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Der entsorgte Vater
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Regie
Douglas Wolfsperger
Drehbuch
Douglas Wolfsperger
Produzent
Adrienne Jungblut
Genre Dokumentation FSK 12 Filmlänge 85 min Land Deutschland Kinostart 11.06.2009 DVD-Start 26.03.2010 Verleih GMfilms |
Story
In Deutschland werden jedes Jahr unzählige Ehen geschieden. Oft sind es die Kinder, die später im endlosen Scheidungskrieg zwischen den Fronten stehen. Wenn es um das Sorgerecht geht, sind es in den meisten Fällen die Mütter, die sich in den nächsten Jahren um ihre Kinder kümmern dürfen. Vielen Vätern wird das Recht, ihre Kinder überhaupt zu sehen, entzogen. Regisseur und Drehbuchautor Douglas Wolfsperger ist selbst einer dieser „entsorgten Väter“ und berichtet in seiner Dokumentation über die letzte Reise zu seiner kleinen Tochter – an deren Ende ein Abschied für immer stehen soll. Auf seinem Weg zu diesem traurigen Treffen, begegnet er weiteren betroffenen Vätern, die hier ebenfalls ihre sehr persönliche Geschichte erzählen und berichten wie sie gegen diese Ungerechtigkeit angehen und auf welche Weise sie mit der schlimmen Situation umzugehen versuchen.
Filmkritik von Kathrin Lang
Mal wieder ist es der Regisseur und Drehbuchautor Douglas Wolfsperger, der uns einen dokumentarischen Spielfilm der besonderen Art beschert. Während viele andere Filmemacher oberflächlich bleiben und Tatsachen nüchtern in ihrem Film präsentieren, versteht es Wolfsperger den Zuschauer nicht nur zu informieren, sondern auch auf einer emotionalen Ebene zu berühren. Dies gelingt ihm mit „Der entsorgte Vater“ besser als je zuvor. Dadurch, dass er hier eine sehr persönliche Geschichte erzählt und selbst als Teil davon fungiert, trifft Wolfsperger den Zuschauer von dieser Dokumentation mitten ins Herz. Mitgefühl und ein enormes Unverständnis gegenüber der Ungerechtigkeit, sind die schönen Reaktionen seitens des Publikums. Einzig vorwerfen könnte man Douglas Wolfsperger, dass er dieses Mal ein Stück von seiner Objektivität eingebüsst und die Geschichte sehr einseitig präsentiert hat. Die einzige Frau, die in „Der entsorgte Vater“ als Gegenpol agiert, ist zugleich ein Negativbeispiel und wirkt damit zwar unterstützend für die betroffenen Väter, zeigt aber keine andere Seite der Medaille auf. Dem Regisseur daraus ein Vorwurf zu machen, fällt allerdings schwer. Wer „Der entsorgte Vater“ gesehen hat, versteht den tief sitzenden Groll und kann das Leid, das Väter die von ihren Kindern getrennt sind, sehr gut erfassen.
„Der entsorgte Vater“ – ein toller Beitrag zu einem Thema, das in unserer Gesellschaft leider viel zu selten thematisiert wird.
Wissenswertes
„Der entsorgte Vater“ ist bisher der erste Kinofilm, der sich mutig diesem Thema so
persönlich und allgemein zugleich widmet. Über 1 Mio. Trennungsväter gibt es in
Deutschland, die nicht-ehelichen Väter noch nicht mitgerechnet. Mehr als 60% davon sehen
ihre Kinder nach der Trennung nicht wieder.

