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So glücklich war ich noch nie
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Regie
Alexander Adolph
Drehbuch
Alexander Adolph
Produzenten
Ernst Ludwig Ganzert, Milena Maitz
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 88 min Land Deutschland Kinostart 09.04.2009 DVD-Start 16.10.2009 Verleih Kinowelt |
Story
Trickbetrüger Frank hat bereits etliche Vorstrafen, doch er kann es einfach nicht bleiben lassen: Als er in einem Modegeschäft einer bildhübschen Frau begegnet, schlüpft er in die Rolle eines wohlhabenden Mannes, der vorgibt der Frau durch seinen Reichtum alles ermöglichen zu können. Dieser scheinbar einfache Flirt wird Frank aber schnell zum Verhängnis. Als er mit der Kreditkarte eines Fremden an der Kasse bezahlen will, wird er gefasst und zwei Jahre hinter Gitter gesperrt. Als er entlassen wird, begegnet er zufällig wieder Tanja, der bildhübschen Frau, und verfällt sofort in alte Verhaltensmuster, um ihr Herz zu erobern. Die Lage ist jedoch verzwickter, als Frank es angenommen hat. Tanja ist eine hoch verschuldete Hure, die an ihren Arbeitgeber gebunden ist. Um ihr ein sorgenfreies Leben in Freiheit zu ermöglichen, muss er daher nicht nur ihr Herz erobern, sondern sie auch noch aus dem Bordell freikaufen…
Schauspieler
Nadja Uhl, Devid Striesow, Jörg Schüttauf, Floriane Daniel, Thorsten Merten, Elisabeth Trissenaar
Filmkritik von Kathrin Lang
Nachdem uns Regisseur und Drehbuchautor Alexander Adolph bereits 2007 mit „Die Hochstapler“ eine Dokumentation über Trickbetrüger in die Kinos brachte, knüpft er 2009 nun thematisch an den Vorgänger an und behandelt in seinem Spielfilmdebüt „So glücklich war ich noch nie“ das gleiche Themengebiet, in einem nun aber fiktiven Raum. Bei der Inszenierung legt Adolph sein Hauptaugenmerk klar auf die Zeichnung der Charaktere. Während die Welt rund um diese Geschichte in gemächliche Langsamkeit eintaucht, gewinnt „So glücklich war ich noch nie“ durch seine Figuren und deren Darstellung wahre Intensität. Es sind vor allem die Mechanismen, die Hochstapler dazu antreiben in eine andere Haut zu schlüpfen, die Adolph in den Mittelpunkt seiner Figurenzeichnung stellt. Protagonist Frank wird getrieben von dem Wunsch nach einem anderen, sorgenfreien Leben. Dabei wird ihm die Annahme, dass man durch blendendes Aussehen und haufenweise Geld zu seinem Lebensglück findet, gleichzeitig zu seinem Verhängnis und seiner Erfüllung. Diese Gratwanderung verbildlicht Darsteller Devid Striesow grandios, indem er seine Figur Frank mal fröhlich-enthusiastisch, mal traurig-melancholisch darstellt. Immer aber schwebt das Bewusstsein für die Fehlerhaftigkeit seines Handelns mit. Gerne würde er aus seinen krankhaften Verhaltensmustern ausbrechen und zu einem normalen Bewusstsein für sich und seine Umwelt zurückfinden – doch zu tief sitzt der Wunsch nach einem anderen Leben. Devid Striesow zur Seite steht die wundervolle Nadja Uhl, die mit ihrer Darstellung der Hure Tanja einmal mehr ihr schauspielerisches Können vorführt. Mit der Verkörperung beweist sie erneut ihr Talent für eine intensive Charakterdarstellung, die unter die Haut geht. Ihr durchschauender Blick entspricht dem des Zuschauers, der ebenso wie sie nur schwer nachvollziehen kann, warum niemand das heimtückische Spiel Franks durchschaut. Doch unterbinden will auch sie sein Handeln nicht – genau so wenig wie der Zuschauer, der Franks Lebensart insgeheim gut verstehen und in den Grundzügen sogar akzeptieren kann.
Mit „So glücklich war ich noch nie“ erzählt Alexander Adolph eine intensive Geschichte, die in ihrer stillen Melancholie dazu einlädt, das Leben einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dabei gelingt ihm vor allem die Gratwanderung zwischen Abscheu und Akzeptanz gegenüber dem Verhalten des Protagonisten und gipfelt letztlich in einer ebenso unvorhersehbaren wie erschreckenden Erkenntnis.
