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Und Nietzsche weinte
When Nietzsche Wept
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Regie
Pinchas Perry
Drehbuch
Pinchas Perry
Produzent
Pinchas Perry
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 100 min Land USA, 2007 DVD-Start 18.06.2009 Verleih 3L Filmverleih |
Story
Als der renommierte Arzt Dr. Breuer von der verführerischen Lou Salome aufgesucht und um Hilfe gebeten wird, ahnt er noch nicht, auf was er sich einlässt. Er soll einen Mann namens Friedrich Nietzsche von seinen quälenden Depressionen und Angstzuständen heilen. Die Herausforderung für Breuer besteht darin, dass Nietzsche in dem Glauben gelassen werden soll, dass nicht seine Psyche, sondern seine körperlichen Schmerzen behandelt werden. Ohne sich mit Nietzsche und dessen Idee vom `Tod Gottes‘ auseinandergesetzt zu haben, beginnt er die Therapie. Bald schon muss Breuer jedoch feststellen, dass seine Strategie nicht aufgeht. Nach einigen erfolglosen Sitzungen wendet er daher das Blatt und lässt fortan seine eigene Psyche von Nietzsche behandeln. Es stellt sich heraus, dass Breuer ebenso wie Nietzsche therapiebedürftig ist…
Schauspieler
Armand Assante, Ben Cross, Katheryn Winnick, Joanna Pacula, Jamie Elman, Michal Yannai, Andreas Beckett, Rachel O'Meara
Filmkritik von Kathrin Lang
1992 veröffentlichte Irvin D. Yalom, Professor für Psychiatrie, den Roman „Und Nietzsche weinte“. Die fiktive Geschichte rund um Nietzsche, Breuer und am Rande auch Freud sowie Anna O. wurde zum Verkaufsschlager und erfuhr in den vergangenen Jahren einige Neuauflagen. Für Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Pinchas Perry Grund genug, die erfolgreichen Zeilen nun auch zu verfilmen. Damit stellte sich Pinchas zweifelsfrei vor eine große Herausforderung. Die komplexe und zum Teil stark verworrene Psyche der großen Denker in Bildern und Dialogen einzufangen ist eine wahrlich große Aufgabe - an der Pinchas auch fast durchgehend kläglich scheitert. Nietzsche und Breuer mögen zwar Exzentriker gewesen sein, eine glaubhafte Umsetzung ihres ‚Wahnsinns‘ gelingt „Und Nietzsche weinte“ jedoch nicht. Stattdessen wirken die Figuren gnadenlos überzeichnet. Die vielen Montageszenen und Traumsequenzen, mittels denen im Hauruckverfahren einige psychische Zustände und Gefühlslagen der Protagonisten verdeutlicht werden sollen, wirken albern und lassen nur einen oberflächlichen Blick auf das Geschehen zu. Der Film lässt tiefer greifende Dialoge, Abhandlungen und Einblicke schmerzlich vermissen und verkommt damit zu einer überflüssigen Literaturverfilmung. Weder gelingt es den Darstellern, noch dem Regisseur ein glaubhaftes Szenario zu entwerfen. Zurück bleibt ein enttäuschter Zuschauer, der zwar ein bisschen etwas über Nietzsche, Breuer, Freud und gar über den Ausgangspunkt der Psychoanalyse erfahren durfte, dessen Wissensdurst jedoch nicht einmal ansatzweise gestillt werden konnte.
"Und Nietzsche weinte" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Irvin D. Yalom.