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The Bang Bang Club
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Regie
Steven Silver
Drehbuch
Steven Silver
Produzenten
Adam Friedlander, Daniel Iron, Lance Samuels
Genre Kriegs-Drama FSK 12 Filmlänge 107 min Land Kanada, Südafrika, 2010 Kinostart 23.06.2011 DVD-Start 09.12.2011 Verleih Senator Film |
Story
Südafrika zwischen 1990 und 1994: Das Land steht kurz vor dem Ende der weißen Herrschaft und am Beginn einer neuen Ära, der Ära Nelson Mandela. Es ist die Zeit blutiger Auseinandersetzungen zwischen regierungsnahen Zulu-Kriegern und den Anhängern des ANC. Es ist Kriegszeit und damit genau der richtige Ort für Kriegsfotografen, die hier fette Beute machen. Menschen wie Greg Marinovich, Kevin Carter, Ken Oosterbroek und João Silva, die mit ihren Bildern den Umsturz dokumentierten und die man den „Bang Bang Club“ nannte. Zwischen Lebensgefahr und Adrenalinkick sind sie immer auf der Hatz nach dem richtigen Motiv. Doch um welchen Preis? Ihre Bilder machen sie weltweit berühmt, doch ihre Seelen zerbrechen an dem, was sie Tag für Tag dokumentieren.
Schauspieler
Ryan Phillippe, Taylor Kitsch, Frank Rautenbach, Neels van Jaarsveld, Malin Akerman, Patrick Lyster, Russel Savadier, Ashley Mulheron
Filmkritik von Melanie Frommholz
Was macht ein gutes Foto aus? Die Frage wird von Fotograf Kevin Carter, gerade mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, gegen Ende des Films so beantwortet: „Es ist ein gutes Foto, wenn es Fragen aufwirft.“ Zusammen mit seinen Freunden und Kollegen Greg Marinovich, Ken Oosterbroek und João Silva waren es seine Bilder, die der Welt den Konflikt in Südafrika kurz vor dem Wahlsieg von Nelson Mandela näherbrachten. „The Bang Bang Club“ ist ihre Geschichte. Eine Geschichte, die von Greg Marinovich und João Silva aufgeschrieben wurde und die Steven Silver in ein packendes Drehbuch goss, das er auch gleich selbst verfilmte. Ihm ist ein Film gelungen, der Drama und auch Thriller ist, und der das moralische Dilemma, in dem die Kriegsfotografen stecken, differenziert und glaubwürdig beleuchtet. Was sind das für Menschen, die sich selbst nicht als Paparazzi sehen und doch genau das sind: Paparazzi des Todes. Sie dokumentieren das Elend. Tagtäglich wandeln sie auf dem schmalen Grat zwischen realistischer und wichtiger Berichterstattung und voyeuristischer Beutejagd. Immer in dem moralischen Spagat zwischen dem perfekten Moment für das Bild und der menschlichen Verantwortung zu helfen. Steven Silver spürt dem nach, was das mit diesen Menschen hinter dem Objektiv macht und findet facettenreiche Antworten. Er kümmert sich dabei um die moralischen Aspekte, thematisiert die Abstumpfung und die Hatz nach dem nächsten Adrenalinkick ebenso wie die ständige Todesangst. „The Bang Bang Club“ wird so zu einem schonungslosen Blick hinter die Bilder, die die Titelseiten unserer Zeitungen zieren. Gleichzeitig ist der Film aber auch wie das eingangs von Carter als „gut“ charakterisierte Foto: Steven Silver wirft mit dem Portrait der vier Fotografen auch die Fragen nach der Verantwortung und Doppelmoral unserer Gesellschaft auf. Die Welt ist zusammengerückt und ein Krieg ist nur ein Krieg, wenn wir ihn auch sehen. Doch wie stellt man eine Gesellschaft zufrieden, die einem Geld und Preise gibt für das „schönste“ Foto des Grauens, aber gleichzeitig auch verlangt, dass derjenige, der es macht auch der strahlende Retter und Helfer in der Not ist? Ein Konflikt, den der Fotograf nicht auflöst, nicht auflösen kann.
„The Bang Bang Club“ ist dank Steven Silvers differenziertem Ansatz und glaubwürdig spielenden Schauspielern ein Film geworden, der diese Männer nicht verurteilt, sondern der es uns erlaubt, sich ein eigene Bild und eine eigene Meinung zu bilden. Das Tüpfelchen auf dem „i“ wäre es gewesen, wenn er gleichzeitig auch den Apartheidskonflikt noch weiter beleuchtet hätte. So bleibt Südafrikas Geschichte nur Rahmenhandlung. Gleichzeitig verdeutlicht dieser Umstand jedoch auch: Letztlich ist der Konflikt egal, was zählt ist das Bild.
Das Drehbuch basiert auf einer wahren Geschichte, die von Greg Marinovich und João Silva aufgeschrieben und unter dem Titel „The Bang Bang Club“ veröffentlicht wurde. 
