Soul Kitchen

Filmplakat Soul Kitchen
Regie Fatih Akin  Drehbuch Fatih Akin, Adam Bousdoukos  Produzenten Klaus Maeck, Fatih Akin 
Genre Komödie  FSK 12  Filmlänge 100 min
Land Deutschland  Kinostart 24.12.2009  DVD-Start 25.08.2010  Verleih Pandora

Story

Unglückseliger könnte es für den Kneipenbesitzer Zinos nicht laufen: Erst zieht seine bildhübsche Freundin ans andere Ende der Welt, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall und nun muss er auch noch um die weitere Existenz seiner „Soul Kitchen“ bangen. Da kommt ihm sein krimineller Bruder Illias, der gerade Freigang hat und der ohnehin zu nichts zu gebrauchen ist, gerade richtig.
Obwohl sich Zinos in Hamburg heimisch fühlt und sein dortiges Leben im Grunde nicht hinter sich lassen will, beschließt er sich nun angesichts des großen Chaos aber dennoch dazu, die Stadt zu verlassen. Nach mehreren Anläufen sitzt er jedoch noch immer nicht im Flieger. Wenn es doch so einfach wäre, der geliebten Heimat so ohne Weiteres zu entkommen…

Schauspieler

Soul Kitchen Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke, Pheline Roggan, Lucas Gregorowicz, Dorka Gryllus, Wotan Wilke Möhring, Demir Gökgöl, Monica Bleibtreu, Marc Hosemann, Cem Akin, Catrin Striebeck, Peter Lohmeyer

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Soul Kitchen In den vergangenen Jahren hat sich der deutsch-türkische Regisseur Fatih Akin bereits auf vielfache Weise als Spitzenregisseur in Deutschland etabliert. Seine Filme erzählten meisterhaft authentische Geschichten, die die Themen zumeist ernst abgehandelt und damit entweder stark berührt oder schockiert haben. Mit der Komödie „Soul Kitchen“ widmet sich Akin nun einem schwereloseren Genre und bringt uns damit prompt einen lustvollen und großartig unterhaltenden Film auf die Leinwände, der alle Spezialitäten Akins in einem vereint.

„Ich wollte einen Film über Heimat machen, aber keine Heimat, die national definiert ist, nicht Deutschland oder die Türkei. Heimat als Zustand, nicht als Ort eben.“ (Fatih Akin)
Schon immer waren Akins Filme von einem starken Lokalkolorit geprägt. Zumeist fanden beide seiner Heimaten, sowohl Deutschland als auch die Türkei, ihren Platz in seinen Filmen. „Soul Kitchen“ ist nun eine pure Hommage an Akins Geburts- und Heimatstadt Hamburg geworden. Liebevoll setzt er die Stadt in Szene und gewährt uns damit einen ganz persönlichen Blick auf sein Hamburg. Von der Speicherstadt, über den Kiez bis nach Altona führt die heimische Reise - manchmal etwas aufdringlich, aber stets Akin pur. Mit „Soul Kitchen“ liefert der Regisseur einen Film ab, der nicht nur ganz konkret die Heimat in Bildern einfängt, sondern zudem auch eine Geschichte über Heimat erzählt. Es geht um den Ort an dem sich das Leben abspielt und sich einen Weg bahnt. Trotz Komödie muss da nicht immer alles stolperfrei verlaufen. Auch in „Soul Kitchen“ lässt es sich Fatih Akin nicht nehmen kritische Sozialstudien in seine Geschichte mit einzubinden. Mehr als willkommen, dass darüber auch einmal gelacht werden darf, ohne dass die Ernsthaftigkeit dadurch gänzlich flöten geht.

„Musik ist doch Essen für die Seele.“ („Soul Kitchen“-Wirt Zinos)
Akin wäre nicht Akin, wenn neben all dem Lokalkolorit und den Geschichten über Heimat nicht auch die Musik eine zentrale Rolle spielen würde. Und so stellt es der Regisseur in seinem „Soul Kitchen“ besonders geschickt an, indem er mit dem Soundtrack gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Der „Soul Kitchen“-Sound generiert sich zum größten Teil aus Hamburger Bands und Künstlern. Da darf ein Jan Delay mindestens ebenso häufig ein Liedchen trällern wie die Kollegen von Deichkind. Herrlich, wie das Spaß macht! Wieder einmal beweist Akin mit seiner Musik ein tolles Feingefühl bei der Zusammensetzung und beschert seinem Zuschauer damit nicht nur einen Film, der sich sehen, sondern der sich auch hören lassen kann.

„Natürlich waren viele Figuren auf die All-Stars zugeschrieben: Adam Bousdoukos ist Zinos, Birol Ünel ist Shayn, Moritz Bleibtreu ist Illias. Die anderen wurden um diese drei herum gesucht und gefunden.“ (Fatih Akin)
Auch das „Soul Kitchen“-Ensemble kann sich sehen lassen und wurde nur all zu offensichtlich gut ausgewählt. Akin versammelt vor der „Soul Kitchen“-Kamera einige der bekanntesten Gesichtern aus seinen vorherigen Filmen und lässt sie fantastisch aufeinanderprallen. Rund um die drei Hauptdarsteller gesellt sich zudem noch eine ganze Reihe an namhaften und großartig agierenden Nebendarstellern. Alle zusammen liefern sie ein schillerndes Schauspiel ab, das ebenso lustvoll wie energiegeladen ist und damit auf hohem und sehr lustigem Niveau unterhält. Man merkt jedoch nicht nur dem Schauspiel, sondern auch der Inszenierung an, mit wie viel Frohsinn an diesen Film herangegangen wurde. Obwohl Akins Typen alltäglich erscheinen, so gelingt es dem Erfolgsregisseur dennoch das Besondere aus ihnen herauszuholen und so liebevoll von ihnen zu erzählen, dass sie nicht nur überaus authentisch, sondern auch mehr als nur interessant und sympathisch wirken.

Mit „Soul Kitchen“ ist es Fatih Akin zweifelsohne gelungen aus dem Alltäglichen etwas Magisches werden zu lassen und damit seinen ganz eigenen Stil im Genre zu generieren. Sein „Soul Kitchen“ ist ein ‚Heimatfilm‘, der Heimat widerspiegelt!

Wissenswertes

Soul Kitchen Bei den Filmfestspielen von Venedig wurde "Soul Kitchen" mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.



Besucherbewertung
4.5 / 5  (13 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.