Zeiten ändern Dich

Filmplakat Zeiten ändern Dich
Regie Uli Edel  Drehbuch Bernd Eichinger  Produzenten Bernd Eichinger, Christian Becker 
Genre Biopic  FSK 12  Filmlänge 94 min
Land Deutschland  Kinostart 04.02.2010  Verleih Constantin Film

Story

Die Kindheit und Jugend des Deutsch-Türken Anis verläuft nicht gerade rosig: Sein Vater ist Alkoholiker und neigt in regelmäßigen Abständen zu Gewaltausbrüchen, unter denen nicht nur Anis´ Mutter, sondern auch der kleine Anis selbst zu leiden hat. Als der Vater die Familie verlässt, ist der seelische Trümmerhaufen, den er hinterlassen hat, nicht mehr zu retten. Anis wächst mit einer enormen Wut in sich auf, die letztlich zu Drogenkonsum und einem Schulabbruch führt. Erst am 11. September 2001 nimmt sein Leben langsam Form an: Durch die erschreckenden Bilder im Fernsehen, verspürt Anis einen unbändigen Willen zu leben. Er entdeckt sein musikalisches Talent und schreibt erste Songs. Schnell findet sich auch ein Label, das den Künstler vermarktet. Mit großem Erfolg: Aus dem kleinen Anis wird der Erfolgsrapper Bushido, der in den kommenden Jahren mehrere Preise gewinnt und das Medieninteresse auf sich zieht. Trotz dem immensen Erfolg mit seiner Musik, findet Bushido aber dennoch nicht zu einer inneren Ruhe. Noch immer kann er seinem Vater nicht verzeihen…

Schauspieler

Zeiten ändern Dich Bushido, Elyas M. Barek, Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Karoline Schuch, Katja Flint, Uwe Ochsenknecht, Karel Gott

Filmkritik von Kathrin Lang

Zeiten ändern Dich Die Elterngeneration findet, Bushido sei für ihre Kinder eine Bedrohung, sagt Produzent Bernd Eichinger und zielt damit auf den enormen Medienrummel ab, den Bushido mit seinen provokanten und grenzwertigen Texten verursacht hat. Die Anschuldigungen reichen von Rechtsextremismus, über Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit, bis hin zu Antisemitismus. Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien schätzte einzelne Lieder Bushidos als jugendgefährdend ein, woraufhin bekannte Musiksender für einige Zeit sogar Abstand von dem Rapper nahmen. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen des Kreuzfeuers der Medien, darf Bushido dennoch ganze zehn Goldenen Schallplatten und zwei Platin-Schallplatten sein Eigen nennen und feiert damit Erfolg wie kein deutscher Rapper vor ihm.

Viel Zeit für Auseinandersetzungen mit den harten Anschuldigungen nimmt sich „Zeiten ändern Dich“ jedoch wiedererwartend nicht. Stattdessen wird die tragische Geschichte vom Schulabbrecher und Drogendealer erzählt, der aus einer zerrütteten Familie stammt und nach einem langen Marsch durch den Drogen- und Gewaltsumpf, mit der Musik endlich den richtigen Kanal fand, um sich verständlich zu machen und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Zudem schade ist, dass „Zeiten ändern Dich“ nicht die Musik ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit rückt, sondern immer wieder auf die moderne Aufsteiger-Geschichte zurückfällt, die so wahrlich schon eindrucksvoller und authentischer für die Leinwände umgesetzt wurde. Dieser Eindruck rührt sicherlich auch daher, dass sich die schauspielerischen Leistungen, bis auf einige wenige Ausnahmen, nicht gerade auf hohem Niveau bewegen. Diesen Anspruch mag man Bushido, der sich hier nur selbst verkörpern soll, sicherlich auch nicht unterstellen. Kritisch wird es jedoch bei dem jungen Bushido-Darsteller Elyas M. Barek, der dem Ausnahmekünstler zwar ähnlich sehen und dessen Slang beherrschen mag, schauspielerisch jedoch nicht auf höherem Niveau als in der Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“ überzeugt. Immerhin glänzen deutsche Schauspielgrößen wie Hannelore Elsner und Moritz Bleibtreu mit gewohnter Souveränität und überblenden damit charmant so einige Fehltritte ihrer Kollegen.

Wirklich toll und überzeugend wird „Zeiten ändern Dich“ erst im letzten Drittel, in dem die Musik zunehmend Platz in der Geschichte für sich beansprucht. Wahrlich beeindruckend wird Bushidos großes Konzert vor dem Brandenburger Tor in Szene gesetzt. Der herzerwärmende Auftritt zusammen mit Karel Gott, der hier höchstpersönlich einen Cameo-Auftritt als Bühnenpartner hinlegen darf, sorgt für Gänsehaut und ein durchweg gutes Gefühl.

Von Eltern gehasst, von Jugendlichen geliebt: Bushido. Jetzt betritt er die Leinwände Deutschlands und hinterlässt dabei, hingegen allen Erwartungen, einen überraschend sanften Eindruck. Glatt gebügelt und beschönigt? Mit Sicherheit! Dennoch dürften selbst Nichtliebhaber Bushidos nach den letzten Szenen den einen oder anderen Ohrwurm und einen Hauch Gänsehaut mit aus dem Kinosaal nehmen. Und vielleicht "ändern dich die Zeiten" ja tatsächlich und Hannelore Elsner behält Recht, wenn sie sagt: „Ich kannte seine Musik nicht, ich kannte seine Texte nicht, aber ich wusste natürlich, dass er den Ruf hat, ein ganz böser Bube zu sein. Als ich ihn dann kennenlernte, entpuppte er sich als ein wunderbarer, liebenswürdiger, höflicher junger Mann.“

Wissenswertes

Zeiten ändern Dich Im September 2008 erschien die Biografie „Bushido“ auf dem Büchermarkt und wurde mit über 180.000 verkauften Exemplaren auf Anhieb ein Bestseller.

Bernd Eichingers und Uli Edels Ziel war es nicht, einen rein biografischen Film über Bushido zu drehen. Vielmehr sollte dessen Leben als Inspiration dienen. Dennoch weist "Zeiten ändern Dich" viele biografische Prallelen zu dem deutschen Erfolgsrapper auf.

Bewertungen

Kathrin Lang Kathrin vergibt 3 von 5 Ms


Besucherbewertung
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Kommentare

Qamar schreibt am 06.02.10, 13:03
Schöner Film!
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