Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 31.5.
- Bad Sitter
- 31.5.
- Leb wohl, meine Königin!
- 31.5.
- LOL - Laughing Out Loud
- 31.5.
- Safe - Todsicher
- 31.5.
- Snow White and the Hun...
- 31.5.
- Wie zwischen Himmel u...
- Zu den Kinostarts
Enter the Void
|
Regie
Gaspar Noé
Drehbuch
Gaspar Noé, Lucile Hadzihalilovic
Produzenten
Pierre Buffin, Olivier Delbosc, Vincent Maraval, Marc Missonnier, Brahim Chioua
Genre Drama FSK 18 Filmlänge 163 min Land Frankreich, Deutschland, Italien Kinostart 26.08.2010 DVD-Start 04.02.2011 Verleih Capelight |
Story
Als die beiden Geschwister Oscar und Linda noch Kinder waren, haben sie ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall verloren. Danach erlebten die beiden nur wenige Sonnentage: Nach einiger Zeit in trauter Zweisamkeit werden die beiden noch jungen Geschwister voneinander getrennt und wachsen fortan an unterschiedlichen Orten auf. Als Oscar alt genug ist, zieht er nach Tokio, wo er den Drogen zum Opfer fällt. Einige Zeit später, als er durch Drogendeals genug Geld zusammen gespart hat, holt er seine Schwester in die stets pulsierende Stadt nach. Die beiden verbringen eine aufregende Zeit zusammen – pendeln wirr zwischen Party, Drogen und Sex. Eines Tages geht ein Deal jedoch schief und Oscar wird bei einer Razzia niedergeschossen. Sein Körper ist tot, doch seine Seele lebt weiter und wandelt fortan ruhelos durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt...
Schauspieler
Nathaniel Brown, Paz de la Huerta, Cyril Roy, Olly Alexander, Masato Tanno, Ed Spear, Emily Alyn Lind, Jesse Kuhn, Nobu Imai, Sakiko Fukuhara, Janice Béliveau-Sicotte, Sara Stockbridge
Filmkritik von Kathrin Lang
Der Franzose Gaspar Noé hat sich in der Vergangenheit den Ruf eines außergewöhnlichen Filmemachers gemacht. Mit seinen beiden Werken „Menschenfeind“ von 1998 und „Irreversibel“ von 2002 sorgte er für viel Aufmerksamkeit und einige hitzige Diskussionen: Aufgrund ihrer äußerst brutalen Gewaltdarstellung wurden beide Filme kontrovers diskutiert. Was beiden Werken von Noé trotz allem jedoch anhaftet, ist etwas besonders Kinematografisches: Gaspard Noé führt durch außergewöhnliche Stilmittel, den Einsatz von ungewöhnlichen Kameraeinstellungen oder Erzählstrukturen, das Kino auf seinen Ursprung zurück. Immer wieder steht die rein visuelle Erfahrung und die Gemachtheit des Filmes im Vordergrund. So auch bei seinem neusten Filmwerk „Enter the Void“, das aufgrund seines stark visuellen und außergewöhnlichen Erzählcharakters hochgelobt wurde.
Nicht grundlos feierte „Enter the Void“ seine Premieren auf renommierten Filmfestivals – wurde in Cannes ebenso wie in Toronto gezeigt. Mit „Enter the Void“ liefert Gaspard Noé eine visuelle Kinoerfahrung ab, wie wir sie zuvor noch nicht erlebt haben. Er bricht gänzlich mit den gängigen Kameraeinstellungen und widersetzt sich strikt den bekannten Erzählmustern. Immer wieder nimmt die Erzählung, und mit ihr der Zuschauer, außergewöhnliche Perspektiven auf das Geschehen ein. Die Kamera ist immer da, wo man sie am wenigsten erwartet, bezieht an unmöglichen Positionen Stellung und vollzieht die wildesten Fahrten – hinweg durch alle Mauern und Barrieren. Sämtliche Grenzen innerhalb des Raum- und Zeitkontinuums werden durchbrochen; die Geschichte wandelt selbstverständlich zwischen Leben und Tod.
Wer sich ab und an gerne vom klassischen Erzählkino abwendet und sich von neuen Filmerfahrungen berauschen lassen möchte, der ist mit „Enter the Void“ genau richtig bedient. Gaspar Noé zeigt sich nach „Irreversibel“ erneut von seiner außergewöhnlichen Seite und liefert ein Stück Film ab, das seinen Zuschauer auf ein wildes und aufregendes Abenteuer der rein visuellen Erfahrung mitnimmt.
"Enter the Void" feierte die mit Spannung erwartete Weltpremiere im Wettbewerb des 62. Festival de Cannes und war zudem als nordamerikanische Premiere beim renommierten Toronto International Film Festival 2009 zu sehen.