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Tödliches Kommando
The Hurt Locker
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Regie
Kathryn Bigelow
Drehbuch
Mark Boal
Produzenten
Mark Boal, Kathryn Bigelow, Nicolas Chartier, Greg Shapiro
Genre Kriegs-Drama FSK 16 Filmlänge 134 min Land USA Kinostart 13.08.2009 DVD-Start 03.12.2009 Verleih Concorde Film |
Story
Das hat den Bombenräumern Sgt. JT Sanborn und Spc. Owen Eldridge gerade noch gefehlt: Als Ersatz für den bei einer Entschärfung getöteten Kollegen bekommen sie Heißsporn William James als Verstärkung zugeteilt. James kümmert sich nicht die Spur um Regularien oder Sicherheitsbestimmungen sondern entschärft die Bomben schon gerne mal im Alleingang mit den bloßen Händen. Auch aus seiner anfänglichen Abneigung gegen den farbigen Sandborn macht er kein Hehl. Denkbar schlechte Voraussetzungen also, wenn man Tag für Tag auf den irakischen Straßen auf die Deckung des Kameraden angewiesen ist, um zu überleben…
Schauspieler
Jeremy Renner, Christian Camargo, Anthony Mackie, Brian Geraghty, Malcolm Barrett, Suhail Aldabbach, Evangeline Lilly, David Morse, Ralph Fiennes, Guy Pearce
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Krieg ist eine Droge“
Seit bekannt wurde, dass die Motive für den Beginn des jüngsten Irak-Krieges der USA alles andere als eindeutig waren, setzen sich auch immer mehr amerikanische Filmemacher mit diesem „Feldzug gegen den Terror“ kritisch auseinander. Kathryn Bigelows „Tödliches Kommando“ passt in die Phalanx dieser Anti-Irak-Kriegsfilme und ist doch mehr als bloßes Anprangern. Die Filmemacherin, die auch das Drehbuch schrieb, machte sich in der Vergangenheit mit Streifen wie „Gefährliche Brandung“ oder „Blue Steel“ einen Namen als Amazone im Actionfach. Auch „Tödliches Kommando“ ist geprägt von Action und Gewalt. Bigelow zeichnet mit ihrem Film jedoch nicht nur ein aktuelles Bild des Alltages der US-Streitkräfte im Irak, sondern spürt auch mit kaum auszuhaltender Realitätsnähe den Auswirkungen ständiger Todesangst nach. Wie geht ein Mensch damit um, dass jeder Tag sein letzter sein könnte? Was macht dieser Umstand aus ihm? Universelle Fragen, die nicht auf einen Kriegsschauplatz beschränkt sind, deren Antwortsuche einen aber angesichts der aktuellen Nachrichtenlage unweigerlich in den Nahen Osten führen.
Wenn wieder eine Bombe detoniert, dann hören wir Berichte über die Opfer und das Ausmaß der Zerstörung. Wie viele Bomben zwischen den Detonationen entschärft wurden fragt keiner und es fragt auch keiner wer diesen mörderischen Job macht. Kathryn Bigelow widmet diesen, in der Öffentlichkeit wenig präsenten Soldaten, 134 Filmminuten, die es emotional in sich haben. Sie zeichnet ein Bild von Kameraden und Vorgesetzten bewunderten Adrenalinjunkies, die als Zivilisten nicht mehr leben können und von Männern, die der Krieg und die ständige Bedrohung innerlich mürbe gemacht haben. „Ich habe alle was mich bislang hätte umbringen können da drin“ sagt SSG William James in einer Szene in der er mit seinen Kameraden über einer Kiste sitzt, in der er neben den Zündern seiner bislang entschärften Bomben auch seinen Ehering aufbewahrt.
Wird die Angst erst zum ständigen Begleiter, kann sie einen auch süchtig nach dem nächsten Kick machen. In diesem Sinne nimmt Kathryn Bigelow den Zuschauer mit auf einen rasant inszenierten Höllentrip, wo auf jedem Balkon ein Scharfschütze lauern kann und wo Kinder zu menschlichen Bomben werden. In diesem Krieg geht es schon lange nicht mehr Mann gegen Mann, sondern bleibt der Feind eine unsichtbare, aber ständig lauernde Bedrohung. Bigelow findet für dieses Szenario Bilder, die einen körperlich schmerzen, die aber nie werten. Letztlich gibt es hier keine Gewinner.
„Tödliches Kommando“ ist Blut, Schweiß und Tod. Wie der englische Originaltitel sagt, ein Spind für den Schmerz, in dem es keine Bilder von glorreichen Helden, keine patriotisch verklärte Wahrheit, sondern nur das tägliche Sterben gibt. Auf beiden Seiten.
Wissenswertes
Stars wie Ralph Fiennes, Guy Pearce und David Morse sind nur in kleinen Nebenrollen zu sehen.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester Film - Drama, Beste Regie, Bestes Drehbuch
OSCAR-Nominierungen
Bester Hauptdarsteller (Jeremy Renner), Beste Kamera, Beste Musik
Gewonnene OSCARs
Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt, Bester Ton-Mix, Bester Ton-Schnitt, Bestes Drehbuch (Original)
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