Eine Weihnachtsgeschichte

A Christmas Carol

Filmplakat Eine Weihnachtsgeschichte
Regie Robert Zemeckis  Drehbuch Robert Zemeckis  Produzenten Steve Starkey, Robert Zemeckis, Jack Rapke 
Genre Animation  FSK 12  Filmlänge 96 min
Land USA  Kinostart 05.11.2009  DVD-Start 18.11.2010  Verleih Walt Disney Pictures

Story

Ebenezer Scrooge ist ein Geizhals, wie er fürchterlicher und hartherziger nicht sein könnte. Er lebt im viktorianischen London und besitzt Geld in Hülle und Fülle. Doch niemand hat etwas von diesem alten Mann zu erwarten – seine Mitmenschen sind ihm herzlich gleichgültig, ihn interessiert nur, wie er zu noch mehr Geld kommen könnte. Familiensinn und Lebenslust sind ihm völlig fremd, seine Raffgier hingegen ist unendlich. In einer verschneiten Weihnachtsnacht begegnet Scrooge dem Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, der nicht weniger hartherzig und geschäftstüchtig war. Marleys Geist fleht Ebenezer an, sein Leben zu ändern, bevor es zu spät ist, bevor auch er sein Seelenheil endgültig verspielt hat.

Marley kündigt seinem alten Freund den Besuch dreier Weihnachtsgeister an, was dieser natürlich für Unsinn hält. Aber tatsächlich erscheinen die drei angekündigten Geister nacheinander: Der erste ist der Geist der vergangenen Weihnacht, der Scrooge zeigt, wie er früher einmal war, bevor er zu dem wurde, was er jetzt ist. Der zweite Geist, der Geist der gegenwärtigen Weihnacht, führt den alten Mann zu all den Menschen, die er immer nur benutzt und schlecht behandelt und die es trotzdem nicht aufgeben, immer wieder auf ihn zuzugehen. Der dritte Geist schließlich, der Geist der künftigen Weihnacht, zeigt Scrooge, wohin ihn der Weg führen wird, wenn er sein Leben nicht schleunigst ändert. Doch kann Ebenezer das Ruder jetzt noch herumreißen? Wird es ihm gelingen, endlich ein wahrhaftiges Weihnachten zu feiern?

Schauspieler

Eine Weihnachtsgeschichte Jim Carrey, Gary Oldman, Colin Firth, Bob Hoskins, Robin Wright, Cary Elwes, Fionnula Flanagan, Callum Blue, Daryl Sabara, Molly C. Quinn, Fay Masterson, Lesley Manville

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 3 von 5 Ms Eine Weihnachtsgeschichte Wer kennt sie nicht, Charles Dickens wunderschöne und berührende Geschichte von Ebenezer Scrooge, dem hartherzigen Geizhals, der seinen Angestellten ausbeutet und für wirklich niemanden ein freundliches Wort übrig hat? Schon etliche Verfilmungen gibt es zu diesem Stoff und diesmal versucht sich Oscar-Preisträger Robert Zemeckis an einer 3-D-Adaption der viktorianischen Weihnachtsgeschichte. Nach „Der Polarexpress“ und „Die Legende von Beowulf“ ist dies bereits der dritte Film des Regisseurs im Performance-Capture-Verfahren. Zugegeben, von dem Moment an, wo man die 3-D-Brille auf die Nase setzt, ist man auch schon mittendrin in der verschneiten Vorweihnachtszeit des viktorianischen London. Dieser Streifen verfügt über großartige Effekte und fast schon glaubt man, dass einem Schneeflocken vor den Augen umhertanzen oder man zusammen mit Ebenezer über die Dächer Londons rast. Die einzelnen Sequenzen und Bilder sind zweifelsohne beeindruckend – doch leider wirkt das Ganze zu gewollt, zu gemacht. Unwillkürlich hat man das Gefühl, dass hier der Zauber und der Charme dieser großartigen Geschichte auf Kosten von Technik und Effekten auf der Strecke bleiben. Hinzu kommt, dass der Zuschauer in eine ziemlich amerikanisch anmutende Stadt entführt wird, die wahrlich wenig mit Dickens´ London zu tun hat.

Die Figuren in diesem 3-D-Film bleiben alles in allem ziemlich flach und ohne Tiefe. Egal, ob nun Jim Carrey, Colin Firth, Gary Oldman oder Robin Wright – sie wirken eher platt und eindimensional und erinnern weniger an Menschen denn an Trickfiguren. Der Sinn dieser Geschichte, der ja in Dickens´ Buch eher zwischen den Zeilen angesiedelt ist, wird hier geradezu plakativ dargestellt, so dass auch die allergrößte Dumpfbacke versteht, was die Moral dahinter ist. Wirkliche Emotionen kommen nur selten auf und auch die drei Geister verfügen über keinen Tiefgang. Gegen Ende fühlt man sich dann mehr in einem amerikanischen Comic-Filmchen, als in einer Charles Dickens-Adaption. Auch dass gleich in der ersten Szene Scrooges toter Freund Marley mit Kinnbinde im Sarg gezeigt wird, trägt wenig zur Glaubhaftigkeit des Streifens bei und sollte alle Eltern davon abhalten, ihren Nachwuchs mit ins Kino zu nehmen. Unterm Strich kann man sagen, dass „Walt Disney´s Eine Weihnachtsgeschichte“ für all jene ein Fest sein wird, die mit 3-D-Brille im Kino sitzen und gute Effekte genießen wollen, aber weniger Wert auf eine runde Dramaturgie und ausgefeilte Charaktere legen.

Wissenswertes

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