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Das Wunder von Berlin (TV)
Das Wunder von Berlin
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Regie
Roland Suso Richter
Drehbuch
Thomas Kirchner
Produzent
Sebastian Werninger
Genre Drama Filmlänge 105 min Land Deutschland, 2008 DVD-Start 28.01.2008 Verleih ZDF |
Story
Ost-Berlin, 1988. Der 18jährige Marco Kaiser besucht ein illegales Punkkonzert und landet deshalb vor dem Strafgericht. Der Vater des rebellischen Punkers ist Oberstleutnant im Ministerium für Staatssicherheit. Um der drohenden Inhaftierung in Bautzen zu entgehen, muss Marco sich widerstrebend auf das Ultimatum seines verhassten Vaters einlassen. Er willigt ein, sich für drei Jahre bei der nationalen Volksarmee zu verpflichten. Er und seine Freundin Anja sind sich sicher, dass ihre Liebe die lange Trennung überstehen wird. Während Marcos Abwesenheit darf die Waise Anja bei dessen Eltern und dem Großvater wohnen. Doch Marcos politische Einstellung verändert sich im Lauf der harten Grundausbildung gravierend. Aus dem einstigen Rebellen wird ein überzeugter Mitläufer des ehemals verhassten Regimes. Marco bewährt sich bei der NVA und findet in Major Wolf einen überzeugten Förderer, der es seinem Protegé ermöglicht, in die Führungselite der NVA aufzusteigen. Währenddessen wird die Lage zu Hause immer prekärer. Als Marcos Vater herausfindet, dass Anja eine Akte hat, die mit ihrer Herkunft zu tun hat, weist er ihr die Tür. Was wiederum Marcos Mutter Hanna veranlasst, ihre Koffer zu packen, um dieser unmöglich gewordenen Ehe endlich ein Ende zu bereiten. Sie und Anja bereiten die Regimeflucht vor während Marco zum Grenzdienst beordert wird…
Schauspieler
Kostja Ullmann, Karoline Herfurth, Veronica Ferres, Heino Ferch, Michael Gwisdek, Gesine Cukrowski, Tino Mewes, Anna Loos, André Hennicke
Filmkritik von Stefanie Rufle
Dies ist die unglaubliche, aber wahre Geschichte des Tilo Koch. Regisseur Roland Suso Richter („Der Tunnel“, „Dresden“) lässt in diesem starken und berührenden Drama die DDR sehr detailgetreu wieder aufleben. Das Drehbuch erzählt eine wahre Geschichte und beleuchtet dabei die letzten Tage des DDR-Regimes aus der Sicht einer auseinander brechenden Familie. Vor allem den wunderbaren Schauspielern ist es zu verdanken, dass zeitgeschichtliche Ereignisse wie die Friedensgottesdienste, das Neue Forum, der Leipziger Aufruf und die Montagsdemonstrationen derart authentisch wirken. Sind Namen wie Heino Ferch oder Veronika Ferres doch stets Garanten für erfolgreiche Blockbuster, machen aber eher die Jungstars, allen voran Kostja Ullmann und Karoline Herfurth diesen Film zu einem Ereignis. Ohne zu übertreiben kann man behaupten, dass diese beiden selbst die routiniertesten Darsteller an die Wand spielen und somit verhindern, dass aus „Das Wunder von Berlin“ nur ein aufgewärmtes „Die Luftbrücke“ geworden ist. Doch auch Heino Ferch und Veronica Ferres darf man durchaus zugute halten, dass sie tunlichst vermeiden, in ihren üblichen Rollenklischees zu versinken. Vor allem Ferchs Darstellung des Stasi-Vaters ist ein weiterer Beitrag zur Demontage des Helden-Klischees. Kostja Ullmann stellt den Wandel vom Rebellen zum Mitläufer äußerst glaubhaft dar und Karoline Herfurth lässt hier schon erahnen, dass das Publikum ihren Namen so schnell nicht vergessen wird.
„Das Wunder von Berlin“ erzählt vom Wandel eines Menschen aufgrund der permanenten Beeinflussung durch das politische System der DDR. Gleichzeitig schildert der Film ein packendes Stück Zeitgeschichte aus dem Blickwinkel der Betroffenen. Nicht ohne Grund wurde „Das Wunder von Berlin“ für den Internationalen Emmy Award in der Kategorie Bester Fernsehfilm/Mini-Serie 2008 nominiert – ein großartiger Film über die Macht der Gedankenfreiheit!
