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66/67 - Fairplay war gestern
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Regie
Carsten Ludwig, Jan-Christoph Glaser
Drehbuch
Carsten Ludwig, Jan-Christoph Glaser
Produzenten
Alexander Bickenbach, Manuel Bickenbach, Jon Handschin
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 115 min Land Deutschland Kinostart 19.11.2009 DVD-Start 28.09.2010 Blu-ray-Start 28.09.2010 Verleih Farbfilm Verleih |
Story
„Freunde fürs Leben.“ Das haben sich die sechs Eintracht Braunschweig-Fans Florian, Otto, Henning, Christian, Tamer und Mischa geschworen. Besiegelt haben sie ihren Zusammenhalt durch eine „66/67“-Tätowierung, die genauso lange halten soll, wie ihre Freundschaft. Ins Stadion dürfen hingegen nur noch wenige der Fußballfans. Dafür prügeln sie sich eindeutig zu gerne und haben auch die ein oder andere Vorstrafe auf dem Fanherz-Buckel.
Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Jungs alle als sehnsüchtig Wartende. Warten auf eine Konstante im Leben, hoffen auf Zufriedenheit und Sicherheit. Florian hat studiert, hält aber seinen viel zu guten Abschluss vor seinen Freunden und seiner Geliebten Özlem geheim. Der homosexuelle Otto weiß überhaupt nicht, wohin er im Leben gehört, Henning ist das tiefschwarze Schaf in einer Polizisten-Familie und Christian hat sein Leben bis zur Rente in einem Notizblock durchgeplant, doch sein Plan droht zu scheitern. Tamer ist deutscher Türke und hat neben dem Cafe Yildiz, der Vereinskneipe von 66/67, noch seinen todkranken Vater zu versorgen. Mischa ist von all den Jungs der passivste und schaut nur zu.
Nun stehen sie hier, im Mai 2008, und hoffen mit ihrer Eintracht auf den Aufstieg in die dritte Liga. Doch in Wahrheit träumen die Jungs von ganz anderen Dingen…
Schauspieler
Fabian Hinrichs, Christoph Bach, Melika Foroutan, Maxim Mehmet, Christian Ahlers, Fahri Ogün Yardim, Aurel Manthei, Victoria Deutschmann, Marc Zwinz, Bernhard Schütz, Burak Yigit, Dogan Akgün, Godehard Giese, Tillmann van Hees, Stefan Lindstedt
Filmkritik von Thomas Ays
Wer daran zweifelt, dass wir hier in Deutschland eindrucksvolle Schauspieler haben, darf einen Blick auf „66/67 – Fairplay war gestern“ werfen. Selten sah man so viele aussagekräftige Darsteller auf einem Haufen. Heraus sticht Fabian Hinrichs als Florian, der seine zweifelnde und orientierungslose Figur herausragend spielt und ihr einen teilweise erschreckenden Ausdruck verleiht. Auch Christoph Bach als homosexueller Otto schafft es, in seiner Paraderolle des leicht reizbaren und unberechenbaren Typen zu glänzen. Weiterhin sind Melika Foroutan als Özlem und Maxim Mehmet als Henning zu nennen, die in ihre Rollen passen, wie selten ein Schauspieler auf deutschen Leinwänden.
Das Gespann Jan-Christoph Glaser und Carsten Ludwig schufen mit „66/67 – Fairplay war gestern“ einen besonders harten Milieufilm, der nicht mit Gewalt, sondern mit Worten wehtut. Die Dialoge dieses Dramas sind teilweise messerscharf und regen zum Nachdenken an. Diese hier gezeigten, gescheiterten und vom Leben enttäuschen Existenzen schaffen beides: Dass man sich über sie wundert und ärgert und dass man sich aber auch für sie freut, in den wenigen, heiteren Momenten ihres Lebens. Schade nur, dass Schnittfehler zu sehen sind, die sehr stören. Dennoch ist aus diesem Drama ein Film geworden, der vermutlich in den richtigen Köpfen nichts verändern wird, der aber mit seiner poetischen Sicht der Dinge Fragen stellt, die jeder beantworten muss. Für sich. Allein.
Ein sehenswertes Stück deutscher Film.
Wissenswertes
Das Gespann Jan-Christoph Glaser und Carsten Ludwig inszenierte bereits den aussagekräftigen "Detroit" mit Christoph Bach in der Hauptrolle.
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Kommentare
Shruikan schreibt am 15.02.10, 09:00
"66/67" hat mir gut gefallen. Vor allem die sehr überzeugenden Schaupspieler tragen zur Gesamtstimmung des Films bei. Vor allem die Dialoge machen diesen Film aus, einfach großartig!
