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Geliebtes Leben
Life, Above All
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Regie
Oliver Schmitz
Drehbuch
Dennis Foon, Oliver Schmitz
Produzent
Oliver Stoltz
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 105 min Land Südafrika, Deutschland Kinostart 12.05.2011 DVD-Start 11.11.2011 Verleih Senator Film |
Story
Die 12jährige Chandra blickt in eine gute Zukunft. In der Schule gehört sie zu den Besten und in ihrer Familie ist sie liebevoll aufgefangen. Chandras Mutter Lillian und ihr Stiefvater haben zwar nicht viel Geld, aber sie versuchen ihren Kindern im ländlichen Township Elandsdoorn in der südafrikanischen Provinz ein schönes Zuhause zu bieten. Chandras Leben ändert sich massiv, als ihre einjährige Schwester Sara stirbt. Angeblich an den Folgen einer schweren Grippe, doch Chandra bemerkt, dass die Nachbarn zunehmend Abstand zu der Familie halten. Als Chandras Stiefvater Jonah plötzlich verschwindet und ihre Mutter auch noch krank wird, muss Chandra sich um alles kümmern. Die Nachbarin Mrs. Tafa schärft Chandra ein, nicht über die Krankheit der Mutter zu sprechen und mischt sich immer weiter in das Leben der Familie ein. Chandra hasst das. Die neugierige Mrs. Tafa ist ihr unsympathisch. Nach und nach wird ihr klar, dass alle Veränderungen mit der geheimnisvollen Krankheit von Lillian zu tun haben. Sie beschließt das Schweigen nicht länger hinzunehmen und beginnt Fragen zu stellen.
Schauspieler
Khomotso Manyaka, Lerato Mvelase, Harriet Manamela, Keaobaka Makanyane, Aubrey Poolo, Kgomotso Ditshweni
Filmkritik von Melanie Frommholz
Die Diagnose HIV-positiv ist ein Todesurteil. Noch immer! Mit dem körperlichen Verfall der Betroffenen geht die gesellschaftliche Ächtung einher. Das gilt besonders für das südliche Afrika. Hier wütet das Virus am stärksten. Scham, Angst und Ignoranz leisten der Verbreitung weiter Vorschub. Die Menschen versuchen die Krankheit aus ihrem Leben zu drängen, in dem sie die Kranken stigmatisieren und systematisch ausgrenzen, die Krankheit leugnen. Aufklärung ist daher wichtiger als je zuvor. Regisseur und Co-Drehbuchautor Oliver Schmitz ist in Kapstadt geboren und aufgewachsen und kennt die Dramen, die sich hier täglich in den Townships wiederholen. Mit seinem Film „Geliebtes Leben“ leistet er einen wichtigen Beitrag, AIDS zurück in das öffentliche Bewusstsein zu holen. Schmitz hat um den richtigen und stimmigen Einstieg in seine Geschichte gerungen. Man braucht einige Zeit, um sich in dem Gewirr von Personen und Zusammenhängen zurechtzufinden. Mehr und mehr schält der Filmemacher jedoch ein realistisches Bild des Lebens in Südafrika heraus, das frei ist von den stereotypen Bildern. Schmitz kreist das Tabuthema AIDS sehr gut weiter ein, bringt die Dinge auf den Punkt und bewegt, ohne auf die Tränendrüse zu drücken. „Geliebtes Leben“ beeindruckt in seinem Verlauf durch eine große Wahrhaftigkeit, die einen immer mehr für Chandras Geschichte einnimmt. Das Mädchen beeindruckt durch ihre Beharrlichkeit und rührt durch eine Menschlichkeit, die viele Erwachsene verloren haben. Getrieben von der großen Liebe zu ihrer Mutter tut sie gegen alle gesellschaftlichen Widerstände das, was ihr Herz ihr sagt und bricht so das Schweigen. Oliver Schmitz bündelt dies alles zu einem kraftvollen Film, der bewegt, es schafft unter die Oberfläche zu tauchen und trotz des ernsten Themas lebensbejahend zu sein.
Das Drehbuch basiert auf dem preisgekrönten Jugendbuch „Worüber keiner spricht“ von Allan Stratton.
