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Blutzbrüdaz
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Regie
Özgür Yildirim
Drehbuch
Nicholas J. Schofield, Jan Ehlert
Produzenten
Fatih Akin, Oliver Berben
Genre Biopic FSK 12 Filmlänge 87 min Land Deutschland, 2011 Kinostart 29.12.2011 DVD-Start 14.06.2012 Blu-ray-Start 14.06.2012 Verleih Constantin Film |
Story
Schon seit Otis und Eddy denken können, sind sie die dicksten Freunde. Obwohl schon rein optisch offensichtlich ist, dass die beiden keine Brüder sind, so sind sie doch Brüder im Geiste und immer füreinander da. Vor allem verbindet die Liebe zur Musik die beiden miteinander. Schon seit Jahren machen sie im Duo die Berliner Hip-Hop-Szene unsicher - bislang jedoch ohne größere Erfolge. Das soll sich jedoch ändern, als HipHop-Urgestein Fusco in ihr Leben tritt und den „Blutzbrüdaz“ anbietet eine Demo mit ihnen aufzunehmen. Blöd nur, dass die beiden keine Kohle für die Produktion haben. Doch auch diese Sorge ist schnell aus der Welt geräumt, denn für ihren guten, alten Checker-Kollegen Adal gibt es keine unlösbaren Probleme. So kommt es also tatsächlich zu der Produktion einer Demo, die auch gleich durch die Decke geht: schneller als sie gucken können, sind die „Blutzbrüdaz“ in aller Munde und feiern mit ihrer Musik Erfolg auf ganzer Linie. Doch Erfolg verändert und so wird die Freundschaft von Otis und Eddy auf eine harte Bewährungsprobe gestellt…
Schauspieler
Sido, B-Tight, Milton Welsh, Alpa Gun, Tim Wilde, Haschim Elobied, Milton Welsh, Florian Renner, Claudia Eisinger, Alwara Höfels, Haschim Elobied, Liquit Walker
Filmkritik von Kathrin Lang
Fast zwei Jahre ist es nun her, dass uns Uli Edel mit „Zeiten ändern dich“ ein Biopic über den bekannten und zugleich kontrovers diskutierten Rapper Bushido in die Kinos brachte. Knallhart zeichnete Edel damit den Werdegang des Erfolgsmusikers nach: die traurige Kindheit und das harte Leben auf der Straße fanden dabei ebenso ihren Platz wie der plötzliche Karriereaufschwung und die Geburt eines deutschen Stars, der immer wieder für viel Diskussionsstoff sorgt. Regisseur Özgür Yildirim knöpft sich zum Jahreswechsel mit Rapper Sido nun Bushidos Erzfeind vor, schlägt mit dem nächsten Biopic über einen deutschen Erfolgsrapper jedoch gänzlich andere Wege als noch Uli Edel ein.
Auch „Blutzbrüdaz“ ist eine Milieustudie, angesiedelt im tiefsten Berliner Hip-Hop-Dschungel, nimmt sich dabei jedoch nicht ansatzweise so ernst wie noch „Zeiten ändern dich“. Von Anfang an ist „Blutzbrüdaz“ klar als Komödie angelegt und hält tatsächlich bis zum Schluss an dem lustig leichten Erzählton fest. Dem allgemeinen Augenzwinkern auf ein ganzes Musikgenre und eine stark mit Vorurteilen belastete Szene schließt sich auch Sido in seinem Schauspiel an. Unternahm Bushido 2010 noch den krampfhaften Versuch sich ernsthaft als Schauspieler zu etablieren, wird bei Sido von der ersten Szene an offensichtlich, dass er eben Musiker und nun mal kein Schauspieler ist. Überaus sympathisch und immer wieder urkomisch rappt und spielt er sich durch die Geschichte, die sich das Drehbuchautorenduo Nicholas J. Schofield und Jan Ehlert für ihn ausgedacht haben. Und tatsächlich formt sich dann plötzlich - zwischen all dem Wortwitz und der leichten Erzählkost – ein authentisch erscheinendes Bild von dem Hip-Hop-Mikrokosmos.
Trotz, oder gerade wegen dem allesüberspannenden Witz und den vielen ironischen Zwischentönen, ist Regisseur Özgür Yildirim mit „Blutzbrüdaz“ eine glaubhaft erscheinende Milieustudie gelungen, die trotz der ein oder anderen Vorhersehbarkeit im Handlungsmuster gut unterhält. Mit viel Berliner Lokalkolorit angereichert, mit dem richtigen Gespür für Witz und mit toll geformten Figuren wird „Blutzbrüdaz“ ein kleines deutsches Filmhighlight zum Jahresende. Zumindest alle Fans von Sido dürfen sich freuen, denn Fremdschämen muss sich hier überraschenderweise niemand.
Özgür Yildirim führte bereits bei dem deutschen Milieufilm "Chiko" Regie.
