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Die Nacht des Jägers
The Night of the Hunter
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Regie
Charles Laughton
Drehbuch
James Agee
Produzent
Paul Gregory
Genre Thriller FSK 12 Filmlänge 93 min Land USA Kinostart 17.03.1956 DVD-Start 17.05.2001 Verleih MGM |
Story
Der selbsternannte Wanderprediger Harry Powell zieht mordend durch die amerikanische Provinz. Als er erfährt, dass ein zum Tode verurteilter Bankräuber die Beute seines letzten Überfalls vor seiner Festnahme in Sicherheit bringen konnte, wittert er seine Chance. Nach der Hinrichtung macht sich Powell an die Witwe des Mannes heran und heiratet sie. Als er erkennt, dass nur ihre beiden Kinder wissen, wo das Geld versteckt ist, beginnt ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit ungleichen Voraussetzungen. Bald müssen die Kinder um ihr Leben bangen...
Schauspieler
Robert Mitchum, Shelley Winters, Peter Graves, Lillian Gish, Evelyn Varden, Billy Chapin, Sally Jane Bruce, Don Beddoe, James Gleason
Filmkritik von Achim Lay
Lange bevor Norman Bates und Hannibal Lecter ihren Schrecken auf der Leinwand verbreiteten, erschien Harry Powell auf der Bildfläche. Der frauenmordende Wanderprediger mit den auf die Fingerknöchel tätowierten Worten L-O-V-E und H-A-T-E, von Robert Mitchum mit teuflischer Intensität verkörpert, hätte es durchaus verdient, in die Gallerie der oben genannten Filmbösewichte eingereiht zu werden. Ähnlich wie Bates und Lecter ist er facettenreicher und nicht so eindimensional wie viele der nachfolgenden Massenmörder angelegt. Wie er Menschen manipulieren kann, sie umschmeichelt und im nächsten Augenblick sein wahres, sadistisches Gesicht zeigt ist schlichtweg genial. Leider war Charles Laughtons einzige Regiearbeit seiner Zeit um Jahre voraus und stieß mit seiner eigenwilligen Optik bei Kritik und Publikum auf schulterzuckendes Unverständnis. Vielen Kinogängern der nachfolgenden Generationen ist der wahnsinnige "Reverend" Powell, der sich seine ganz eigene Interpretation von Gottgläubigkeit erschaffen hat, leider kein Begriff. Laughtons am deutschen Expressionismus der zwanziger Jahre orientierter Thriller bietet eine gespenstische, beinahe unwirkliche Atmosphäre, die einen unwillkürlich an
Alpträume aus der Kindheit erinnert. Von bedrohlicher Musik untermalt, enthält der Film einige bemerkenswert-surreale Bildsequenzen, die den Zuschauer noch lange nach dem Abspann verfolgen. Wer den Film gesehen hat, wird bei jedem Betreten der Kellertreppe unweigerlich die Stimme Harry Powells’ vernehmen...
Wissenswertes
In der Rolle der furchtlosen Mrs. Cooper ist die Stummfilmdiva Lillian Gish zu sehen, die in Klassikern wie "Geburt einer Nation" und "Intolerance" mitwirkte und erst 1993 im Alter von 99 Jahren verstarb. "Bankräuber" Peter Graves war in den 70er Jahren als Jim Phelps in der TV-Serie "Kobra, übernehmen Sie.." zu sehen.
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