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Woche für Woche (TV)
Woche für Woche
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Regie
Martin Gies
Drehbuch
Silke Zertz
Produzent
Dagmar Rosenbauer
Genre Tragik-Komödie Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2009 Verleih WDR |
Story
Miriam und Paul haben beschlossen, sich zu trennen. Keine große Sache eigentlich, wenn da nicht der gemeinsame Sohn Felix wäre. Der Achtjährige muss sich damit abfinden, dass er von nun sein Leben aufteilen muss: Eine Woche ist er bei Papa, eine bei Mama. Die Sorge, wo denn von nun an seine Ritterburg steht, ist dabei noch die geringste. Felix’ Leben scheint von nun an von Chaos bestimmt zu sein, er hat jetzt zwei Zimmer, zwei Betten und zwei völlig unterschiedliche Freundeskreise. Der Junge kommt mit der neuen Situation überhaupt nicht klar, und Miriam und Paul sind nur damit beschäftigt, zusammen zum Therapeuten zu gehen und sich gegenseitig mit Vorwürfen und Anschuldigungen zu überhäufen. Dass es Felix richtig schlecht geht, seine schulischen Leistungen in den Keller gehen und er nicht mehr weiß, wohin er eigentlich gehört, scheint niemand zu bemerken. Schließlich findet der Junge ein Ventil, um zu zeigen, was eigentlich in ihm vorgeht – doch ob die Erwachsenen die Sprache eines Achtjährigen überhaupt verstehen?
Schauspieler
Tanja Wedhorn, Hans-Jochen Wagner, Jannis Michel, Ulrich Gebauer, Tessa Mittelstaedt, Anna Görgen, Dominic Boeer
Filmkritik von Stefanie Rufle
Trennung, Scheidung der Eltern und das große Leid der Kinder – diese Themen wurden in zahllosen Filmen schon zigmal behandelt. Doch Regisseur Martin Gies hat sich entschieden, das Drama einer Scheidung aus Kindersicht zu erzählen. So wurde „Woche für Woche“ zu einem äußerst sensiblen Film, der Probleme schildert, die in der Erwachsenenwelt oft gar nicht wahrgenommen werden. Wen interessiert es schon, was in einem Achtjährigen vorgeht, wenn er plötzlich der neuen, splitternackten Freundin des Vaters im Bad gegenübersteht? Wer macht sich Vorstellungen davon, was es für ein Kind bedeutet, sich in einem neuen Stadtteil Freunde zu machen – nur um sie in der Woche darauf schon wieder gegen andere austauschen zu müssen? Kann man sich überhaupt vorstellen, wie schwer es ist, seine Liebe plötzlich zwischen Mama und Papa aufteilen zu müssen? All diese Fragen kommen in anderen Filmen dieser Art eher zu kurz, zumeist stehen die Beziehungsprobleme der Erwachsenen im Vordergrund. Gies gelingt es, mit seinem großartigen Hauptdarsteller, dem zehnjährigen Jannis Michel, genau das widerzuspiegeln, was die Scheidung der Eltern für Kinder so schwer macht. Auf berührende Art und Weise schafft er so ein Plädoyer für die Kinder und appelliert dabei vor allem an die Vernunft der Erwachsenen. Denn nur sie haben es in der Hand, eine Trennung so zu vollziehen, dass ein Kind möglichst wenig Schaden dabei nimmt. Vor allem auch den überzeugenden Darstellern ist es zu verdanken, dass „Woche für Woche“ ein zwar sehr ernster und nachdenklich stimmender Film ist, der aber andererseits auf leichte und humorvolle Weise eine Geschichte erzählt, wie sie sich in Deutschland nur allzu oft genauso abspielt.
