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The Limits of Control
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Regie
Jim Jarmusch
Drehbuch
Jim Jarmusch
Produzenten
Gretchen McGowan, Stacey E. Smith
Genre Thriller FSK 12 Filmlänge 116 min Land USA Kinostart 28.05.2009 DVD-Start 11.12.2009 Verleih Tobis |
Story
Ein geheimnisvoller Fremder reist nach Spanien, um dort einen Auftrag zu erledigen. Worin dieser Auftrag besteht, ist unklar. Scheinbar ganz von selbst, wird dem dunkelhäutigen Fremden jedoch der Weg gewiesen. Während seiner Reise trifft er auf einige mysteriöse Gestalten, die rätselhafte Botschaften für ihn bereithalten. Nach und nach verwirren sich die Geschehnisse weiter und die Zusammenhänge werden zunehmend unklarer. Die Spannung steigt, denn die Frage nach dem Ziel der langen Reise, bleibt bis zum Schluss ungeklärt.
Schauspieler
Isaach De Bankolé, Bill Murray, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Paz de la Huerta, Hiam Abbass, Youki Kudoh, Luis Tosar, Óscar Jaenada
Filmkritik von Kathrin Lang
Jim Jarmusch, die Ikone des amerikanischen Independentfilms, hat einmal gesagt: "Die Schönheit des Lebens liegt im kleinen Detail, nicht im großen Ereignis." Dieser Devise ist er auch in seinem neusten Werk „The Limits of Control“ treu geblieben und belegt mit seinem 35mm Film nicht nur sein geschultes Auge für schöne Bilder, sondern verweist bewusst auch auf die feinen Details des alltäglichen Lebens. Gekonnt lenkt er die Sinneswahrnehmung seines Zuschauers und fordert dazu auf, das Wesen der alltäglichen Gebrauchsgegenstände neu zu überdenken. Da wird der Espressotasse ebenso wie der Birne eine ganz neue Magie zuteil, die für gewöhnlich einfach übergangen oder schlicht nicht wahrgenommen wird. Natürlich erfordert dieses Vorgehen einen Zuschauer, der dazu bereit ist, sich auf diese intensive visuelle Erfahrung einzulassen. Es geht um das ästhetische Moment, um eine atemberaubende Visualität, umspielt von den malerischen Landschaftsaufnahmen Spaniens, die am Schluss mit das faszinierendste Resultat des Filmes ist.
Das traditionelle Drehbuch war, wie bei den meisten Filmen von Jim Jarmusch, auch bei „The Limits of Control“ nicht vorhanden. Wieder einmal ließ sich der Regisseur zusammen mit seinem Team von dem Augenblick leiten und gegebenenfalls neu inspirieren. Sich vom Instinkt leiten zu lassen, scheint ohnehin ein Motiv zu sein, das den ganzen Film umspannt. Es wird die Idee einer Verschwörung hervorgerufen, doch worin diese eigentlich liegt bleibt unklar. Wie sich die Handlung zusammensetzt und was genau sie zum Fortlaufen bringt, erschließt sich dem Zuschauer nur im Ansatz. Die Frage nach dem „warum?“ oder gar dem „wie?“ bleibt unbeantwortet. Offensichtlich ist nur, wie stark „The Limits of Control“ schlussendlich doch von einer Inszenierung geleitet ist. Zwar erscheint zunächst alles sehr willkürlich, doch schon bald entpuppen sich einfache Sätze oder Gegenstände als Hinweise, die eine Kette bilden und damit als roter Faden der Handlung dienen.
Dialoge sind in „The Limits of Control“ rar verteilt. Der Protagonist, gespielt von Isaach De Bankolé, erweist sich als Mann der wenigen Worte und trifft im Verlauf der Geschichte nur auf einige wenige redselige Partner, die zumeist in einem Monolog an ihn herantreten. Umso essenzieller erscheint die enorme Leinwandpräsenz von De Bankolé, ohne die dieser Film schlicht nicht funktioniert hätte. Seine starke Körperhaltung, der intensiver Blick und das markante Gesicht machen ihn zum perfekten Darsteller für diese Rolle. Passend ausgewählt sind jedoch auch die Nebendarsteller. Tilda Swinton wurde für „The Limits of Control“ umwerfend und vor allem radikal verwandelt. Ihr Auftritt ist kurz, aber nachhaltig. Nicht nur, dass sie mit einem vollkommen neuem Wesen auftritt, das ihre Wandelbarkeit unterstreicht, auch rein inhaltlich steuert sie dem Film einen tollen selbstreflexiven Moment bei, der den Zuschauer auf schon fast verschämt unverblümte Art darauf aufmerksam macht, dass er sich gerade einen Film ansieht.

