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Schwerkraft
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Regie
Maximilian Erlenwein
Drehbuch
Maximilian Erlenwein
Produzenten
Alexander Bickenbach, Manuel Bickenbach
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 97 min Land Deutschland Kinostart 25.03.2010 DVD-Start 07.10.2010 Verleih Farbfilm (Barnsteiner) |
Story
Frederik Feinermann, in den 30ern, hat es auf den ersten Blick „geschafft“: schicke Stadtwohnung, BMW und einen guten Job in der Bank mit Aussicht auf Beförderung. Doch dann erschießt sich vor seinen Augen ein Bankkunde, nachdem Frederick ihm mitgeteilt hat, dass sein Kredit gekündigt wird. Ein traumatisches Erlebnis, das bei ihm dazu führt, dass die Sicherungen endgültig durchknallen. Frederik heuert bei seinem ehemaligen Kumpel und Ex-Knacki Vince Holland als Ausbildungseinbrecher an und lässt sich in die Feinheiten des Einbruchdiebstahls einführen. Bald gehen die beiden regelmäßig auf Tour und was als kleiner Kick begann wird für Frederick zur Sucht. Durch seine „Erfolge“ mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattet, sucht er auch wieder offen den Kontakt zu seiner Ex-Freundin Nadine, die er bislang nur heimlich beobachtete. Als aus der Freizeitkriminalität bitterer Ernst wird, steht nicht nur Frederiks bürgerliches Leben auf dem Spiel, sondern auch seine große Liebe…
Schauspieler
Fabian Hinrichs, Jürgen Vogel, Nora von Waldstätten, Jule Böwe, Eleonore Weisgerber, Thorsten Merten, Jeroen Willems, Fahri Ögün Yardim
Filmkritik von Melanie Frommholz
Die physikalische Schwerkraft ist eine praktische Sache. Sie ermöglicht uns das Leben auf der Erde, hält uns auf dem Boden. Ihre zwischenmenschliche Schwester besteht aus den gesellschaftlichen Regeln, die uns Menschen in der Spur hält. Damit die Schwerkraft wirken kann benötigt sie jedoch Masse. Das Korsett des höflich-unverbindlichen Nebeneinanders hat in der Hauptfigur Frederik jedoch eine immer unerträglich werdende Leere verursacht. Ein letztes aufrüttelndes Ereignis setzt bei ihm die Schwerkraft außer Kraft. Regisseur und Drehbuchautor Maximilian Erlenwein versteht es mit seinem Debütfilm genau diese Situation perfekt einzufangen – die Phase, in der die Schwerkraft versagt und man ausgeklinkt zwischen den Stühlen schwebt und nach sich selbst sucht. Die verrückte Geschichte des Bankangestellten, der zum Kriminellen wird, um sich wieder lebendig zu fühlen, ist dabei die in sich stimmige Mischung aus absurden Situationen, Drama und Witz. Erlewein schaffte es mühelos zu unterhalten ohne beliebig zu werden. Seine Erzählstruktur funktioniert ebenso souverän wie seine Bilder. Die Dialoge sitzen und die dichte Atmosphäre packt von Beginn an. Maximilian Erlenwein bereitet gekonnt die Bühne für seinen Hauptdarsteller Fabian Hinrichs, der damit das perfekte Umfeld hat, um darstellerisch aus dem Vollen zu schöpfen. Hinrichs, bislang überwiegend auf der Theaterbühne zu Hause, überzeugt mit einem intensiven Spiel, das von den vielen kleinen Nuancen lebt, mit denen er Frederik Feinermann Leben einhaucht. Auf gleicher Augenhöhe gibt Jürgen Vogel den wortkargen Vince Holland. Als Gespann sind die beiden unschlagbar. Sie tragen diese Antiheldengeschichte mit schwarzhumorigem Einschlag ohne zu wanken.
Aus Sehnsucht und Leere wird Gewalt, wird Freundschaft, wird Liebe – und plötzlich hat sie dich wieder, die „Schwerkraft“. So sieht tolles deutsches Kino aus!
Wissenswertes
Maximilian Erlenwein bekam für seinen ersten Spielfilm "Schwerkraft" den mit 18.000 Euro dotierten Max Ophüls Preis, die Darsteller Nora von Waldstätten und Fabian Hinrichs wurden ebenfalls ausgezeichnet.
"Schwerkraft" wurde zudem mit dem First Steps Award 2009 ausgezeichnet.
Fabian Hinrichs erhielt für seine Rolle des Frederick eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2010 in der Kategorie „Beste männliche Hauptrolle“.
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