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Murat B. - Verloren in Deutschland
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Regie
Bijan Benjamin
Drehbuch
Bijan Benjamin, Soner Ulutas
Produzent
Bijan Benjamin
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 93 min Land Deutschland Kinostart 24.11.2011 Verleih Milestone Films |
Story
Mit sechs Jahren ist Murat, Sohn türkischer Gastarbeiter, nach Deutschland gekommen. Aufgewachsen bei den Großeltern in der Türkei, versuchte er hier Fuß zu fassen, machte seinen Hautschulabschluss. Doch dann bricht Murat seine KFZ-Mechaniker-Lehre ab, jobbt auf dem Bau, wird früh Vater und rutscht nach einem Bandscheibenvorfall ab auf Harz 4-Niveau. Langzeitarbeitslos versucht er nach der Reha wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen, doch seine Bemühungen scheitern genauso wie seine Ehe. Murat hat dennoch Träume. Er möchte ein erfülltes Arbeitsleben, das Gefühl gebraucht zu werden und er möchte ein guter Vater sein. Doch die Realität meint es nicht gut mit Murat und so muss er Tag für Tag neue Rückschläge verkraften, bis eines Tages etwas geschieht, das ihn zu einem radikalen Entschluss treibt.
Schauspieler
Soner Ulutas, Larissa Breidbach, Petra Kalkutschke, Yunus Cumartpay, Kasem Hoxha, Morteza Heinz-Fazelian, Volker Eckart, Dörte Becher
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Murat B. –Verloren in Deutschland“ ist nach „Zelle“ aus dem Jahr 2007 die zweite Langfilmarbeit des Nachwuchsfilmemachers Bijan Benjamin. Ein ambitionierter und experimenteller Film zwischen Dokumentation und Spielfilm, der das Portrait eines jungen, gescheiterten Langzeitarbeitslosen mit Migrationshintergrund versucht. Die Idee, das Ganze als Pseudo-Dokumentation aufzubauen entwickelt durchaus ihren Reiz, ist zu Beginn spannend und weckt die Erwartung auf einen besonderen Film. Wie Bijan Benjamin in einer Szene selbst sagt, wollte er mit der Arbeit auch der Phalanx der gestellten Dokumentationen, die heutzutage besonders die privaten Fernsehsender überfluten, etwas entgegensetzen und außerdem die Nöte, Ängste und Probleme junger Hartz-4-Empfänger mit ausländischen Wurzeln beleuchten. „Verloren in Deutschland“ – Leider auch in negativer Hinsicht das Motto des Films, den die Handlung verliert sich zunehmen in ihrer Idee und folgt in ihrer Struktur der Planlosigkeit der Hauptfigur Murat. Man sucht lange nach dem roten Faden der Murats Weg zusammenhält. Bijan Benjamin überfachtet in dem Bestreben die ganze Bandbreite der Problematik zu beleuchten seinen Film mit einer Fülle von Aspekten, ohne ihnen in ihrer Tragweite wirklich gerecht werden zu können. So scheint vieles ein reines Abhaken von Negativerlebnissen geworden zu sein. Immer mehr wirkt alles konfus und zudem häufig gestellt. Die Entwicklungen im Liebes- und Beziehungsleben des Deutschtürken erinnern dabei immer mehr an eine schlechte Soap. Murats eigentlichen Werdegang muss man sich mühsam gedanklich zusammenstückeln, was es schwer macht zu der Figur Fühlung aufzunehmen. Erst ganz am Ende gelingt es Bijan Benjamin den Aspekt der Heimatlosigkeit und des kulturellen Entwurzelt sein griffig zu packen. Hier hat „Murat B. –Verloren in Deutschland“ auch dank des Hauptdarstellers und Co-Autoren Soner Ulutas noch einmal starke und eindrückliche Momente. Insgesamt gesehen muss man aber sagen, dass die gewählte Herangehensweise dem Zuschauer das Thema nur bedingt näher bringt.
"Murat B. - Verloren in Deutschland" ist der zweite Langfilm von Filmemacher Bijan Benjamin.
