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Tatort Hamburg - Unterwegs mit der Mordkommission
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Regie
Ernst-August Zurborn
Drehbuch
Ernst-August Zurborn
Produzent
Ernst-August Zurborn
Genre Dokumentation Filmlänge 76 min Land Deutschland, 2011 Verleih SWR |
Story
„Krimi“ steht bei den deutschen Fernsehzuschauern seit jeher hoch im Kurs. Die Reihe „Tatort“ lockt sonntags mit schöner Regelmäßigkeit die Menschen vor die Bildschirme und auch amerikanische Serien wie „CSI“ erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Doch wie viel hat die Serienwirklichkeit mit der tatsächlichen Arbeit einer Mordkommission zu tun? Wie realistisch sind die von einem Drehbuchautor ausgedachten Fälle und Ermittlungen. Kann man einen Täter tatsächlich anhand einer Stofffaser ermitteln? Ernst August Zurborn hat sich für seine Dokumentation auf die Suche nach Antworten begeben und die Polizisten der Hamburger Mordkommission bei ihrer Arbeit begleitet.
Filmkritik von Melanie Frommholz
Kein Glitzer, kein Glamour, keine schnittigen Ermittlungswagen oder futuristische Büros – Die Arbeit einer Mordkommission hat wenig mit den Hochglanzbildern der amerikanischen Ermittlungsserien zu tun. Der deutsche „Tatort“ kommt dem ganzen schon näher und doch ist auch diese Fernsehserie eben nur das, ein erdachtes Format und nicht die Realität. Diese ist geprägt vom nüchternen Erfassen von Fakten am Tatort, wenig Schlaf, mühsamem „Klinkenputzen“ bei möglichen Zeugen und dem anschließende Zusammentragen der einzelnen Puzzlestücke. Mit sachlicher Nüchternheit zeigt Dokumentarfilmer Ernst August Zurborn anhand von vier Fällen, wie die Mordkommission Hamburg arbeitet, begleitet sie beim Auffinden der Leiche, zeigt das Sichern der Spuren und die sich daran anschließende mühsamen Ermittlungsroutine, die geprägt ist von Vorgaben und gesetzlichen Regelungen. Er bleibt dabei immer der stille Beobachter, der schlicht zeigt und nicht versucht zu ergründen, was der blutige Job mit den Menschen macht, die ihn tun. Während man den Beamten dabei zusieht, wie sie zum Beispiel nach dem Täter suchen, der eine junge Frau im Parkhaus in ihrem Auto erstach oder nach einem Taximörder fahnden, bekommt man einen guten und detaillierten Einblick in die Arbeit einer Mordkommission. Immer wieder kommen die Leiter der unterschiedlichen Ermittlungen zu Wort und erklären Dienstwege und Methoden der Spurensuche und –sicherung. Ernst August Zurborn verschreibt sich ganz der nüchternen Vermittlung von Fakten und dem ungeschönten Zeigen der Tatsachen. Der „Faktor Mensch“ erhält bei Zuborn dabei nur wenig Raum. Er vermeidet damit Effekthascherei und bildet die Arbeit auch sicherlich realistisch ab. Dennoch bleibt das Gefühl einen wichtigen Aspekt der Arbeit nicht kennenglernt zu haben. Nur ganz am Ende seines Films kommt die Intuition der Polizeibeamten zu Sprache, klingt an, was es die Ermittler – ein Team besteht aus fünf Mitgliedern – kostet unter Hochdruck Tage und Nächte durchzuarbeiten, damit die Spur nicht kalt wird.
Die Erstaustrahlung erfolgt am 11.01.2012 in der ARD.
