Slumdog Millionär

Slumdog Millionaire

Filmplakat Slumdog Millionär
Regie Danny Boyle  Drehbuch Simon Beaufoy  Produzent Christian Colson 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 120 min
Land Großbritannien, USA  Kinostart 19.03.2009  DVD-Start 26.10.2009  Verleih Prokino

Story

Nur noch eine Frage trennt den jungen Arbeiter Jamal Malik von der Chance seines Lebens: dem Gewinn von 10 Millionen Rupien. Schon allein der Umstand, dass jemand wie er bei der Spielshow „Wer wird Millionär“ bis hierher gelangen konnte, ist für viele unfassbar. Jamal, eine „Slumdog“ aus den Armenviertel der Metropole Mumbai, kann eigentlich unmöglich in der Lage sein diese Show zu gewinnen, es sein denn:
A: er betrügt
B: er hat Glück
C: er ist ein Genie
D: es ist vorbestimmt
Die Polizei glaubt zunächst nur an Variante A und so findet sich Jamal Malik am Vorabend des Finales in einer Zelle wieder.

Schauspieler

Slumdog Millionär Dev Patel, Freida Pinto, Anil Kapoor, Rajendranath Zutshi, Irfan Khan, Azharuddin Mohammed Ismail, Ayush Mahesh Khedekar, Mahesh Manjrekar, Sharib Hashmi

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms Slumdog Millionär Es gibt diese Filme, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen, für Hollywoodverhältnisse recht billig waren und die Herzen der Kinowelt im Sturm erobern. „Slumdog Millionär“ ist so ein Film. Obwohl Regisseur Dany Boyle seit Filmen wie „Trainspotting“, „The Beach“ oder „28 days later“ beileibe keine Unbekannter mehr ist, hatten ihn wohl die wenigsten auf der Rechnung als es hieß: „…and the OSCAR goes to…“. Dass sein „Slumdog (übersetzt: Bewohner einer Müllkippe) Millionär“ nicht nur zum Abräumer bei der Filmpreisverleihung, sondern auch an den Kinokassen wurde, liegt wohl daran, dass es der Filmemacher geschafft hat die Zuschauer dank einer dichten Erzählweise mit in „sein“ Indien zu nehmen.

Indien – Land der krassen Unterschiede. Bunte Saris und fröhliche Musik vermitteln eine bejahende Lebenseinstellung, lassen jedoch auch oft vergessen, dass dieses Land nicht zuletzt geprägt durch sein Jahrhunderte lang praktiziertes Kastenwesen, enorme Klassenunterschiede kennt. Zwischen tief verwurzelten Traditionen und dem Aufbruch in die Moderne versuchen Land und Leute ihre Identität zu finden und zu wahren. Im Schmelztiegel Mumbai, dem ehemaligen Bombay, liegen die unterschiedlichen Gesichter Indiens dicht bei einander. Dany Boyle hat den Mut Indien in dieser Zerrissenheit zu zeigen und jenseits allen Bollywood-Kitsches entschlossen auch die dunklen Seiten des Booms wie Kriminalität, Prostitution und Armut herausgearbeitet. Das hat dem Filmemacher insbesondere in Indien selbst nicht nur Freunde beschert, uns jedoch eine Geschichte geschenkt, die trotzt aller realistischer Aspekte auch ein Märchen ist, dass zum träumen und hoffen einlädt. Die Schicksale von Jamal, Salim und Latika, der drei Hauptfiguren, stehen stellvertretend für viele und bergen doch so viel liebenswerte Fiktion, dass am Ende selbst die obligatorische Bollywood-Song-Einlage ein stimmiger Bestandteil des Filmes wird.

Wenig falscher Kitsch, dafür viel echte Emotion: „Slumdog Millionär“ schafft den Spagat zwischen zuckersüßem Bollywood und deprimierender Realität und macht daraus eine hoffnungsvolle und berührende Geschichte, die zu Herzen geht.

Wissenswertes

Slumdog Millionär Die Romanvorlage zum Film schrieb Vikas Swarup. Sein Buch "Q & A" erschien unter dem deutschen Titel "Rupien! Rupien!"

Etwas ein Drittel des Films ist in Hindi mit Untertiteln gedreht.

Am 8.02.2009 erhielt "Slumdog Millionär" bei den BAFTA Awards die Auszeichnungen für den besten Film, beste Regie, das beste adaptierte Drehbuch. Ebenso gewann er in den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik und Ton.

Auszeichnungen

Gewonnene Golden Globes

Bester Film - Drama, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Musik

OSCAR-Nominierungen

Bester Titelsong ("O Saya"), Bester Ton-Schnitt

Gewonnene OSCARs

Bester Film, Beste Regie, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton-Mix, Beste Musik, Bester Titelsong ("Jai Ho"), Bestes Drehbuch (Adaption)



Besucherbewertung
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Kommentare

Primus schreibt am 23.02.09, 17:49
Aufjedenfall ein sehr bewegender Film mit einer guten Story.
Doch irgendwie fehlt dem Film einwenig die Spannung es war imrprizip von vorneherein klar, dass es so ausgehen wird
Hajid schreibt am 20.04.09, 16:21
Bewegende Geschichte - wie sie aber leider in der Realität niemals zustande kommen würde. Sicherlich ist der Film gut gemacht und Fans des Genre Drama/Liebesgeschichte werden auf ihre Kosten kommen, allerdings ist der Film derart ausgeschmückt und teilweise realitätsfremd, dass auch dort negative Kritik geübt werden muss. Übrigens haben die zwei kleinen Hauptdarsteller gerade mal 2000 Euro "Gage" erhalten und auch ein versprochens neues Haus hat der Regisseur nicht gesponsort. Einfach nur erbärmlich das so auszunutzen. Die Zwei leben weiter in den Slums...Ehrt so ein amerikanischer Regisseur die schauspielerische nLeistungen von Kindern aus der Unterschicht?!
Inder salem schreibt am 03.03.09, 23:26
Der Film Slumdog Millionaire ist ganz nett aber keine 8 Oscars wert. Da hat man einfach schwer übertrieben und einen Film gekürt, der vor Fehlern nur so strotzt und zeitweilig wirklich sehr langatmig ist. Ich werde ihm mir nie wieder ansehen müssen!
Filme wie diesen gibt es aus Nahost zu häuf und sowieso bessere aber leider werden diese meist von Hollywood ignoriert.
Da Hollywood in einer künstlichen Seifenblase lebt, muss ihnen der bunte und zugleich sehr kitschig angehauchte Film wie ein farbenfrohes indisches Reisgericht vorgekommen sein, dass man zum ersten mal probiert. Das es verkocht und mittelmäßig ist, ignoriert man, da es unbekannt ist.
Der größte Fehler im Film passiert in einer der wichtigsten Szenen, als der Hauptdarsteller während der Indischen Ausgabe von "Wer wird Millionär" versucht seinen Bruder als Telefonjoker anzurufen aber nur seine geliebte erreicht. Das Problem ist dabei, dass Sie ihn dabei zeitgleich die Frage im Fernsehen stellen sieht.
Das ist aber unmöglich und bei allen "Wer wird Millionär" Ausgaben Weltweit gleich gehandhabt. Wegen möglicher Manipulationen wird die Show nur aufgezeichnet.

Zudem errät der Hauptdarsteller, der aus den Slums von Mumbay (Bombay) stammt, nur deshalb alle Fragen, weil ihn durch Zufall im leben Dinge widerfahren, die nun als Fragen bei der Show ihm helfen den Hauptgewinn zu erzielen.

Da ist es leichter 10 mal hintereinander 6 Richtige beim Lotto zu erzielen, als das einem unwissenden Menschen aus den Slums so etwas widerfährt und man derart Glück hat.

Die vielen Oscars für diesen Film sind eine Farce. Ein richtig guter und zugleich bewegender Spielfilm ist "The Wrestler" der mich in seinen Ban gezogen hat und nachdenklich gestimmt hat.
Leider war dieser Film nur zweimal nominiert und ging leer aus, obwohl er bei allen anderen wichtigen Film Festivals weltweit abgesahnt hat.
Im Gegensatz zu Slumdog Millionär, der in Europa von Kennern eher mit einem Achselzucken honoriert wurde.
Das sagt alles aus!
Unfaires Hollywood!!!
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