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Das Leben ist zu lang
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Regie
Dani Levy
Drehbuch
Dani Levy
Produzent
Manuela Stehr
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 86 min Land Deutschland Kinostart 26.08.2010 DVD-Start 11.03.2011 Blu-ray-Start 11.03.2011 Verleih X -Verleih |
Story
Alfi Seligers Leben scheint in eine Sackgasse zu laufen: Er ist Filmemacher, doch keiner will sein neues Projekt, an dem er fünf Jahre seines Lebens gearbeitet hat, in seinem Sinn verfilmen. Von seiner Tochter wird er schon als arbeitslos bezeichnet, während seine Frau ihn seit zwei Jahren heiter betrügt. Nach und nach gerät Alfi immer tiefer in einen Strudel aus Verzweiflung. Als ihm auch sein Therapeut nicht mehr weiterhelfen kann, hegt er letztlich erste Suizidgedanken. Als Alfi dann tatsächlich zur Flasche und den Tabletten greift, wacht er nach drei Tagen im Koma wieder auf, um festzustellen, dass sein Leben fortan wie im Bilderbuch verläuft. Seine Frau kehrt zu ihm zurück, sein pubertierender Sohn sorgt sich liebevoll um sein Wohlergehen und auch sein Produzent scheint auf einmal von Alfis Drehbuch begeistert zu sein. Besser könnte es nicht laufen. Aber: Ist das auch alles echt?
Schauspieler
Markus Hering, Meret Becker, Veronica Ferres, Yvonne Catterfeld, Gottfried John, Hans Hollmann, Justus von Dohnanyi, Heino Ferch, Elke Sommer, Udo Kier, Kurt Krömer, Steffen Groth
Filmkritik von Kathrin Lang
„In einem guten Film kann ich alles um mich herum vergessen, ich erlebe die Geschichte wie einen eigenen Traum. Und trotzdem ist Film ein zutiefst handwerklicher und technischer Vorgang. Das ist doch verrückt...“ (Dani Levy)
Dani Levy wurde seinem Ruf, einer der kreativsten Filmemacher Deutschlands zu sein, bislang noch immer gerecht. Nach dem mehrfach ausgezeichneten „Alles auf Zucker“ und der Hitler-Parodie „Mein Führer“, dürfte „Das Leben ist zu lang“ jedoch sein bislang künstlerischster Film sein. Selbst wenn er mit der Film-in-Film-Idee das Rad (leider) nicht neu erfindet, so gelangt er darüber dennoch zu spannenden Fragen und Abhandlungen, die immer wieder das Medium selbst in den Vordergrund treten lassen. Regelmäßig führt „Das Leben ist zu lang“ auf sein filmisches Wesen zurück, um interessante und zum Teil auch äußerst philosophische Fragen über Sein und Schein, Fakt und Fiktion, Realität und Traum in den Raum zu stellen. Zentral ist dabei das Spiel mit der Ungewissheit, die den Zuschauer zunehmend mehr einnimmt: Was ist, wenn wir tatsächlich Figuren nach Drehbuch sind, das Leben nur auf einer Bühne spielt und der freie Wille ein fataler Irrtum ist? Peter Weir hat es mit „Die Truman-Show“ hollywoodlike vorgemacht, Dani Levy verpasst diesen höchst wirren Gedankengängen die besondere europäische Note.
Trotz den aufwühlenden Überlegungen und der eigentlich erschreckenden Tiefe der Geschichte, bleibt „Das Leben ist zu lang“ dennoch stets Komödie. Obwohl Levy dadurch manchmal den eigentlichen Kern seiner Geschichte aus den Augen verliert, bringt er zahlreiche tolle Momente hervor, die schwerelos und doch sinnig unterhalten. Eine einwandfreie Gratwanderung gelingt ihm aber leider nicht. Bei dem Versuch möglichst viele Gesichtspunkte miteinander zu verknüpfen, türmt sich „Das Leben ist zu lang“ zu einer sehr facettenreichen Produktion auf, die viel sagen will, aber nicht die entsprechende Zeit hat. Dennoch wurde aus Levys neustem Streich ein herrlich unkonventioneller Film, der das Spiel mit dem Traumgenerator Kino toll vorführt.
"Das Leben ist zu lang" ist Levys bislang persönlichster Film.