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Rattennest
Kiss me Deadly
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Regie
Robert Aldrich
Drehbuch
A.I. Bezzerides
Produzent
Robert Aldrich
Genre Film Noir FSK 18 Filmlänge 106 min Land USA Kinostart 07.07.1956 DVD-Start 20.10.2003 Verleih United Artists |
Story
Nachts auf einer einsamen Landstrasse. Eine Frau, barfuss und lediglich mit einem Mantel umhüllt, taucht wie aus dem Nichts vor einem Sportwagen auf. Mike Hammer, Privatdetektiv und Fahrer des Wagens, kann gerade noch ausweichen. Er nimmt die verängstigte Frau mit. Schnell stellt sich heraus, dass sie aus einer psychiatrischen Anstalt entflohen ist. Dennoch liefert Hammer sie bei einer Straßensperre nicht den Cops aus. Kurz darauf geraten die beiden in einen Hinterhalt. Hammer verliert das Bewusstsein. Als er wieder erwacht, ist die Frau tot und sein Wagen Schrott. Hammer setzt alles daran, die Drahtzieher des heimtückischen Verbrechens ausfindig zu machen. Doch der Preis, den er für seine Hartnäckigkeit bezahlt, ist hoch...
Schauspieler
Ralph Meeker, Albert Dekker, Maxine Cooper, Gaby Rodgers, Paul Stewart, Cloris Leachman, Jack Elam, Juano Hernandez, Wesley Addy, Marian Carr, Nick Dennis
Filmkritik von Achim Lay
"Rattennest" aus dem Jahr 1955 ist ein später "Film Noir". Einer der letzten in Schwarz/Weiß gedrehten Streifen dieses Genres. Und das merkt man. Robert Aldrich drehte keinen Aufguss früherer Klassiker. Er inszenierte seinen Mike Hammer als arroganten Zyniker, der sich inmitten eines Mordfalles wieder findet, der mehr als eine Nummer zu groß für ihn erscheint.
Bereits der Vorspann macht deutlich, dass hier ein ganz besonderer Film auf das Publikum wartet. Der Text flimmert, von einem faszinierenden Song Nat King Coles' untermalt, rückwärts über die Leinwand, während man noch das atemlose Keuchen der hilflosen Frau hört, die Mike Hammer aufgelesen hat.
"Rattennest" gehört zu den Filmen, die mit jeder Ansicht besser werden! Die Jagd nach einer Art "Büchse der Pandora" ist zu rätselhaft, zu verstörend, um sie beim ersten Mal komplett zu verstehen.
Aldrich sprengt die Grenzen des Genres und weitet seine Geschichte zu einer Story über nukleare Bedrohung aus. Die Angst vor dieser Bedrohung in den Zeiten des kalten Krieges macht sich Aldrich zunutze. Sein Streifen ist mit einer ungeheuren Wucht, einer zornigen Geradlinigkeit inszeniert, wie man es in keinem anderen Film der schwarzen Serie wieder findet. Auch die Kameraführung trägt zu dem überaus intensiven Gefühl bei, dass der Film vermittelt. Die Figuren scheinen manchmal regelrecht von der Kamera aufgesogen zu werden. Ein Eintauchen des Zuschauers in die Handlung ist von der ersten Minute gegeben und hinterlässt eine tiefe und unmittelbare Wirkung.
Ralph Meeker ist ein überzeugender Mike Hammer. Seine Präsenz ist ausgesprochen männlich. Doch immer wieder entlarven ihn seine Handlungen, die ihn nicht zum Ziel führen, sondern jene Menschen, die ihm am Herzen liegen, in Lebensgefahr bringen, als Detektiv, der dem Ausmaß der Ereignisse nicht gewachsen ist.
Schließlich bietet der Film noch eine interessante Möglichkeit der Interpretation. Da Hammer im Grunde genommen zweimal im Lauf der Handlung stirbt, fragt man sich nach dem Abspann unwillkürlich, welche Handlungselemente tatsächlich stattgefunden haben oder ob wir nur Zeuge der fiebrigen Fantasien eines Verstorbenen sind, der über die Hintergründe seines Todes sinniert!
