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Nur die Sonne war Zeuge
Plein soleil
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Regie
René Clément
Drehbuch
René Clément, Paul Gégauff
Produzenten
Raymond Hakim, Robert Hakim
Genre Thriller FSK 16 Filmlänge 116 min Land Frankreich, Italien Kinostart 16.09.1960 DVD-Start 14.11.2000 Verleih Arthaus |
Story
Der charmante Betrüger Tom Ripley wird von einem reichen Amerikaner beauftragt, dessen Sohn zurück nach Hause zu holen. Tom reist daraufhin nach Rom und schleicht sich in Philippes Leben ein. Zusammen mit ihm und dessen Freundin Marge genießt er das luxuriöse Leben am Mittelmeer, lässt sich von Philippe aushalten und ist weit davon entfernt, diesen wieder nach Amerika zurückzulotsen. Er kommt im Gegenteil mehr und mehr auf den Geschmack des Luxuslebens. Langsam reift ein hinterlistiger Plan in ihm, er beginnt Philippe zu kopieren, dessen Stimme, Gang und Blick. Als der verwöhnte Sohn aus reichem Hause hinter Toms Pläne kommt, scheint er Spaß daran zu finden, den zu demütigen und zu brüskieren. Tom plant den perfekten Mord, und tatsächlich scheint zunächst alles so zu laufen, wie er sich das gedacht hat…
Schauspieler
Alain Delon, Marie Laforêt, Maurice Ronet, Elvire Popesco, Erno Crisa, Frank Latimore, Billy Kearns, Ave Ninchi, Viviane Chantel, Romy Schneider
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Nur die Sonne war Zeuge“ zählt zu den herausragenden französischen Filmen der Fünfzigerjahre. Diese Adaption des Romans „Der talentierte Mr. Ripley“ von Patricia Highsmith überzeugt vor allem durch die Leistung der Hauptdarsteller Alain Delon, Maurice Ronet und Marie Laforêt. Der „eiskalte Engel“ Alain Delon macht seinem Namen alle Ehre, er gibt dem Tom Ripley den Flair eines berechnenden Mörders, der keinerlei moralische Skrupel besitzt. Delon lässt dabei nie einen Zweifel daran aufkommen, dass sein Charakter für Geld und Luxus zu allem bereit wäre. Der französische Regisseur René Clément lässt hier das Psychogramm einer völlig verdorbenen Oberklasse entstehen, deren gesellschaftlich tabuisierte Handlungen und Gedanken mindestens genauso schlimm erscheinen, wie der heimtückische Mordplan des Tom Ripley. Beachtenswert sind dabei die beiden scheinbar so unschuldigen Liebenden Marge und Philippe, dargestellt von Marie Laforêt und Maurice Ronet. Auch Romy Schneider, die ehemalig Verlobte Delons, hat einen kleinen Gastauftritt gleich zu Beginn, der leider viel zu kurz geraten ist. „Nur die Sonne war Zeuge“ ist ein intelligenter und durchweg spannender Thriller, der es schafft, den Zuschauer bis zum Schluss in Atem zu halten.
Wissenswertes
1999 verfilmte Anthony Minghella Patricia Highsmiths Roman erneut unter dem Titel „Der talentierte Mr. Ripley“ mit Matt Damon, Jude Law und Gwyneth Paltrow in den Hauptrollen.

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Kommentare
8martin schreibt am 22.09.08, 18:59
Ein spannender Plot, ein omnipräsenter Alain Delon, ein perfekt geplanter Mord und nur die Sonne war Zeuge. Der deutsche Titel ist noch besser als der des Originals.
Obwohl Alain Delon (alias Mr. Ripley) der Bösewicht ist, nimmt man ihm seine Verbrechen nicht übel. Im Gegenteil: man atmet nach jeder Wendung zum Positiven regelrecht auf und hofft dass er davon kommen wird. Das hat wohl auch René Clément, der Regisseur, geahnt und uns die letzte Konsequenz seiner Verhaftung erspart. Man weiß es halt, aber man will es nicht sehen. Stattdessen gibt es sogar Szenen zum schmunzeln, z. B. die, in der die junge, noch völlig unbekannte Romy Schneider zwei kleine Sätzchen sagt. Der Fokus liegt hier nicht auf der Grausamkeit des Verbrechens, sondern auf seiner Aufdeckung bzw. den vielen Windungen und Wendungen dies zu verhindern. Ein Krimi zum Wohlfühlen, a feel-good thriller also.
