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Der Informant!
The Informant
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Regie
Steven Soderbergh
Drehbuch
Scott Z. Burns
Produzent
Gregory Jacobs
Genre Thriller FSK 12 Filmlänge 108 min Land USA Kinostart 05.11.2009 DVD-Start 05.03.2010 Verleih Warner Bros. Pictures Germany |
Story
In dem Großkonzern ADM hätte Mark Whitacre eine große Karriere bevorgestanden. Schon jetzt hat er eine der oberen Positionen inne, darf Geschäftsreisen um die halbe Welt tätigen und kann sich und seiner Familie damit ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Dann verrät er seinen Arbeitgeber wegen illegalen Preisabsprachen jedoch ans FBI. Über zwei Jahre hinweg nimmt er Preisverhandlungen zwischen ADM und anderen Konzernen auf Tonbänder auf, die er im Nachhinein dem FBI übergibt. Als das Verfahren gegen ADM gerade richtig ins Rollen gebracht werden soll, stellt sich jedoch heraus, dass der Hauptzeuge Whitacre selbst Dreck am Stecken hat. Dies gefährdet die jahrelange Arbeit des FBIs und fördert zudem noch mehr krumme Geschäfte zutage.
Schauspieler
Matt Damon, Melanie Lynskey, Patton Oswalt, Scott Bakula, Thomas F. Wilson, Frank Welker, Tony Hale, Joel McHale, Mike O'Malley, Candy Clark, Eddie Jemison, Rusty Schwimmer, Scott Adsit, Arden Myrin, Richard Steven Horvitz, Paul F. Tompkins, Rick Overton
Filmkritik von Kathrin Lang
„Jeder in diesem Land ist bereits Opfer eines Wirtschaftsverbrechens, wenn er sein Frühstück beendet hat.“ Ein sehr markanter Satz, der gleich zu Beginn des Filmes fällt und einen spannenden Thriller einzuläuten verspricht, der korrupte Machenschaften und Industriespionage ins Zentrum seines Geschehens rückt. Soweit hört sich alles noch nach einem typischen Thriller seiner Art an, wie wir ihn in den vergangenen Jahren schon unzählige Male auf der Leinwand erleben durften. Schon sehr bald entpuppt sich Steven Soderbergh´s „Der Informant!“ jedoch als ein ausgefallenes Stück Zelluloid, das ein eigentlich bekanntes Thema ganz neu anpackt. Wo andere Regisseure das Thema ernsthaft abgehandelt haben, beleuchtet Soderbergh seinen Spionagethriller aus einer irrwitzigen Perspektive, die die eigentliche Ironie der Geschichte in seiner ausgefallenen Inszenierung hervorragend versinnbildlicht.
Zentral ist dabei vor allem Hauptfigur Mark Whitacre, der sich im Fortlauf der Geschichte auf irgendeine abstruse Art und Weise vom Anti-Helden im besten Sinn, zu einem wahren Helden entwickelt. Seine innere Gespaltenheit, die Absurdität die von seiner Person und seinem Handeln ausgeht, ist mit der gelungenste Streich des ganzes Filmes. Begleitet von einer Stimme aus dem Off, darf der Zuschauer den verworrenen Gedankengängen von Mark Whitacre folgen. Mitten in wichtigen Verhandlungen beginnt er auf einmal in Form innerer Monologe über Krawatten oder Flugmeilen zu sinnieren. Das ist lustig, sehr sogar. Bis man das versteht, dauert es jedoch einige Szenen. Nicht von Anfang an ist klar, welches Spiel hier eigentlich gespielt wird. Die Optik, nostalgisch erinnernd an diverse TV-Serien aus den tiefen 90er Jahren, und der Soundtrack, ebenfalls tief ausgegraben aus der Musikschublade irgendeines vorangegangenen Jahrzehnts, sind zunächst gewöhnungsbedürftig und nur schwer mit dem schrägen Humor in Einklang zu bringen. Durchschaut man jedoch Steven Soderbergh und seine gefuchste Herangehensweise an diesen Stoff, darf man sich auf einen Film gefasst machen, der nicht nur mit tollem und in dieser Form lange nicht mehr da gewesenem Humor hantiert, sondern auch in seiner ganzen Inszenierung vollkommen neuartig wirkt.
Dass „Der Informant!“ so gut funktioniert, liegt nicht zuletzt an Hauptdarsteller Matt Damon. Satte 15 Kilo hat der Schauspieler zugenommen, um sich möglichst perfekt dem Vorbild seiner Rolle anzupassen. Und tatsächlich: Matt Damons aufgequollenes Äußeres fügt sich hervorragend dem Charakter seiner Rolle. Rundliches Gesicht, breites Kreuz, kaum erkenntliches Toupet – fertig ist Mark Whitacre, sicherlich eine der interessantesten Figuren, die Matt Damon in den vergangenen Jahren darstellen durfte. Da ist es weiter kaum mehr verwunderlich, dass Regisseur Soderbergh von Anfang an Matt Damon für diese Rolle gewinnen wollte. Besser hätte man es nur schwer treffen können.
Irgendwo zwischen Mainstream und Independentkino, beschert uns Steven Soderbergh mit „Der Informant!“ eine tolle (Thriller-)Komödie, die man zwar leider nicht von Anfang an durchschaut, die im Nachhinein aber umso mehr Freude bereitet.
Die wahre Geschichte zu „The Informant!“ wurde erstmals in einem Buch von Kurt Eichenwald umfassend dargestellt. 