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Chatroom
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Regie
Hideo Nakata
Drehbuch
Enda Walsh
Produzenten
Laura Hastings-Smith, Alison Owen, Paul Trijbits
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 94 min Land Großbritannien, 2010 DVD-Start 24.06.2011 Blu-ray-Start 24.06.2011 Verleih Universum Film |
Story
Es ist eine eigene Welt. Keine reale Welt, aber eine Welt. William kennt sich in diversen Chatrooms bestens aus und hat gerade einen eigenen erschaffen: Chelsea Kids. Hier will er Freunde finden und von zuhause fliehen, wo bereits seit Jahren alles sehr schwierig ist. Schnell kommen vier Kids hinzu: Die schöne, aber gelangweilte Eva, der depressive Jim, die unsichere Emily und der schüchterne Mo, der in die elfjährige Schwester seines besten Freundes verliebt ist. Sie alle treffen sich in diesem Chatroom und freunden sich schnell an. Die Hemmschwelle ist niedrig und so erzählen sich die Jugendlichen alles Intime, Persönliche und Geheime. Ihre Ängste, Sorgen und Bedürfnisse kommen ans Tageslicht. Doch was geschieht, wenn einer aus der Gruppe ein Meister der Manipulation ist und seine eigenen Schwächen durch den Blick auf andere zu vertuschen versucht?
Schauspieler
Aaron Taylor-Johnson, Imogen Poots, Matthew Beard, Hannah Murray, Daniel Kaluuya, Megan Dodds, Michelle Fairley, Nicholas Gleaves, Jacob Anderson, Tuppence Middleton, Ophelia Lovibond, Richard Madden, Matthew Ashforde, Dorothy Atkinson, Alex Blake
Filmkritik von Thomas Ays
Drehbuchautorin Enda Walsh ist ein fantastisches Skript gelungen, das Regisseur Hideo Nakata bestens einzusetzen vermag. Er visualisiert die Internetwelt mit ihren Chatrooms und macht diese Welt, in die viele niemals derart intensiv eintauchen werden, wie die Figuren in der Geschichte, verständlich und bringt sie dem Zuschauer näher. Die Handlung, in der sich die äußerst interessanten und glaubhaften Figuren bewegen, ist gesellschaftskritisch und absolut packend geraten. Die Geschichte von Enda Walsh zeigt unterschiedliche Jugendliche und ihre völlige Unfähigkeit der Kommunikation in ihrem echten, realen Umfeld. Diese Kids fühlen sich in der virtuellen Welt verstanden und können sich per Textformat mitteilen, ohne jemandem dabei in die Augen sehen zu müssen. Man kann lügen, betrügen, sich verlieben und sich streiten. Und man kann andere manipulieren, wie dies in "Chatroom" eindrucksvoll gezeigt wird. Dabei bleibt das Drehbuch immer nachvollziehbar und die Inszenierung von Hideo Nakata glaubhaft und eindrucksvoll. Die Schauspieler sind ebenfalls eine Wucht und tragen entscheidend zum Gelingen des Films bei. Aaron Johnson ("Kick-Ass") ist ein mimischer Tornado und fegt beinah alles und jeden mit Ausstrahlung und Charisma fort. Dieser junge Schauspieler zeigt erneut erstaunlich kraftvolle Leistungen, die beweisen, welch eindrucksvolle Talente dieser Mime mit seinen zwanzig Jahren schon hat. Aus Aaron Johnson kann in jedem Fall Großes werden. Neben dieser tollen Leistung zeigen auch Imogen Poots als Eva, Hannah Murray als Emily und Daniel Kaluuya als Mo echtes, britisches Schauspielpotential. Beeindruckend ist in "Chatroom" auch Matthew Beard als depressiver Jim, der in Punkto Ausdruck und Kraft mit Aaron Johnson gleichzieht, aber eben auch durch den Umstand seiner Figur, die die meisten Möglichkeiten an emotionalen und schwierigen Situationen bietet. Diese Möglichkeiten weiß der Brite zu nutzen und berührt mit seiner Performance seine Zuschauer.
"Chatroom" hat alles, was ein intelligenter Film aus Großbritannien benötigt, um mächtig Eindruck zu machen. Ein innovatives Skript mit einer originellen, gesellschaftskritischen und brisanten Handlung, eine kreative Inszenierung und eine Wucht an authentischen Schauspielern. Fantastisch!
