Der falsche Mann

The Wrong Man

Filmplakat Der falsche Mann
Regie Alfred Hitchcock  Drehbuch Maxwell Anderson, Angus MacPhail  Produzent Herbert Coleman 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 105 min
Land USA  Kinostart 03.08.1957  DVD-Start 12.11.2004  Verleih Warner Bros. Pictures Germany

Story

Christopher Emmanuel Ballestrero ist Barmusiker im New Yorker “Stork Club” und ein durch und durch unbescholtener Bürger. Lediglich die finanziellen Sorgen rauben ihm nachts hin und wieder den Schlaf. Als dann seine Frau Rose auch noch eine teure Zahnbehandlung machen lassen soll, weiß Manny nicht mehr, woher er das Geld nehmen soll. Deswegen sucht er eine Versicherungsgesellschaft auf, um eine Versicherung seiner Frau zu beleihen. Die dortigen Angestellten meinen, in ihm einen Mann wieder zu erkennen, der sie vor einiger Zeit ausgeraubt hat und verständigen die Polizei. Als Manny daraufhin abends vor seinem Haus verhaftet wird, weiß er nicht, wie ihm geschieht. Plötzlich muss er sich damit auseinandersetzen, dass ihm mehrere Raubüberfälle vorgeworfen werden und der redliche Mann hat keine Ahnung, wie er seine Unschuld beweisen soll, denn sämtliche Augenzeugen identifizieren ihn ohne jeden Zweifel.
Nachdem Manny gegen eine hohe Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, beginnt seine verzweifelte Suche nach Zeugen, die ihm ein Alibi geben können. Doch diese Suche gestaltet sich äußerst schwierig und zusehends versinkt Mannys Frau Rose in einer paranoiden Depression…

Schauspieler

Der falsche Mann Henry Fonda, Vera Miles, Anthony Quayle, Harold J. Stone, Charles Cooper, Lola D’Annunzio, Richard Robbins, John Heldabrand

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 4 von 5 Ms Der falsche Mann Die albtraumhaften Erlebnisse des Christopher Emmanuel Ballestro, die auf einer wahren Begebenheit beruhen sollen, faszinieren von der ersten Minute an. Ein offensichtlich braver Bürger findet sich plötzlich in den Mühlen von Polizei und Justiz wieder und hat keine Möglichkeit, seine Unschuld zu beweisen. Mit beklemmender Sachlichkeit inszeniert Hitchcock am Beispiel eines einfachen Mannes das Thema vom unschuldig Verdächtigen und macht dem Zuschauer eindringlich klar, wie wenig es braucht, um in den Fokus des Gesetzes zu geraten. Dabei ist es dem Regisseur gelungen, vor allem seinen Hauptdarsteller Henry Fonda grandios in Szene zu setzen. Stoisch und ohne jegliches Aufbegehren angesichts dessen, was man ihm antut, stellt Fonda den rechtschaffenen Durchschnittsbürger dar und überzeugt vor allem durch seine Mimik, die blankes Entsetzen, Hilflosigkeit und Angst widerspiegelt. An seiner Seite steht Vera Miles als Rose, die mit den Ereignissen nicht fertig wird und schließlich in eine Nervenklinik eingewiesen werden muss. Eine Rolle, die man der Schauspielerin nicht in jeder Sequenz abnehmen kann, zu übertrieben wirkt sie manchmal in ihrer Darstellung und bleibt damit deutlich hinter Henry Fonda zurück.

„Der falsche Mann“ ist sicherlich kein typischer Hitchcock, den für den Altmeister typischen Suspense sucht man hier vergeblich. Der Regisseur gewährt uns hier vielmehr einen düsteren Einblick in den verzweifelten Kampf um die Wahrheit eines zu unrecht Verdächtigten. Dabei ist dieses Drama aber dennoch von Anfang bis Ende spannend und mitreißend inszeniert. Auf den für Hitchcock typischen Cameo-Auftritt wartet man allerdings vergebens – der Regisseur spricht vielmehr den Prolog des Films.
Alles in allem ist „Der falsche Mann“ als ein weiteres, wenn auch gänzlich anderes, Meisterwerk Alfred Hitchcocks zu bezeichnen, das vor allem mit einem herausragend agierenden Henry Fonda zu punkten weiß.

Wissenswertes

Der falsche Mann Vera Miles war die von Hitchcock ausersehene Nachfolgerin Grace Kellys als Hitchcock-Schauspielerin schlechthin. Er nahm sie exklusiv unter Vertrag und kümmerte sich persönlich um ihr Image, ihre Garderobe und ihr Erscheinungsbild.
Hitchcock, Vera Miles und Henry Fonda unterhielten sich vor Beginn der Dreharbeiten mit den echten Balestreros, um eine möglichst große Realitätsnähe zu schaffen.



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