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The Way Back - Der lange Weg
The Way Back
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Regie
Peter Weir
Drehbuch
Keith R. Clarke, Peter Weir
Produzenten
Duncan Henderson, Joni Levin, Nigel Sinclair, Peter Weir
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 133 min Land USA, 2010 Kinostart 30.06.2011 DVD-Start 25.11.2011 Verleih Splendid |
Story
„Nicht der Zaun markiert euer Gefängnis, nicht die Hunde oder die Wärter – nein Sibirien ist euer Gefängnis, die Kraft der Natur wird euch hier halten.“ Als der polnische Polit-Gefangene Janusz im Arbeitslager ankommt, sind die ersten Worte des Lagerkommandanten nicht gerade eine zusätzliche Aufmunterung zu der Aussicht auf 20 Jahre Zwangsarbeit. Ein Feind des Kommunismus soll Janusz sein. Besiegelt wird diese Wahrheit durch ein erpresstes Geständnis seiner Ehefrau. Schnell plant er seine Flucht und findet in dem Amerikaner Smith, dem Verbrecher Valka und den Insassen Zoran, Voss, Tomasz und Kazik willige Weggefährten. Zusammen wagen sie die Flucht durch die verschneiten Wälder Sibiriens. Ihr Ziel: raus aus der kommunistischen Zone in die Mongolei und weiter bis nach Tibet und Indien. Am Baikalsee stößt die junge Polin Irena zu den Männern. Gemeinsam trotzen sie auf ihren langen Weg Hunger, Kälte, Durst und den Gefahren der ungezähmten Natur. 1941 sollen drei von ihnen nach einem Fußmarsch von rund 6.500 Kilometern in Indien ankommen.
Schauspieler
Jim Sturgess, Ed Harris, Dragos Bucur, Colin Farrell, Alexandru Potocean, Saoirse Ronan, Gustaf Skarsgård, Mark Strong, Sebastian Urzendowsky
Filmkritik von Melanie Frommholz
Sieben Jahre nach dem Regisseur Peter Weir mit „Master and Commander“ nicht nur einen großen Erfolg verbuchen konnte, sondern auch seinen letzten Kinofilm ablieferte, kehrt er mit „The Way Back- Der lange Weg“ auf die Leinwände dieser Welt zurück. Der Australier hat sich für dieses Comeback einen elementaren Stoff ausgesucht, der vom Kampf des Menschen gegen die Elemente, gegen die Natur erzählt. Und vom Willen durchzuhalten, weil am Ende des Weges die Freiheit steht. Ob das Buch, das die Grundlage für das Drehbuch lieferte nun Fiktion oder Fakt ist – die Glaubwürdigkeit des Tatsachenberichtes des Autoren Slawomir Rawiczs wird mittlerweile angezweifelt – spielt dabei letztlich keine Rolle. Peter Weir bettet die Handlung grob in die Geschichte des Kommunismus ein, die politische Dimension verliert sich jedoch recht schnell und macht dem Thema des nackten Überlebenskampfes platz. Hier bereitet Weir nach einem schnellen Ausbruch aus dem Arbeitslager gekonnt das Terrain für Drama und Tragödie, kurz für eine Geschichte, die mit emotionaler Wucht den Zuschauer eigentlich in die Kinosessel bannen müsste. Kameramann Russell Boyd lieferte Peter Weir bombastische und einfach nur als grandios zu beschreibende Landschaftsaufnahmen, die Ruhe ausstrahlen, aber auch demütig die Kraft der Natur vor Augen führen. Letztlich nutzt der Film Sandstürme, Schnee und Eis, hungrige Wölfe und tückische Moskitos aber zu wenig, um daraus durchgängig Bedrohlichkeit zu generieren. Die für den Menschen verheerende Macht der Natur bleibt so oft abstakte Schönheit und in ihrer Gefährlichkeit entrückt. Da sich auch innerhalb der Gruppe von Flüchtenden nur wenig Dynamisches abspielt, bekommt der Filmemacher auf die Länge von über zwei Stunden ein Problem mit seinem Spannungsbogen. So schrecklich es klingt, auch der Kampf um das Überleben ist vor Langatmigkeit nicht gefeit. Peter Weir zeigt Hindernis um Hindernis auf dem Weg in die Freiheit, verzichtet dabei auch dankenswerter Weise auf Pathos und falsche Rührseligkeit, doch irgendwann sind Hunger, Müdigkeit, wundgelaufene Füße und von der Sonne verbrannte Haut nicht mehr genug, um die Eintönigkeit des Laufens zu unterbrechen.
Peter Weir bekommt zwar den Bogen wieder, in dem er sich ab der Mitte des Film seiner Figuren besinnt und diese in ihren Motiven besser beleuchtet, doch er holt damit nicht mehr auf, was zu Beginn an Nähe hätte aufgebaut werden müssen, um sich ihnen wirklich verbunden und nahe zu fühlen. Letztlich zeigt sich, dass sie auf diesem langen Marsch in die Freiheit alle auch auf der Suche nach Vergebung sind. Ein gutes und starkes Motiv, was Weir, der zusammen mit Keith R. Clarke das Drehbuch schrieb, spät in die Waagschale wirft. Gerade die Figur der Irena, so gut sie auch von Saoirse Ronan gespielt wird, bleibt ein Fremdkörper in dem Gefüge, obwohl sie als Eisbrecher endlich die Lebensgeschichten der Männer ans Licht bringt. Auch Colin Farrell ist als Verbrecher Valka gut besetzt, doch auch aus seiner Undurchsichtigkeit macht das Drehbuch zu wenig. An der Besetzung liegt es wahrlich nicht, dass „The Way back – Der lange Weg“ seine Möglichkeiten nicht ausschöpft. In der Hauptrolle glänzt Jim Sturgess mit Ausdruckstärke, soweit die Vorgaben ihm das erlauben und Ed Harris als stiller Mr. Smith ist in dieser Art von Rollen von jeher eine sichere Bank. Auch Gustaf Skarsgård und Dragos Bucur passen zu ihren Figuren.
Es ist letztlich das unausgewogene Drehbuch, das „The Way back – Der lange Weg“ den Weg zu einem herausragenden und emotional packenden Epos verstellt. In der Vergangenheit inszenierte Peter Weir starke Charaktere und menschliche Tragödien mit sicherer Hand. Hier arbeitet er zu wenig mit seinen Figuren und verlässt sich zu sehr auf die Eindrücklichkeit und Wirkung von Landschaftsbildern.
Wissenswertes
Der Film basiert auf dem angeblichen Tatsachenroman "Der lange Weg" von 1956 von Slawomir Rawiczs. Mittlerweile bestehen aber berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des ehemaligen Offiziers und seiner Geschichte.
Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Beste Maske
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