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Die Geschichte der Nana S.
Vivre sa Vie: Film en douze tableaux
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Regie
Jean-Luc Godard
Drehbuch
Marcel Sacotte, Jean-Luc Godard
Produzent
Pierre Braunberger
Genre Drama FSK 18 Filmlänge 83 min Land Frankreich Kinostart 02.10.1962 DVD-Start 01.12.2006 Verleih Neue Visionen |
Story
Paris zu Beginn der sechziger Jahre. Die junge Nana hat ihren Mann und ihr Kind verlassen. Sie arbeitet in einem Schallplattenladen, will aber ihr Glück als Schauspielerin versuchen. Sie trifft sich mit verschiedenen Männern. Einer soll Fotos von ihr veröffentlichen. Doch keine ihrer vagen Hoffnungen lässt sich realisieren. Als sie auch noch ihre Wohnung verliert, ist ihr Weg in die Prostitution vorgezeichnet. Die Abwärtsspirale scheint unaufhaltsam.
Schauspieler
Anna Karina, Sady Rebbot, André S. Labarthe, Guylaine Schlumberger, Gérard Hoffman, Monique Messine, Paul Pavel, Dimitri Dineff, Peter Kassovitz, Eric Schlumberger, Brice Parain
Filmkritik von Achim Lay
Godard. Der Name allein genügt, die cineastischen Herzen höher schlagen zu lassen. „Die Geschichte der Nana S.“ ist zweifellos ein Paradebeispiel für die radikale Revolutionierung des Mediums Film durch die Regisseure der Nouvelle Vague. In kompromisslosen, ungeschminkten Bildern, zeigt Godard das Leben der jungen Nana als Drama in zwölf Akten. Stellvertretend für eine ganze Generation, etwa fünfzehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, irrt die junge Frau orientierungslos durch die französische Metropole. Sie ist eine Suchende. Doch ohne eine Definition ihrer Hoffnungen und Ziele, ja ohne eigene Identität ist ihr Weg in seiner Aussichtslosigkeit vorbestimmt. Als sie schließlich ihren Körper verkauft, ist dies auch ein Ausverkauf der Seele; bis der letzte, unvermeidliche Akt sie erlöst. Jenseits der klassischen, narrativen Erzählweise gelingt Godard ein desillusioniertes Porträt einer rastlosen, getriebenen Frau, die ohne erkennbare Motivation alle bürgerlichen Konventionen hinter sich lässt und einen hohen Preis dafür zahlt. Wie die Musik, die fast in jedem Kapitel einsetzt, um plötzlich und unvermittelt zu verstummen, ergeht es Nana, die nicht weiß wohin und vor allem zu wem sie gehört. Alle Versuche, sich den Männern, die ihr begegnen anzunähern, ersticken bereits im Ansatz. Wenn die Kamera ihr hübsches, trauriges Gesicht in zahllosen Großeinstellungen einfängt, hat man das Gefühl, sie sei allein. Isoliert von den Mitmenschen inmitten der bevölkerten Metropole. Der Film kann getrost als Meilenstein des Arthaus-Kinos und cineastischer Leckerbissen bezeichnet werden. Für Filmstudenten und Liebhaber der filmischen Geschichte ist er ein absolutes Muss. Alle anderen Filmfreunde sollten sich dem Film mit Bedacht nähern.
Der Film wurde im französischen Original mit englischen Untertiteln gesehen.
