Die Besucherin

Filmplakat Die Besucherin
Regie Lola Randl  Drehbuch Lola Randl  Produzenten Katharina Jakobs, Herbert Schwering 
Genre Drama  Filmlänge 104 min
Land Deutschland  Kinostart 14.05.2009  DVD-Start 27.11.2009  Verleih Filmlichter

Story

Agnes führt ein Leben, das manch einer sich wünschen würde: Sie kann sich in ihrem Beruf verwirklichen, während ihr Mann, ein Buchautor, den Haushalt versorgt und sich um die gemeinsame Tochter kümmert. Doch hinter der heilen Fassade ist nichts, wie es sein sollte. Die pubertierende Tochter spricht nicht mehr mit der Mutter und Agnes Ehe ist eine einzige Katastrophe. Als ihre Schwester Karola eines Tages kurzfristig verreisen muss, übergibt sie Agnes den Schlüssel zu einer fremden Wohnung, in der sie die Blumen gießen soll. Was zunächst noch eine lästige Pflicht für sie ist, wird mehr und mehr zu einer Zuflucht aus dem Alltag. Immer selbstverständlicher nimmt sie die fremde Wohnung in Beschlag, isst dort und hört die Nachrichten auf dem Anrufbeantworter ab. Dabei findet sie heraus, dass die Wohnung dem Ehepaar Bruno und Teresa gehört, und dass Teresa auf dem Weg zu ihrem Liebhaber tödlich verunglückt sein muss. Als Agnes sich eines Tages in das fremde Bett legt, kommt ein fremder Mann in die Wohnung und legt sich an ihre Seite. Es fällt kein Wort zwischen beiden, aber Agnes schläft mit dem Mann, der Bruno sein muss. Mehr und mehr gerät Agnes Leben nun aus den Fugen, sie pendelt zwischen ihrem „wahren“ Leben und der Zuflucht in Brunos Wohnung – und erkennt, dass das nicht mehr lange so weitergehen kann.

Schauspieler

Die Besucherin Sylvana Krappatsch, André Jung, Jule Böwe, Samuel Finzi, Isabel Metz, Holger Stolz, Thomas Pohn, Philipp Neubauer, Stefan Lampadius, Stephan Ullrich

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 4 von 5 Ms Die Besucherin Lola Randl, die hier für Drehbuch und Regie verantwortlich ist, lässt vor dem Zuschauer eine Geschichte erstehen, die fast schon unwahr anmutet, und die man doch in jedem Punkt nachvollziehen kann. Vor allem die Idee, dass eine Frau fast absichtslos in eine andere Welt hineingerät, sich völlig damit identifiziert und auch andere Personen mit hineinzieht, ist faszinierend. Die Situation, dass man wenigstens für kurze Zeit aus seinem Leben heraus möchte, einfach einmal jemand anders sein, die kennt doch fast jeder von uns. Wie Randl das umsetzt, ist wirklich eine wahre Meisterleistung. Natürlich ist jedem klar, dass die Geschichte so in der Realität kaum geschehen würde, aber darum geht es ja schlussendlich auch gar nicht. Dieser Film wird dominiert von den Zwischentönen, von dem, was nicht ausgesprochen wird. Überhaupt sind die gesprochenen Worte in „Die Besucherin“ eher spärlich gesät, die Dialoge sind kurz und umfassen genau das, was die üblichen Alltagshandlungen einschließt. Die Musik und das großartige Spiel der Darsteller ersetzen die Worte, lassen sie gar überflüssig werden. Vor allem Sylvana Krappatsch verdient hier besondere Erwähnung, sie vermittelt die innere Leere, die stille Fassungslosigkeit über die Situation, in die sie geraten ist derart glaubhaft, dass man fast schon glaubt, all das würde einem selber widerfahren. Das Ende lässt vieles ungesagt, vermittelt weder Hoffnungslosigkeit noch Zuversicht. Alles wird seinen Lauf nehmen – irgendwie…

Wissenswertes

Die Besucherin "Die Besucherin" ist das Spielfilm-Debüt der Regisseurin Lola Randl, die auch für das Drehbuch verantwortlich ist.

Am 18. März wurde Lola Randl von der Akademie der Künste Berlin in der Sektion Film- und Medienkunst der Förderungspreis 2009 verliehen.



Besucherbewertung
0.0 / 5  (0 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.