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Nacht vor Augen
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Regie
Brigitte Maria Bertele
Drehbuch
Johanna Stuttmann
Produzenten
Didi Danquart, Boris Michalski
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 91 min Land Deutschland Kinostart 09.10.2008 Verleih B.Film |
Story
Der 25 Jährige David kommt nur äußerlich unversehrt aus seinem Einsatz in Afghanistan zurück in die heimische Schwarzwaldidylle. Von seiner Familie und seiner Freundin Kirsten wurde er sehnlichst erwartet, doch sie bekommen nicht wirklich „ihren“ David wieder. Der junge Mann ist verschlossen und abweisend, lehnt zunächst jegliche Hilfe ab. David trägt schwer an einer Tat, die die Bundeswehr nachträglich zur „Heldentat“ stempelt und deren grausame Wahrheit sich langsam aber unaufhaltsam ihren Weg ans Licht bahnt. Einzig sein Halbbruder Benni scheint einen Zugang zu David zu finden. Er sieht zu David auf und um ihn kümmert sich David auch. Doch seine angestauten Aggressionen hat er bald nicht mehr halb so gut unter Kontrolle, wie er es seiner Umwelt noch versucht vorzumachen. Bald wird aus dem angeblichen Fußballtraining mit Benni eine gefährliche Mischung aus Spiel und Gewalt.
Schauspieler
Hanno Koffler, Petra Schmidt-Schaller, Jona Ruggaber, Margarita Broich, Wolfram Koch, Maxim Mehmet, Bruno Cathomas, Christina Große, Dario Krosely, Markus Ertelt, Sebastian Schäfer, Ewgeni Khersonski
Filmkritik von Melanie Frommholz
Wie begrüßt man einen heimkehrenden Soldaten nach einem gefährlichen, lebensbedrohenden Einsatz? Gibt es einen richtigen Umgang mit diesen Menschen? Und wie erleben diese die Rückkehr in eine vermeintlich heile Welt? Noch wichtiger: was bringen sie an emotionalem Ballast mit? „Nacht vor Augen“, die ambitionierte Debütfilmarbeit von Regisseurin Brigitte Maria Bertele und Drehbuchautorin Johanna Stuttmann, thematisiert was wir in Deutschland schon lange nicht mehr erlebt haben: Soldaten, die traumatisiert aus dem Krieg heim kommen. Die Hauptfigur David verkörpert hierbei nicht nur Opfer, sondern er ist in erster Linie Täter. Keine Sympathiefigur, in der sich die gesamte Problematik der Situation jedoch schlüssig bündelt. Hauptdarsteller Hanno Koffler versteht es die angestauten Aggressionen von David glaubwürdig zum Zuschauer zu transportieren. Man kann sich seiner Präsenz nur schwer entziehen und gerät in einen Sog, der einen mitreißt und bis zum bitteren Ende nicht mehr loslässt. Die Hilflosigkeit der Angehörigen, angesichts eines immer mehr außer Kontrolle geratenden David, hat in diesem Film ebenso ihren Platz, wie die nur oberflächliche Fürsorge des Arbeitgebers Bundeswehr. Kein Film für Happy End-süchtige, aber ein wichtiger Beitrag zu einer leider zeitlosen Thematik.
