Detour - Umleitung

Detour

Filmplakat Detour - Umleitung
Regie Edgar G. Ulmer  Drehbuch Martin Goldsmith  Produzent Leon Fromkess 
Genre Film Noir  FSK 12  Filmlänge 67 min
Land USA  Verleih Producers Releasing Corporation

Story

Al Roberts ist am Ende. Einsam und ziellos sitzt er in einem billigen Diner und sinniert über seine Vergangenheit. In Rückblenden erzählt er seine Geschichte. Als seine Geliebte Sue ihr Glück in Hollywood versucht, dauert es nicht lange bis Al seinen Job als Pianoplayer in einem heruntergekommenen New Yorker Tanzclub an den Nagel hängt und ihr per Anhalter nachreist. Als ihn ein Mann namens Haskell mitnimmt, erfährt Al von einer gefährlichen Frau, die Haskell ebenfalls ein Stück mitnahm und die mit ihren Fingernägeln ein paar tiefe Wunden auf Haskells Handrücken hinterließ. Bald ist Haskell tot. Er erleidet einen Herzinfarkt und Al versteckt den Leichnam. Er nimmt dessen Identität an und fährt mit Haskells Wagen weiter Richtung Los Angeles. Als er eine junge Anhalterin aufgabelt, ahnt er nicht, dass sie die Frau ist, die Haskell die Hand zerkratzt hat. Al muß erkennen, dass er sich auf einen Tanz mit dem Teufel eingelassen hat...

Schauspieler

Detour - Umleitung Ann Savage, Tom Neal, Claudia Drake, Edmund MacDonald, Tim Ryan, Esther Howard, Pat Gleason

Filmkritik von Achim Lay

Achim vergibt 5 von 5 Ms Detour - Umleitung "Umleitung" ist ein kleiner, billiger Film Noir mit unbekannten Darstellern. In nur sechs Tagen mit einem Budget von nicht einmal 30.000 Dollar abgedreht, sollte der Streifen längst in der Mottenkiste der Filmarchive verschwunden sein.
Ist er aber nicht! Einige filmhistorisch bedeutende Regisseure wie Truffaut, Scorsese und Bogdanovich erkannten die Bedeutung des Kleinods. Egdar G. Ulmer, ein in Österreich-Ungarn geborener und vor den Nazis geflohener Regisseur schuf vielmehr ein kleines Meisterwerk des Genres. "Umleitung" ist vielleicht der Archetyp des Film Noir. Er bringt die genretypischen Bestandteile in seiner reinsten Form zur Geltung. Der Protagonist ist ein desillusionierter Verlierer, der sich kampflos einem Schicksal ergibt, dass er selbst herbeiführt. Die Femme Fatale ist unvergleichlich niederträchtig und vulgär. Die unvollkommene Schnitttechnik und die düstere, häufig von Nebelschwaden hervorgerufene bedrohliche Atmosphäre passen perfekt in das Bild der Billigproduktion.
Bitterböse und moralisch fragwürdig gelang Ulmer ein Film, den nachfolgende Regisseure wie David Lynch in seinem "Lost Highway" dankbar aufgriffen und weiterentwickelten. Gar nicht lobend genug kann man die Leistung der beiden Hauptdarsteller erwähnen. Neal, der wie eine Spinne agiert, die sich in ihrem eigenen Netz verfängt, gerät in eine obsessive Abhängigkeit von Vera alias Ann Savage, die wiederum unter ihrer niederträchtigen, abgründigen Fassade eine tief verletzte Seele offenbart, bieten für ein B-Film beeindruckende Vorstellungen. Der Song, der Al Roberts so schwer zu schaffen macht, geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Wer nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens steht, wird sich vielleicht im Sog schicksalhafter Fehlentscheidungen wieder erkennen. Tristesse, unerfüllte Liebe, Ausweglosigkeit. Ulmer ebnet uns den Abstieg in die Hölle.

Wissenswertes

Detour - Umleitung Hauptdarsteller Tom Neal wurde im wirklichen Leben wegen Totschlags seiner dritten Ehefrau zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ann Savage erlebte ein beachtliches Comeback im Alter von 85 Jahren in "My Winnipeg". Weihnachten 2008 verstarb sie 87jährig. Der Film wurde in der englischen Originalfassung gesehen.



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