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Duplicity - Gemeinsame Geheimsache
Duplicity
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Regie
Tony Gilroy
Drehbuch
Tony Gilroy
Produzenten
Laura Bickford, Jennifer Fox, Kerry Orent
Genre Thriller FSK 6 Filmlänge 125 min Land USA Kinostart 30.04.2009 DVD-Start 24.09.2009 Blu-ray-Start 24.09.2009 Verleih Universal Pictures |
Story
Die CIA-Beamtin Claire und der MI6-Agent Ray trafen sich erstmals 2003 in Dubai. Die Nacht endete allerdings nur für einen der beiden glücklich: Während Ray im siebten Himmel schwebte, wurde das kleine Stelldichein von seiner Kollegin dazu ausgenutzt, um an wichtige Unterlagen heranzukommen. Obwohl sich die beiden niemals werden vertrauen können, lassen sie sich Jahre, und einige Bettgeschichten später aber dennoch auf eine gemeinsame Sache ein: Als ihnen zu Ohren kommt, dass ein Großunternehmen kurz davor steht ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, quittieren sie ihre Geheimdienstjobs, um sich zusammen darauf zu konzentrieren, das große Geheimnis des Unternehmens zu entschlüsseln. Das erweist sich jedoch als alles andere als einfach, wenn man nicht einmal seinem Partner über den Weg trauen kann…
Schauspieler
Julia Roberts, Clive Owen, Tom Wilkinson, Paul Giamatti, Carrie Preston, Wayne Duvall, Ulrich Thomsen, Cassidy Gard, Jackie Brown
Filmkritik von Kathrin Lang
Bereits für die erfolgreiche „Bourne“-Reihe beschäftigte sich Tony Gilroy erstmals eingehend mit dem Thema Industriespionage. Während sich der Amerikaner bei diesen drei Thrillern allerdings nur für das Drehbuch verantwortlich zeichnete, nahm er für „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ nun auch auf dem Regiestuhl Platz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Neben einer packenden Geschichte über Industriediebstahl, bietet „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ vor allem auch hervorragend geschliffene Dialoge und ein Schauspielensemble der Extraklasse.
“Laut Statistik liegen die Verluste durch Industriediebstahl irgendwo zwischen 50 und 100 Milliarden Dollar jährlich. Es gibt auf diesem Planeten kein wichtiges Unternehmen, das keine Sicherheitsberater beschäftigt. Im Grunde sind das Spionage-Einheiten, die entweder defensiv oder offensiv arbeiten.“ (Tony Gilroy)
Es lässt sich nur schwer von der Hand weisen, dass Regisseur und Drehbuchautor Gilroy auch für seinen neusten Streich wieder explosiven Stoff ausgewählt hat. Nicht gerade oft hat man als Laie die Gelegenheit hinter die Fassade von großen Unternehmen zu blicken, um dort Zeuge von korrupten Machenschaften zu werden. Spione haben etwas anziehendes, beinahe magisches an sich und erzielen diese Wirkung auch auf der großen Leinwand. Weitgehend versteht es Tony Gilroy auch hervorragend mit diesem Stoff umzugehen. Schnell baut er ein spannendes Geflecht aus mehreren Erzählebenen und –zeiten auf, das den Zuschauer an das Geschehen fesselt und ihn herausfordert. Leider verspielt Gilroy das Spannungsmoment einen Hauch zu früh, wodurch aufmerksame Kinogäste schon vor dem großen Showdown erahnen können, wo die Geschichte enden wird. Das ist schade und kommt „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ im letzten Drittel leider teuer zu stehen.
Claire: „Wenn ich dir sagen würde, dass ich dich liebe – würde das einen Unterschied machen?“
Ray: „Wenn du es mir sagen würdest, oder wenn ich dir glauben würde?“
Herzstück von „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ ist jedoch nicht die Story, sondern die beiden anführenden Hollywoodgrößen Julia Roberts und Clive Owen, die sich auf der Leinwand ein grandioses Duell liefern. Bereits 2005 trafen die beiden Akteure in der Theateradaption „Hautnah“ aufeinander. Die Wiedervereinigung in „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ bietet den beiden nun jedoch weitaus mehr Spielraum, um gegeneinander anzutreten und mit ihrem schauspielerischen Talent zu triumphieren. Ihr permanentes Doppelspiel bleibt bis zum Schluss undurchsichtig und beschwört eine fabelhafte Spannung herauf. Knistert es in dem einen Moment noch merklich zwischen den beiden, verstehen es Roberts und Owen die Situation in Windeseile in ihr Gegenteil umzukehren. Wer ist nun wer? Wer liebt wen? Und wer spielt eventuell ein falsches Spiel? Diese Fragen bleiben bis zum Schluss ungeklärt und verleihen „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ die Portion an Spannung, die die Story leider nicht bieten kann.
“Tony Gilroy schreibt brillante Dialoge. Sie tänzeln dahin und haben einen tollen Rhythmus. Es wirkt alles ganz natürlich. Als ich drei Seiten des Skripts gelesen hatte, war ich von den Dialogen begeistert und konnte es kaum mehr erwarten, an die Arbeit zu gehen.“ (Clive Owen)
Doch auch das größte Schauspieltalent wirkt neben schlechten Dialogen blass. Auch über dieses Problem muss sich „Duplicity – Gemeinsame Geheimsache“ wahrlich keine Sorgen machen. Tony Gilroy erweist sich als Meister pointierter Dialoge und liefert seinen Mimen damit fabelhafte Waffen, mit denen sie in den verbalen Krieg ziehen können. Die Dialoge wurden allesamt toll geschliffen. Sie schaukeln sich langsam hoch, um schlussendlich mit einer Bombe enden zu können. Das ist nicht selten höchst amüsant und sorgt für gelockerte, und auch ehrfürchtige Stimmung im Kinosaal.
Wissenswertes
Die Filmmusik wurde von dem achtfach OSCAR-nominierten James Newton Howard eigens für diesen Film komponiert. Howard zeichnete sich unter anderem bereits für die Filmmusik von „Pretty Woman“, „King Kong“ und „The Sixth Sense“ verantwortlich.
Der Film wurde im englischen Original mit deutschen Untertiteln gesehen und bewertet.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Beste Schauspielerin - Musical / Comedy (Julia Roberts)
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