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Tatort - Der Weg ins Paradies (TV)
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Regie
Lars Becker
Drehbuch
Alexander Adolph
Produzent
Lisa Blumenberg
Genre Krimi Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2011 Verleih NDR |
Story
Ein neuer, brisanter Einsatz wartet auf den Undercover-Ermittler Cenk Batu. Aufgeschreckt von dem Selbstmord eines Deutschtürken haben BKA und Geheimdienste dessen Kontakte in Deutschland überprüft und sind auf eine heiße Verbindung zu einer Terrorzelle in Hamburg gestoßen. Es besteht die Gefahr eines Anschlages und Batu soll nun die Gruppe infiltrieren und herausfinden, was an der Sache dran ist. Wenn möglich soll auch gleich der Kontaktmann der Al-Qaida aufgespürt werden. Kopf der Gruppe ist der zum Islam konvertierte Deutsche Christian Marshall, der sich nun Taylan nennt und sich als fanatischer Amerika-Hasser entpuppt. Cenk Batu taucht ab in die islamistischen Kreise und nach anfänglichen Schwierigkeiten ist er auch drin in der Gruppe. Doch traut Taylan im wirklich? Batus Situation verschärft sich weiter durch Querelen hinter den Kulissen. Sein Chef Uwe Kohnau wird vom BKA-Mann Hans-Peter Oswald an der kurzen Leine gehalten und so droht der Ermittler aufzufliegen.
Schauspieler
Mehmet Kurtulus, Peter Jordan, Ken Duken, Martin Brambach, Tristan Seith, Murali Perumal
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Der Weg ins Paradies“ ist der vorletzte Fall von dem verdeckten Ermittler Cenk Batu und seinem Verbindungsmann Uwe Kohnau. Nach den vergangenen vier Einsätzen waren die schlechten Quoten schließlich der Sargnagel für dieses Team. Dabei wollte man doch mit frischen Inszenierungsideen und innovativen Drehbüchern das klassische Tatort-Ermittlungsmuster aufbrechen und neue Wege gehen. Das hört sich in der Theorie gut an und klingt nach einer lohnenswerten Bereicherung. Dass die Zuschauer dennoch abschalten, liegt daran, dass Inszenierung und Drehbücher nicht überzeugen können. Auch Batus fünfter Fall bildet da keine Ausnahme. Dabei ist das Thema des islamistischen Fundamentalismus durchaus auch in Deutschland noch ein aktuelles. Das Drehbuch greift auch einige wichtige Aspekte auf und versucht in der Kürze der Zeit die vielen Facetten anzusprechen. Ein in sich stimmiges und schlüssiges Bild ergibt sich jedoch nicht. Dazu bleibt die Figurenzeichnung zu oberflächlich. Außerdem durchweht gerade die Drehbuchanteile, die sich mit der deutschen Polizeiarbeit beschäftigen, ein starker Hauch von Unglaubwürdigkeit und storytechnischen Unstimmigkeiten. Zu Beginn geht es noch um den Kontakt zu Al-Qaida, dann ist davon keine Rede mehr. Eine absolut überzogen dargestellte Polizeipsychologin trimmt Batu auf die Fakten seiner falschen Identität, die später jedoch keine entscheidende Rolle mehr spielen, dafür hat keiner daran gedacht, dass er als Gefolterter auch ein paar Folternaben bräuchte. Ach ja, und der BKA-Mann sagt in seinem Schlussresümee nur lakonisch: „Keiner weiß alles.“, nachdem er Verbindungsmann Kohnau einen weiteren V-Mann präsentiert (spätestens an dem Punkt fragt man sich, für was Batus Einsatz eigentlich wirklich gut war!) Nur einer von vielen hölzernen Sätzen, die sich zu eben solchen Dialogen auswachsen. Da können die Schauspieler noch so gute Leistungen bieten. Letztlich gelingt es auch ihnen nicht diesen „Tatort“ atmosphärisch zum Leben zu erwecken.
Wissenswertes
Die Erstaustrahlung dieses Tatorts war am 18.12.2011.
Alle Fälle von Batu:
• 2008: Auf der Sonnenseite
• 2009: Häuserkampf
• 2010: Vergissmeinnicht
• 2011: Leben gegen Leben
• 2011: Der Weg ins Paradies
• 2012: Die Ballade von Cenk und Valerie
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Kommentare
schaffi schreibt am 19.12.11, 19:51
..."ein starker Hauch von Unglaubwürdigkeit und storytechnischen Unstimmigkeiten"....

