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Sommer in Orange
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Regie
Marcus H. Rosenmüller
Drehbuch
Ursula Gruber
Produzenten
Annie Brunner, Andreas Richter
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 110 min Land Deutschland, 2011 Kinostart 18.08.2011 DVD-Start 20.01.2012 Verleih Majestic Filmverleih |
Story
Für die Bewohner des bayrischen Dorfs Talbichl wird es ein unvergesslicher Tag, als im Sommer 1980 eine Herde Hippies in ihr Dorf einfällt, um in einem Bauernhof ein neues Therapiezentrum zu errichten. Alle sind sie orange gekleidet, halten seltsame Rituale ab, und Fleisch essen sie auch nicht. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich um Terroristen oder, alternativ, um Satanisten handeln könnte. Die spirituellen Hippies kommen jedoch in purem Frieden.
Unter der Gruppe befinden sich mit Lili und ihrem kleinen Bruder Fabian auch zwei Kinder, die - ohne wirklich etwas dafür zu können, oder etwas anderes zu kennen - Teil der Hippie-Kommune sind. Als die beiden in Talbichl mit dem nun „normalen“ Leben konfrontiert werden, kommt vor allem Lili ins Zweifeln: Ist der Lebensweg ihrer Eltern, vor allem der ihrer sehr von sich eingenommenen Mutter Amrita tatsächlich auch ihrer?
Schauspieler
Petra Schmidt-Schaller, Georg Friedrich, Amber Bongard, Daniela Holtz, Oliver Korittke, Béla Baumann, Wiebke Puls, Daniel Zillmann
Filmkritik von Kathrin Lang
Regisseur Markus H. Rosenmüller hat sich in den vergangenen Jahren den Ruf eines außergewöhnlichen Heimatfilmers gemacht. Nach seinem Überraschungserfolg „Wer früher stirbt, ist länger tot“ blieb er seiner Linie treu und tauchte auch alle folgenden Filme in stark bayerischen Lokalkolorit. Natürlich fällt da auch sein neues Regieprojekt „Sommer in Orange“ nicht aus der Reihe: Erneut siedelt Rosenmüller seine Geschichte in einem urbayerischen Dorf an, in dem der Katholizismus ebenso stark wütet wie die Mundart. An eben diesem traditionellen Ort lässt er eine Horde orange gekleideter Hippies einfallen, die mit großer antiautoritärer Geste Spiritualität und Meditation zur Tagesordnung werden lassen. Schnell entwickelt sich dadurch eine innerdeutsche Cultural-Clash-Komödie, die ihren Witz vor allem aus der übersteigerten Gegenüberstellung zweier gänzlich unterschiedlicher Lebensentwürfe schöpft. Leider kann sich Markus H. Rosenmüller in „Sommer in Orange“ jedoch nicht entscheiden, ob er nun eine Komödie oder doch lieber ein problematisches Drama erzählen möchte. Recht unausgewogen pendelt die Geschichte zwischen den beiden Extremen, ohne dabei einem je wirklich gerecht zu werden. Während die Komödie unterm Strich noch besser getroffen ist, findet „Sommer in Orange“ den Punkt bei den Konflikten, die sich immer wieder in die Geschichte schleichen, nicht. Dies ist umso bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass Autorin Ursula Gruber mit ihrem Drehbuch eine eigentlich sehr persönliche Geschichte niederschrieb. Selbst in einer Kommune in Bayern aufgewachsen, hätte man bei der Konfliktbehandlung deutlich mehr Tiefe und Ergebnis erwarten können.
Leider läuft das Unterhaltungsrad in Rosenmüllers neuer Sommerkomödie nicht ganz rund: Viele lustige Szenen wechseln sich in „Sommer in Orange“ mit erschreckend oberflächlich behandelten Konflikten ab. Herausgekommen ist dabei eine unausgewogene Genremischung, bei der die Komik letztlich zugunsten einer wenig überzeugend ausgekundschafteten Tragik zu kurz kommt.
Drehbuchautorin Ursula Gruber wuchs selbst in einer Kommune in Bayern auf.