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Die Gräfin
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Regie
Julie Delpy
Drehbuch
Julie Delpy
Produzent
Andro Steinborn
Genre Historien-Drama FSK 12 Filmlänge 98 min Land Frankreich, Deutschland Kinostart 25.06.2009 DVD-Start 04.12.2009 Verleih X-Verleih |
Story
Erzebet Bathory entstammt einer mächtigen ungarischen Adelsfamilie. Von klein auf wird sie zu Härte, Gefühlskälte und Erbarmungslosigkeit erzogen. Erzebet ist schön, intelligent und weiß was sie will. Nach dem Tod ihres Mannes ist sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf dem Gipfel ihrer Macht. Sogar der König muss sich bei ihr Geld leihen. Auf einem Ball begegnet sie dem wesentlich jüngeren Istvan und beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch sie können ihr Glück nur kurze Zeit genießen. Istvan Vater, der einflussreiche Graf Thurzo, zwingt seinen Sohn, den Kontakt abzubrechen. In der Folgezeit benutzt er Erzebet wachsende Verzweiflung über das Ausbleiben von Istvans Briefen, um seine Intrigen zu spinnen. Wie von Thurzo vorausgeahnt nimmt Erzebet an, Istvan hätte sich einer jüngeren, makelloseren Frau zugewandt. Immer wahnhafter wird ihr Wunsch schön und jung zu bleiben. Als ultimatives Schönheitsmittel meint sie das Blut jungfräulicher Mädchen ausgemacht zu haben. Immer mehr von ihnen verschwinden auf mysteriöse Weise in der Umgebung des Schlosses der Bathory. Zu spät erkennt Erzebet die Falle, die Graf Thurzo virtuos für sie ausgelegt hat…
Schauspieler
Julie Delpy, Daniel Brühl, William Hurt, Anamaria Marinca, Sebastian Blomberg, Charly Hübner, Anna Maria Mühe, Frederick Lau, Adriana Allaras, André Hennicke, Maria Simon, Katrin Pollit, Nikolai Kinski
Filmkritik von Melanie Frommholz
Erzebet Bathory lebte von 1560 bis 1614 und ging als „Blutgräfin“ in die Geschichte ein. Über 600 Mädchen sollen ihrem Schönheitswahn zum Opfer gefallen sein und die Schauergeschichten, die sich um ihre Person ranken, reichen von Blutbädern bis hin zu einer Verbindung zu Graf Dracula. Doch die Geschichtsschreibung wird von den Siegern gemacht und so hat sich Filmemacherin und Schauspielerin Julie Delpy aufgemacht die wahre Erzebet Bathory hinter den Mythen und Legenden ausfindig zu machen. Das Ergebnis ihrer Aufarbeitung ist ein Film geworden, der die Gräfin sowohl als Täterin als auch als Opfer zeigt. Jenseits von Splatter-Schwarz-Weiß-Malerei erleben wir eine Frau, die in ihrem Jugendwahn zur skrupellosen Mörderin wird und der man sich in ihrer verzweifelten Sehnsucht nach ihrem Liebsten doch nahe fühlt. Julie Delpy erfüllt diese facettenreiche Figur, die zwischen Despotin und tragisch Liebender pendelt, eindrucksvoll mit Leben. Zusammen mit ihrer kühlen Inszenierung entsteht so vor unseren Augen nicht nur ein historisches Sittengemälde der damaligen Zeit. Der Film wird auch ein aktueller Beitrag zum Thema Jugend- und Schönheitswahn.
Nach "2 Tage Paris" ist "Die Gräfin" die zweite Langfilm-Regiearbeit von Julie Delpy.