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Zug des Lebens
Le train de vie
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Regie
Radu Mihaileanu
Drehbuch
Radu Mihaileanu
Produzenten
Frédérique Dumas-Zajdela, Marc Baschet, Cedomir Kolar, Ludi Boeken, Eric Dussart
Genre Tragik-Komödie FSK 6 Filmlänge 103 min Land Frankreich, Belgien, Rumänien Kinostart 23.03.2000 DVD-Start 28.11.2000 Verleih Sunfilm |
Story
Wir schreiben das Jahr 1941: Die jüdischen Einwohner des osteuropäischen Dorfes Schtetls erfahren von der Deportation der Juden in Konzentrationslager. Anstatt jedoch in Panik auszubrechen und der Verzweiflung zu verfallen, entscheiden sich die Dorfbewohner zu großen und lebensrettenden Taten. Schnell hat einer unter ihnen eine irrwitzige, aber doch durchaus brillante Idee: Es wird vorgeschlagen einen einfachen Zug zu nehmen und diesen zu einem gefälschten Deportationszug umzufunktionieren. Gesagt, getan. Da die SS immer näher an das Dorf heranrückt, muss schnell gehandelt werden. Im Handumdrehen steht fest wer sich unter den Dorfbewohnern als deutscher Soldat verkleiden muss, wer die Zugführung übernimmt und wer schlicht weiterhin Jude sein darf. Schon bald sind die SS-Uniformen geschneidert und die Reise kann beginnen. Natürlich fällt den Dorfbewohnern erst nach ihrer Abfahrt auf, dass es durchaus problematisch werden könnte als ‚unangemeldeter Geisterzug‘ über die Gleise zu düsen…
Schauspieler
Lionel Abelanski, Rufus, Clément Harari, Michel Muller, Bruno Abraham-Kremer, Agathe de la Fontaine, Johan Leysen, Marie-José Nat, Gad Elmaleh
Filmkritik von Kathrin Lang
„Zug des Lebens“ stieß international auf enorm großen Erfolg: Nachdem die Tragik-Komödie bereits 1998 den Publikumspreis auf dem Cottbuser Festival des osteuropäischen Films gewann und 1999 mit dem Publikumspreis beim renommierten Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde, setzte die Auszeichnung als bester Debütfilm bei den Filmfestspielen von Venedig der Erfolgslaufbahn des Filmes die Krone auf. Nicht grundlos: Dem rumänisch-französischen Regisseur Radu Mihaileanu ist es mit „Zug des Lebens“ gelungen der gravierenden Tragik des Themas mit einem humorvollen Ton gerecht zu werden. Ähnlich wie in „Das Leben ist schön“, der in etwa zur gleichen Zeit entstand, wird das Thema Holocaust mit einer erzählerischen Schwerelosigkeit behandelt. Trotz viel Witz und einigen urkomischen Momenten, erzählt „Zug des Lebens“ letztlich aber doch eine ernsthafte Geschichte über ein trauriges Thema. Dass darüber auch einmal gelacht werden darf, scheint dem Thema nicht unwürdig zu sein und wirkt in diesem Rahmen auch nicht deplaziert. Radu Mihaileanu geht trotz witzigem Einschlag mit dem nötigen Respekt an die Erzählung seiner Geschichte heran und präsentiert uns Figuren, die liebenswert sind und deren Schicksal einem daher umso mehr ans Herz geht.
„Zug des Lebens“ - eine Tragik-Komödie, die in der Fülle an filmischen Abhandlungen über die Judenfrage nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Der Vergleich mit „Das Leben ist schön“ muss dabei nicht gescheut werden. „Zug des Lebens“ hat seinen eigenen Charme gefunden und erzählt auf seine ganz eigene Art eine komische Geschichte über ein schweres Schicksal.
Ursprünglich sollte Roberto Benigni eine tragende Rolle in „Zug des Lebens“ übernehmen. Dieser entschied sich jedoch für die Arbeit an seinem eigenen Projekt „Das Leben ist schön“. 