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Baching
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Regie
Matthias Kiefersauer
Drehbuch
Matthias Kiefersauer
Produzent
Martin Choroba
Genre Heimatfilm FSK 12 Filmlänge 88 min Land Deutschland Kinostart 12.03.2009 DVD-Start 13.11.2009 Verleih EuroVideo |
Story
Eigentlich wollte Benedikt nie wieder in sein Heimatdorf Baching in Bayern zurückkehren. Vor drei Jahren hat er dort ein kleines Mädchen überfahren, das an den schweren Verletzungen des Autounfalls starb. Weder die Dorfbewohner, noch Benedikt selbst können diesen fatalen Unfall verzeihen. Nach drei Jahren in Berlin, hält es Benedikt in der Ferne jedoch nicht mehr aus. Er kehrt nach Baching zurück, um Frieden zu schließen und endlich wieder ein normales Leben führen zu können. Kaum in Baching angekommen, muss er sich jedoch eingestehen, dass diese Aufgabe schwerer zu bewältigen sein wird, als anfänglich angenommen. Doch Benedikt ist bereit, für seine Heimat zu kämpfen…
Schauspieler
Thomas Unger, Stefan Murr, Bernadette Heerwagen, Marisa Burger, Michael Fitz, Meike Droste, Christiane Blumhoff, Johannes Herrschmann, Anke Lanak
Filmkritik von Kathrin Lang
Dass Heimatfilme auch bei jungem Publikum wieder funktionieren können, hat uns der bayerische Regisseur Marcus H. Rosenmüller in den vergangenen Jahren bereits einige Male eindrücklich bewiesen. Regisseur und Drehbuchautor Matthias Kiefersauer versucht nun in Rosenmüllers Fußstapfen zu treten und es ihm mit seinem „Baching“ gleichzutun. Leider scheitert er bei dem Versuch. Sein Heimatfilm ist so voller übernatürlichem Lokalkolorit, dass er letztlich stark überzeichnet wirkt. Wo sonst der bayerische Dialekt entzückt und überzeugt, geht er hier mehr auf die Nerven, als dass er unterhält. Peinlich genau muss jedes Wort in der Mundart gesprochen werden – dabei verliert so mancher Darsteller ordentlich an seiner Authentizität. Auch die Kameraschwenks über die idyllischen Berg- und Tallandschaften Bayerns wirken in „Baching“ unangenehm kitschig und übertrieben gewollt. Ohne es anzustreben, wirkt der Heimatfilm dadurch wie ein billig produzierter Spielfilm aus dem Vorabendprogramm.
"Man kann den Menschen aus der Heimat vertreiben, aber nicht die Heimat aus den Menschen."
Schade ist dies vor allem in Anbetracht der tollen Geschichte. Kiefersauer versteht es, die Enge des kleinen Dorfs Baching überzeugend darzustellen. Das beklemmende „Jeder kenn jeden“-Gefühl überschattet den Film und fängt die Sorgen und Probleme der Protagonisten darunter gekonnt ein. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und doch kollidieren die Lebensschicksale immer wieder und stehen dadurch unter gegenseitiger Beeinflussung. Das Gefühl von Heimat, in der man leben will und die doch keine sein kann, ist das Leitmotiv des Films und spiegelt sich überzeugend in der Geschichte wieder.
Hätte Matthias Kiefersauer vielleicht kein solch explizites Genre wie den Heimatfilm gewählt, sondern ein einfaches Drama gedreht, wäre „Baching“ vermutlich besser weggekommen. So jedoch verheddert sich die Geschichte in ihrem Genre und kann innerhalb des starken Lokalkolorit Bayerns ihre Wirkung nicht gänzlich entfalten.
