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Früher oder später
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Regie
Ulrike von Ribbeck
Drehbuch
Ulrike von Ribbeck, Katharina Held
Produzenten
Steffi Ackermann, Beatrice Kramm
Genre Tragik-Komödie Filmlänge 93 min Land Deutschland Verleih Polyphon |
Story
Die vierzehnjährige Nora hat es nicht leicht mit ihren Eltern. Die sind voll und ganz mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und haben wenig Zeit, auf das Gefühlsleben ihrer introvertierten Tochter einzugehen. Nora lebt in der romantischen Phantasiewelt vieler junger Mädchen und als Thomas, der frühere Liebhaber von Noras Mutter ins Nachbarhaus einzieht, verliebt die sich sofort unsterblich in ihn. Thomas, der Frau und Kind hat, lässt Nora immer deutlicher spüren, dass er eindeutige Absichten hat, was wiederum Uwe, Noras Vater, rasend macht. Der verliebte Teenager gibt sich ganz seinen romantischen Vorstellungen hin, tut alles, was junge Mädchen eben so tun, wenn sie ihr Herz verlieren. Das ist natürlich Wasser auf Thomas Mühlen, der nicht davor zurückschreckt, ganz eindeutige Grenzen zu überschreiten. Während eines Nachbarschaftsessens kommt es dann zum Eklat zwischen Thomas und Uwe. Die völlig verwirrte Nora weiß nicht mehr, wohin sie sich noch wenden soll.
Schauspieler
Lola Klamroth, Peter Lohmeyer, Beata Lehmann, Harald Schrott, Thorsten Merten, Fabian Hinrichs, Katharina Heyer, Marie-Lou Sellem
Filmkritik von Stefanie Rufle
Regisseurin Ulrike von Ribbeck greift in ihrem Film ein sehr heikles Thema auf – und besteht die Herausforderung mit Bravour! Hauptdarstellerin Lola Klamroth (Tochter von Peter Lohmeyer) spielt, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Ihre Darstellung der vierzehnjährigen Nora überzeugt von Anfang an und gibt dem Zuschauer einen glaubhaften Einblick in die Psyche eines pubertierenden Mädchens. Aus der Sicht von Nora wird die Tragödie einer Familie und die daraus resultierende Katastrophe geschildert – und sowohl von Ribbeck wie auch die Darsteller vollbringen hier eine reife Leistung. Auch Peter Lohmeyer, der die Rolle des Vaters seiner Tochter Lola spielt, beweist erneut, dass er ein Charakterdarsteller ist, dem es gelingt, ohne viele Worte zu vermitteln, was in seinem Inneren vor sich geht. Eine wunderschöne Filmmusik, die die teils unwirklich anmutenden Bilder untermalt, zieht den Zuschauer von Anfang an in ihren Bann.
Der Film schildert das seelische Dilemma eines jungen Mädchens, dem der richtige Halt fehlt und das sich den dann woanders als bei ihren Eltern sucht. Dass Nora dabei an eine Person gerät, die ihr Vertrauen ausnutzt, ist so ungewöhnlich nicht. Eine solche Geschichte könnte sich überall auf der Welt so ereignen, und für Eltern und Tochter gibt es keine Patentlösung für all ihre Probleme. Bewusst ist deshalb das Ende von „Früher oder später“ ganz offen gehalten – so dass der Zuschauer sich zum Schluss fragt: Ja was ist denn nun früher oder später?
