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Redacted
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Regie
Brian De Palma
Drehbuch
Brian De Palma
Produzenten
Mark Cuban, Jason Kliot, Simone Urdl, Joana Vicente, Todd Wagner, Jennifer Weiss
Genre Drama FSK 18 Filmlänge 87 min Land USA,2007 DVD-Start 06.02.2009 Verleih Kinowelt |
Story
Der Alltag der US-Truppen im Irak im Jahr 2006 ist von tödlicher Langeweile und Eintönigkeit geprägt. Ständig in Alarmbereitschaft und doch nie wirklich etwas Sinnvolles zu tun. Die Umstände zerren an den Nerven der Truppe. Als der Chef einer Kontrollposteneinheit in Samarra von einer Bombe zerfetzt wird, beginnen seine Männer sich weiter in den Hass auf die Einheimischen und die Rebellen hineinzusteigern. Jeder wird zum Feind. Eines Nachts verlassen ein paar von ihnen den Stützpunkt und dringen gewaltsam bei einer irakischen Familie ein, vergewaltigen die 15jährige Tochter und erschießen anschließend die gesamte Familie. Während die internen Ermittlungen eher schleppend vorangehen, löst das Ereignis bei den irakischen Rebellen eine Rachewelle aus.
Schauspieler
Kel O'Neill, Ty Jones, Daniel Sherman, Izzy Diaz, Rob Devaney, Patrick Carroll, Mike Figueroa, Paul O'Brien
Filmkritik von Melanie Frommholz
Brian De Palmas Film, der ein dunkles Kapitel der Besatzung der US-Truppen im Irak beleuchten will, soll nicht zuletzt durch die Aufmachung einer pseudodokumentarischen Aufzeichnung, gepaart mit Berichterstattungselementen und Internetaufzeichnungen eine erschreckende Realität erzeugen. Dabei widmet sich der Filmemacher der kritischen Frage nach objektiver Berichterstattung und der Macht der „richtigen“ Bilder ebenso, wie der schwindenden Moral der US-Truppen, die zwischen mörderischer Langeweile und tödlicher Eintönigkeit pendelt. Wütend prangert er seichte Ermittlungsmethoden an, wenn der Verdacht besteht, ein Soldat könnte sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben und ruft nachdrücklich ins Gedächtnis, was ziviler Kollateralschaden tatsächlich bedeutet: Menschen, die leiden, verstümmelte, tote Kinder, vergewaltigte Frauen und Mädchen. Psychisch nicht gefestigt Soldaten werden in ein Land geschickt, das sie nur von der Landkarte her kennen, und ihr Handeln bestimmt später das Bild, welches die Iraker von den USA bekommen. Aber auch welche Männer da aus der Hitze des Nahen Ostens in die Staaten heimkehren, will der Film aufzeigen. Ja, Brian De Palma hat seiner Wut mit diesem Film wahrlich Luft gemacht. Ungeschönt und realistisch wollte er den Kriegseinsatz zeigen und die Opfer auf beiden Seiten in Erinnerung rufen. Schade nur, dass er bei der optischen Umsetzung nicht ein wenig mehr an den Zuschauer gedacht hat. Der pseudodokumentarische Stil macht es einem schwer, in die Geschichte zu finden. Man baut zu den Protagonisten nicht wirklich eine Beziehung auf, und auch das Leiden der Zivilbevölkerung bleibt seltsam fremd. Da helfen auch keine gezielt platzierten Schockmomente oder brutalen Bilder von zerfetzten Leichen. In seinem Anspruch auf eine kritische Auseinandersetzung mit dem US-Einsatz im Irak ist „Redacted“ sicherlich ein ehrenwertes Projekt, fraglich ist allerdings, ob Brian De Palma mit seinem Weg, die Geschichte umzusetzen auch die Herzen der Menschen tatsächlich erreicht.
Der Film gewann 2007 den Silbernen Löwen von Venedig für die beste Regie. 