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Marcel Reich-Ranicki - Mein Leben
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Regie
Dror Zahavi
Drehbuch
Michael Gutmann
Produzent
Katharina M. Trebitsch
Genre Biopic FSK 12 Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2009 DVD-Start 17.04.2009 Verleih Universum Film |
Story
Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Włocławek, Polen als Jude geboren. Seine Kindheit verbringt er noch bei seinen Eltern in Polen, zieht in seiner Jugend jedoch in das nationalsozialistische Berlin. Dort lernt er deutsch, lässt sich ausbilden und entdeckt später die Schönheit der Literatur für sich. Der immer stärker verbreitete Nationalsozialismus zwingt ihn jedoch zu einer Rückkehr in sein Heimatland. Schneller als erwartet wird jedoch auch Warschau von den Nationalsozialisten besetzt, die die Juden in das Warschauer Getto verbannen. Dort beginnt für Marcel Reich-Ranicki ein harter Kampf, bei dem es um Leben und Tod geht.
Schauspieler
Matthias Schweighöfer, Katharina Schüttler, Maja Maranow, Joachim Król, Alexander Khuon, Friederike Becht, Filip Jarek, Uwe Poppe, Sylvester Groth, Sven Pippig, Mark Zack
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit seinem Auftritt beim ZDF Fernsehpreis sorgte Marcel Reich-Ranicki 2008 für ordentlich Wirbel um seine Person. Diesen derzeit sehr hohen Bekanntheitsgrad nutzen die Filmschaffenden nun zu ihrem Vorteil, um die Biografie des berühmten Kulturkritikers Reich-Ranicki für das Fernsehen zu verfilmen.
Das Biopic fokussiert sich auf die Zeit der Kindheit, Jugend und frühen erwachsenen Jahre Reich-Ranickis, die sehr turbulent und ruhelos waren. Dass der heute sehr angesehene Kulturkritiker eine solch aufwühlende Zeit des Heranwachsens hatte, wird dem Biopic „Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben“ stellenweise zum Verhängnis. In nur 90 Minuten Spiellänge werden die wichtigsten Lebensstationen geradezu durchrannt. Viele Szenen kommen dadurch zu kurz und die häufigen Zeitsprünge beanspruchen einen wachen Zuschauer, der dieser Lebensgeschichte aufmerksam folgen muss. Gleichzeitig erweist sich die kurze Spiellänge jedoch auch als klarer Vorteil dieses Biopics. Auf unnötige Längen wird gänzlich verzichtet, wodurch „Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben“ einen Zuschauer hinterlässt, der einen guten rundum Überblick bekommen hat. Immerhin, so eines der eigentlich schlagkräftigsten Argumente, kann jeder, der sich von diesem Film mehr Informationen erhofft hatte, zu der Buchvorlage greifen, die sicherlich in so einige dunklen Ecken für mehr Licht sorgen kann.
Klarer Pluspunkt für „Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben“ ist auch Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer, dem es gelingt seiner Rolle authentisches Leben einzuhauchen. Unterstützt von aussagekräftigen Bildern, transportiert er die Trauer ebenso wie die Glücksmomente an seinen Zuschauer und hinterlässt damit einen nachhaltigen Eindruck – nicht nur von sich selbst, sondern auch von dem Leben des Marcel Reich-Ranicki, das so einige Stolpersteine bereithielt und heute noch ein bisschen ehrfürchtiger auf den Kulturkritiker blicken lässt.
Dieses Biopic basiert auf der gleichnamigen Literaturvorlage, die erstmals 1999 erschien.