt das Drehbuch dabei immer wieder zwischen den Zeitebenen, und erst im Lauf des Prozesses wird offenbart, wie perfide die Stasi damals tatsächlich vorgegangen ist. In Rückblenden wird von Lottes verhängnisvollem Fehler erzählt, sich mit Hermann einzulassen, von ihrer stetig wachsenden Hörigkeit und ihrem Unvermögen, sich den Tatsachen zu stellen. Besonders Martina Gedecks grandiose schauspielerische Leistung muss hierbei erwähnt werden. Spielt die Mimin doch mit einer solchen Inbrunst und Authentizität, dass man gar nicht anders kann, als mit ihr bis zum Schluss zu hoffen, dass sich doch noch alles zu ihren Gunsten aufklären möge. Sylvester Groth erhielt für seine herausragende Leistung als eiskalter Stasi-Agent den Grimme-Preis 2002 – und das zweifelsohne völlig zu Recht. „Romeo“ ist ein gleichermaßen tragisches wie komisches Spionagedrama, das auf erschreckende Weise zeigt, wie der lange Arm der Stasi im geteilten Deutschland bis ins Private und Intime reichte.
