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Das Labyrinth der Wörter
La Tète En Friche
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Regie
Jean Becker
Drehbuch
Jean Becker, Jean-Loup Dabadie
Produzent
Louis Becker
Genre Tragik-Komödie FSK 6 Filmlänge 77 min Land Frankreich Kinostart 06.01.2011 DVD-Start 09.06.2011 Verleih Concorde Film |
Story
Germain Chazes hat es im Leben nicht weit gebracht, ohne Schulabschluss schlägt er sich als Hilfsarbeiter durch. So richtig glücklich ist er eigentlich nur in seinem Garten bei seinem Gemüse, wenn seine anstrengende Mutter einmal gerade nicht keifend durch die Gegend läuft. Auch in seiner Stammkneipe muss Germain immer wieder dumme Sprüche einstecken, weil er teils wenig Geistreiches zum Besten gibt. Der dicke Mann um die 50 hat es eben nicht so mit der Sprache. Doch dann begegnet er im Park der alten, zerbrechlichen Dame Margueritte. Ein zufälliges Treffen, das Germains Leben für immer verändern wird. Margueritte liebt Wörter und kommt hierher um zu lesen und sie beginnt auch für Germain zu lesen. Ganze Roman-Passagen lesen die beiden zusammen. Dem Mann tun sich plötzlich neue Welten auf, Welten aus denen er sich immer ausgeschlossen fühlte. Die alte Lady nimmt den Hilfsarbeiter mit auf eine spannende geistige Reise, die ihn erkennen lässt, dass er nicht dumm und einfältig ist. Doch Marguerittes Augenlicht schwindet und plötzlich ist es an Germain, für seine Freundin die Welt der Wörter am Leben zu halten.
Schauspieler
Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Maurane, Patrick Bouchitey, Jean-François Stévenin, François-Xavier Demaison, Claire Maurier, Sophie Guillemin
Filmkritik von Melanie Frommholz
Wie schon die gleichnamige Romanvorlage von Marie-Sabine Roger ist auch Jean Beckers „Das Labyrinth der Wörter“ eine leise Geschichte. Der Film ist eine kleine Ode an das Wort und die Bedeutung von Sprache. Worte können Waffen sein, uns aufbauen oder vernichten. Sie beeinflussen, wer wir sind und bringen uns Bilder aus anderen Welten. Ausgestattet mit einer netten Rahmenhandlung von einfachen Leuten auf dem platten Land, erzählt „Das Labyrinth der Wörter“ nicht nur davon, auf wie viel unterschiedliche Weisen man das gleiche sagen kann sondern auch, dass es nicht zu spät ist, sich für diese Welt der Buchstaben zu begeistern. Zwar ist Germains Weg zum Fastanalphabeten recht einfach gehalten und erscheint nur in Spotlights, doch man bekommt einen Eindruck, warum er mit über 50 kein Freund des Lesens ist. Charmant und teils auch amüsant plädiert Jean Becker mit seinem Film dafür, dem anderen doch einfach einmal genau zuzuhören. Sehenswert wird sein Film durch die gelungene Besetzung. Mit Gérard Depardieu als Germain und Gisèle Casadesus als Margueritte hat er zwei wundervolle Schauspieler gefunden, die wie selbstverständlich in ihren Rollen aufgehen. Zwischen ihnen ist so viel Wärme und Zuneigung, dass einem das Herz aufgeht. Zwischen vulgärem Gassenjargon und kultivierter Ausdrucksweise erblüht hier eine besondere Freundschaft.
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Marie-Sabine Roger.

