Die Halbzarte

Filmplakat Die Halbzarte
Regie Rolf Thiele  Drehbuch Hans Jacoby  Produzent Karl Ehrlich 
Genre Tragik-Komödie  FSK 18  Filmlänge 91 min
Land Österreich, BRD  Kinostart 11.02.1959  DVD-Start 22.09.2003  Verleih Transit

Story

Die Dassaus sind die perfekte Vorzeigefamilie: Drei wohlerzogene Kinder, die gesittet ihre Schul- und Arbeitskarriere bestreiten und dabei auch noch künstlerisch ambitioniert sind. Auch Mutter und Vater Dassau betätigen sich in dieser Richtung. Sie ist Komponistin klassischer Musik, er Kriminalschriftsteller. Das große Problem jedoch ist: Sie alle haben in ihrem künstlerischen und überaus kultivierten Schaffen keinen Erfolg. Eine Absage nach der anderen ereilt den heimischen Briefkasten, was langsam aber sicher auf das Gemüt der fünfköpfigen Familie schlägt. Als Nicole, der Dassaus älteste Tochter, von einem Verlag schon wieder eine Absage erhält, weil ihre Zeilen für die heutige Zeit viel zu altmodisch sind, beschließt sie endlich andere Saiten aufzuziehen: Sie schreibt ein Bühnenstück über ein 17-jähriges Mädchen, das unanständiger nicht sein könnte. Das Stück wird zum Kassenschlager und läuft in Endlosschleife im Wiener Theater. Um dem Ruf ihrer Familie nicht zu schaden, bleibt Nicole als Schriftstellerin inkognito. Als eines Tages jedoch Hollywood an die Türe klopft und die Filmrechte für das Stück kaufen will, muss Nicole ihre Identität preisgeben…

Schauspieler

Die Halbzarte Romy Schneider, Carlos Thompson, Magda Schneider, Josef Meinrad, Rudolf Forster, Gertraud Jesserer, Helmut Lohner, Erni Mangold

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Die Halbzarte In „Die Halbzarte“ versuchte Romy Schneider erstmals ihrem leidgewordenem Klischee von der Kaiserin Sissi zu entkommen. Die Rolle an sich – ein unanständiges junges Mädchen, das weder Moral noch Anstand hat – bot dazu keine schlechte Gelegenheit. Allerdings merkt man der damals selbst noch sehr jungen Romy Schneider an, dass sie noch nicht reif genug war, um die femme fatal zu mimen. Jegliche Versuche sexy, geheimnisvoll oder verrucht zu sein, scheitern kläglich und können vom Zuschauer leider alles andere als ernst genommen werden. Vor allem wenn man auch spätere Filme mit der österreichischen Schauspielerin kennt, wirken diese ersten Gehversuche in eine neue Richtung alles andere als gelungen. Doch gut Ding will Weile haben, weshalb man mit „Die Halbzarte“ nicht all zu hart ins Gericht gehen sollte. Die Story ist kurzweilig, nicht selten auch lustig und schafft es damit ohne weiteres für einen gemütlichen Sonntagnachmittag vor dem heimischen Fernseher zu sorgen.

Wissenswertes

Die Halbzarte Regisseur Rolf Thiele wurde für seine Leistungen 1959 für die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes nominiert.



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