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Marias letzte Reise (TV)
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Regie
Rainer Kaumann
Drehbuch
Ariela Bogenberger
Produzenten
Bernd Burgemeister, Bettina Reitz, Bettina Ricklefs
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2005 DVD-Start 17.02.2006 Verleih BR |
Story
Die 71jährige Maria hat Krebs und weiß, dass sie bald sterben muss. Doch die Bäuerin möchte ihre letzten Tage keinesfalls im Krankenhaus zubringen – sie möchte zurück in ihre Heimat, an den Staffelsee in Oberbayern. Die letzten Tage ihres Lebens sollen erfüllt sein von den duftenden Obstbäumen, den Wiesen und Blumen rund um ihren Hof und von ihren geliebten Büchern. Von noch einer Chemotherapie möchte Maria nichts mehr hören. Doch Marias Sohn Simon muss sich um den Hof kümmern und wäre zudem mit der Pflege seiner todkranken Mutter heillos überfordert. Deshalb schickt Klinikchef Dr. Osterhahn widerstrebend seine beste Pflegkraft Schwester Andrea mit nach Oberbayern. Doch hier treffen zwei starke und äußerst eigensinnige Charaktere aufeinander. Während Andrea den strikten Klinikalltag auf Marias Heim übertragen möchte, ist die nicht bereit, sich derart reglementieren zu lassen. Doch während all der Machtkämpfe wachsen auch unwillkürlich großer Respekt und Zuneigung füreinander. Bald schon ist Andrea fest entschlossen, Marias letzten Willen zu akzeptieren und ihr einen würdevollen Abschied im Kreise ihrer Familie zu ermöglichen. Gemeinsam regeln die beiden unterschiedlichen Frauen die letzten Dinge im Leben der Bäuerin Maria.
Schauspieler
Monica Bleibtreu, Nina Kunzendorf, Günther Maria Halmer, Michael Fitz, Nikolaus Paryla, Philipp Moog, Gundi Ellert, Hubert Mulzer, Philipp Sonntag, Stephan Bissmeier, Franziska Schlattner, Natalie Szeterlak, Brigitte Hobmeier, Britta Hammelstein, Agathe Taffertshofer
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Marias letzte Reise“ ist ein zutiefst bewegendes Drama, das sich auf sehr ernsthafte und respektvolle Art und Weise dem Thema Sterbehilfe annähert. Gleichzeitig wird die heutzutage leider übliche Verwahrmedizin in Frage gestellt und stattdessen nach einer Antwort auf die Frage gesucht, wie man als schwerkranker Mensch in Würde sterben kann. Der Film macht deutlich, in welchem Zwiespalt sich Mediziner und Pflegepersonal oft befinden, dass es an Zeit für Zuwendung mangelt und die Angst vor Konsequenzen den Blick auf das Wesentliche verwehrt. Das Wesentliche sind die Patienten, die Menschen, die ein Recht darauf haben, sich so vom Leben zu verabschieden, wie sie sich das wünschen. Bei aller Ernsthaftigkeit ist es Drehbuchautorin Ariela Bogenberger und Regisseur Rainer Kaufmann allerdings zu verhindern gelungen, dass aus diesem Drama ein tränenlastiges Rührstück geworden ist. Feiner Humor und viele tragikkomische Momente beherrschen diesen Film und die kraftvollen Dialoge beeindrucken von der ersten Minute an.
Monica Bleibtreu kann in der Rolle der Maria aus ihrem großen schauspielerischen Repertoire schöpfen und bietet hier eine wahre Glanzleistung. Kein Wunder, dass sie für diese Darstellung förmlich mit Preisen überhäuft wurde – die Rolle der störrischen Maria scheint ihr wie auf den Leib geschneidert zu sein. Doch auch die anderen Darsteller liefern eine derart grandiose und überzeugende Leistung ab, dass dieser Film einfach nur als lebensecht bezeichnet werden kann. Dem großartigen Ensemble ist es zu verdanken, dass „Marias letzte Reise“ trotz aller Ernsthaftigkeit in erster Linie Lebensbejahung und –freude vermittelt.
"Marias letzte Reise" erhielt beim Deutschen Fernsehpreis 2005 vier Preise.