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Jules und Jim
Jules et Jim
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Regie
François Truffaut
Drehbuch
François Truffaut, Jean Gruault
Produzent
François Truffaut
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 107 min Land Frankreich Kinostart 24.02.1962 DVD-Start 05.03.2007 Verleih Concorde Film |
Story
Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der deutsche Student Jules und sein französischer Freund Jim lernen die selbstbewusste Catherine kennen. Die drei sind unzertrennlich und verbringen eine schöne, ausgelassene Zeit miteinander. Auch nach der Hochzeit mit Jules hegt Catherine starke Gefühle für Jim. Doch dann kommt der erste Weltkrieg und die unbeschwerte Leichtigkeit des Seins wird auf den blutigen Schlachtfeldern Europas zu Grabe getragen. Nach Kriegsende stattet Jim dem mittlerweile mit einer Tochter gesegneten Paar einen Besuch in deren Domizil nahe München ab. Doch von sporadischem Aufflackern jugendlicher Verspieltheit abgesehen, entwickelt sich aus der heiter-beschwingten "ménage à trois" eine "amour fou" jenseits aller Vernunft...
Schauspieler
Jeanne Moreau, Oskar Werner, Henri Serre, Marie Dubois, Vanna Urbino, Sabine Haudepin, Boris Bassiak, Anny Nelsen
Filmkritik von Achim Lay
Sein dritter abendfüllender Spielfilm entwickelte sich schnell zu François Truffauts größtem kommerziellem Erfolg. Geschickt verbindet er Elemente der Nouvelle Vague mit dem poetischen Realismus anderer zeitgenössischer Regisseure. Im Zentrum seiner Geschichte steht eindeutig Jeanne Moreau. Ihre Catherine ist eine außergewöhnliche Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist. Stark und emanzipiert ist sie sich ihrer Anziehungskraft auf Männer bewusst und setzt ihre weiblichen Reize sehr gezielt ein. Sie will alles und sie will es sofort. Ihrem Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung haben Jules und Jim nur wenig entgegenzusetzen. Dennoch gelingt es ihr nicht, ihr Leben so zu gestalten, dass sie ihr Glück in der Liebe findet. Was bleibt ist eine rastlose, getriebene Frau, deren vage Hoffnung auf sexuelle wie emotionale Erfüllung zunehmend schwindet und in purer Verzweiflung mündet. Schließlich ergibt sie sich ihren fatalistischen Neigungen, nimmt aber ihr Schicksal in die eigene Hand.
François Truffaut bewältigt den Balanceakt zwischen Heiterkeit und Melancholie mit Bravour. Seine mit innovativen Kameraeinstellungen gefilmten Szenen zu Beginn des Films bewirken ein überwältigendes Glücksgefühl. Sind auch die Augenblicke purer Lebensfreude vergleichsweise rar gesät, so tröstet die bittersüße, einfühlsame Musik den zutiefst bewegten Zuschauer über manch schwermütigen Moment hinweg. Läuft der Abspann, bleibt die Erkenntnis ein Meisterwerk der Poesie und großen Gefühle gesehen zu haben. Und die Gewissheit, dass François Truffaut uns ein Ende schenkt, das Raum für persönliche Interpretationen lässt.
