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Höhere Gewalt
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Regie
Lars Henning Jung
Drehbuch
Lars Henning Jung
Produzent
Johannes Brommer
Genre Drama Filmlänge 96 min Land Deutschland, 2008 Verleih unbekannt |
Story
Eine sechsköpfige Gruppe Jugendlicher fährt aufs Land, um einen letzten gemeinsamen Kurzurlaub zu verbringen. Dabei wissen viele der 6 nicht, warum sie eigentlich mitfahren.
Strecker ist der sadistische und großmäulige Anführer, Jasmin seine Ex, die ihn verließ, weil er sie geschlagen hat, aber dennoch nicht von ihm wegkommt. Deswegen ist ja auch Sören dabei – ihr neuer „lieber“ Freund. Steffi wiederum ist das unterwürfige und naive Sexspielzeug von Strecker. Auch dabei: Der großspurige Betz, der geplagt von Komplexen der jungen Maike nachstellt, die gleichzeitig die kleine Schwester von Jasmin ist.
Gemeinsam ist die Gruppe geprägt von Manipulationen, physischer und psychischer Gewalt. Freundschaft oder gar Liebe ist hier kein Thema.
Schauspieler
Tobias Schenke, Vinzenz Kiefer, Alice Dwyer, Anna Bertheau, Natalie Spinell, Christian Polito
Filmkritik von Thomas Ays
Lars Henning Jung erzählt seine psychisch anstrengende Geschichte völlig kompromisslos. Das der Film überhaupt funktioniert hat Jung vor allem seinen fantastischen Schauspielern zu verdanken. Vinzenz Kiefer, der den Strecker spielt, ist beispielsweise authentisch wie selten ein deutscher oder internationaler Schauspieler. Unglaublich kalt und gleichzeitig völlig verängstigt füllt er seine Rolle, weiß in emotionalen, wie in gewalttätigen Szenen zu überzeugen und hinterlässt einen starken Eindruck.
Die Geschichte ist durchweg nicht einfach zu verkraften. Was der Regisseur wirklich aussagen will, wird nur im anschließenden Gespräch mit ihm deutlich. Ohne direkten Ansprechpartner sollte es mit dem Verstehen schwer werden, denn das Thema ist schwierig. In der gezeigten Clique geht es lediglich um Manipulation. Niemals ist Liebe, Freundschaft, herzliche Wärme oder sonst ein positiver Aspekt menschlicher Emotionen spürbar. Das Bild wird verstärkt, weil eben die Schauspieler dann auch noch so überzeugend sind und der Film eigenwillig umgesetzt wurde. Handykamerafahrten hier, Farbfilter da.
„Höhere Gewalt“ geht unter die Haut, wird aber dennoch nicht nur Fans finden. Die einen werden ihn als „anstrengend“, andere als „wichtig“ und „echt“ bezeichnen. In jedem Fall polarisiert das Thema – und dafür ist Kino nun mal immer gut.
Wissenswertes
"Höhere Gewalt" ist der Diplomfilm von Lars Henning Jung. Er schrieb auch das Drehbuch.
Beim Filmfestival Max Ophüls erhielt "Höhere Gewalt" den Preis der Schülerjury, außerdem wurde Alice Dwyer als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.
Auch bei den Biberacher Filmfestspielen wurde "Höhere Gewalt" eine große Ehre zuteil: Er erhielt den "Schülerbiber"! Von der Schülerjury wurde die Auszeichnung wie folgt bezeichnet: „Wir, die Schülerjury, haben uns für einen Film entschieden, der sich auf schockierende und doch authentische und emotionale Weise, mit einem aktuellen, uns betreffenden Thema auseinandersetzt.“ Herzlichen Glückwunsch!
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Kommentare
laura schreibt am 31.08.11, 20:45
leider habe ich den Film nicht gesehen, möchte es aber umbedingt tun, da mirder trailer gefällt. vinzenz kiefer ist ein richtig hübscher, toller schauspieler, der die rolle einwandfrei und authentisch rüberbringt. gibts den film auf dvd?

