Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Filmplakat Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Regie Margarethe von Trotta  Drehbuch Margarethe von Trotta  Produzenten Margarethe von Trotta, Markus Zimmer 
Genre Biopic  FSK 12  Filmlänge 111 min
Land Deutschland, Frankreich  Kinostart 24.09.2009  DVD-Start 06.05.2010  Blu-ray-Start 03.02.2011  Verleih Concorde Film

Story

Im Alter von acht Jahren wird die Adelige Hildegard von ihren Eltern als Gabe an Gott in das Benediktinerkloster Disibodenberg gegeben. Hier wird ihr Jutta von Sponheim eine Mentorin und zweite Mutter. Hildegard gewöhnt sich an den strengen Klosteralltag und wird mehr und mehr Juttas engste Vertraute. Als diese stirbt, wird Hildegard zur neuen Oberin gewählt. Sie vertraut dem Benediktinermönch Volmar an, dass sie seit frühester Kindheit Visionen empfängt, aus Angst über deren Auslegung aber geschwiegen hat. Volmar ermutigt Hildegard darüber zu sprechen und schließlich erhält sie die Erlaubnis ihre göttlichen Eingebungen niederzuschreiben und zu veröffentlichen. Hildegard beginnt mehr und mehr für ihre Überzeugungen einzustehen und macht sich innerhalb der Kirche damit nicht nur Freunde. Zur endgültigen Zerreißprobe mit dem Abt von Disibodenberg kommt es, als Hildegard ihr eigenes Kloster begründen will. Dank mächtiger Verbündeter bekommt sie schließlich ihren Willen, doch der Aufbau eines neuen Klosters aus dem Nichts bringt innerhalb der Nonnen weitere Konflikte. Erneut sieht sich Hildegard Anfeindungen ausgesetzt und der Anschuldigung ihre Visionen schicke der Teufel...

Schauspieler

Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen Barbara Sukowa, Alexander Held, Heino Ferch, Paula Kalenberg, Hannah Herzsprung, Mareile Blendl, Nicole Unger, Tristan Seith, Katinka Auberger, Lena Stolze, Sunnyi Melles

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 2 von 5 Ms Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen „Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“, oder: Warten auf die Pilger, die irgendwie nie auftauchen. Hildegard von Bingen soll zu ihrer Zeit eine gefragte Frau gewesen sein, streitbar, sehr belesen und in ständiger Korrespondenz mit den Mächtigen der Kirche und des Adels. Auch auf dem Gebiet der Heilkunst war ihr Wissen für die damalige Zeit bahnbrechend. Zudem war sie eine gute Musikerin. Wirklich schade, dass der Zuschauer dies nur als Randnotiz vermittelt bekommt. Selten war es so tragisch, wenn ausgezeichnete Schauspieler so wenig zu tun bekommen, wie in diesem Fall. Barbara Sukowa ist eine charismatische Hildegard, die verstehen lässt, was diese Nonne so besonders gemacht hat. Nur leider hat sie selten Gelegenheit ihr Können voll auszuspielen. Es gibt einfach keine wirklichen Höhepunkte oder Zuspitzungen, die Raum dafür böten. Der Film umschifft, in dem Versuch so viel wie möglich aus ihrem Leben unterzubringen, sämtliche Konflikte und Kämpfe, die Hildegard von Bingen ob ihrer Auffassungen sicherlich zu bestreiten hatte, zugunsten ausführlicher Sequenzen, in denen sie im Garten oder im Kreuzgang wandelt, im Kreis ihrer Mitnonnen weilt oder ihre Zeit ihrem besonderen Schützling Richardis widmet. Eine gepflegte Langeweile macht sich breit, denn immer, wenn ein Problem am Horizont erscheint, ist es „schnips“ auch schon wieder aus der Welt geschafft. Minute um Minute bekommt man im Kinosessel mehr und mehr das Gefühl, dass Margarethe von Trotta an den wirklichen Knackpunkten im Leben der Hildegard von Bingen, an ihren Auseinandersetzungen, ihren Kämpfen nicht rühren wollte. So werden sicherlich wichtigen Punkte wie zum Beispiel die Durchsetzung eines eigenen Frauenklosters behandelt, aber in ihrer Bedeutung für Politik und Kirche nicht in den großen Gesamtzusammenhang gestellt.

„Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ - Bereits der Titel weckte falsche Erwartungen, denn auch die Brisanz der göttlichen Eingebungen, die Hildegard hatte, wird nicht klar herausgearbeitet. Man erahnt mehr, als dass man vermittelt bekommt, mit was sich die erleuchtete Nonne so alles befasste. Mit welchen Anfeindungen oder Ketzereivorwürfe sie zu kämpfen hatte, muss man auch eher zwischen den Zeilen erspüren. Hildegard von Bingen war eine Frau, die in einer von Männern dominierten Welt den Menschen in vielen Dingen weit voraus war. Sie stand für ihre Überzeugung auch gegen Widerstände ein. Es wäre schön gewesen nicht nur von der in sich gekehrten, erleuchteten und immer von Krankheiten gebeutelte Hildegard etwas zu sehen, sondern auch mehr von der kämpferischen Frau. Leider hat uns Margarethe von Trotta diese Vision verwehrt.

Wissenswertes

Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen Hildegard von Bingen lebte von ca. 1098 – 1179. Sie gehört zu den bedeutendsten und faszinierendsten Frauenfiguren des Mittelalters. Sie war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Ihre Visionen wurden von Papst Eugen III anerkannt und Kaiser Friedrich Barbarossa hörte auf ihren Rat.



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