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Beim Leben meiner Schwester
My Sisters's Keeper
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Regie
Nick Cassavetes
Drehbuch
Jeremy Leven, Nick Cassavetes
Produzenten
Stephen Furst, Scott Goldman, Mark Johnson, Chuck Pacheco
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 109 min Land USA Kinostart 27.08.2009 DVD-Start 05.02.2010 Blu-ray-Start 05.02.2010 Verleih Warner Bros. Pictures Germany |
Story
Als Kate im Alter von zwei Jahren an einer seltenen Form von Leukämie erkrankt, ist für ihre Mutter Sara eines klar: Sie wird dieses Kind nicht sterben lassen. Als ihr der behandelnde Arzt deshalb dazu rät, ein weiteres Kind zu bekommen, das Kate mit lebensrettendem Blutplasma und Stammzellen versorgen kann, gibt es für die verzweifelte Mutter nicht einen Moment des Zögerns. Und so entsteht Anna – ein künstlich im Reagenzglas gezeugtes Kind, das als menschliches Ersatzteillager für Kate fungieren soll. Natürlich würde das innerhalb der Familie nie jemand so sehen, denn auch Anna wird von der ganzen Familie genauso geliebt wie Kate, und beide Eltern sind sich sicher, dass sie aus Liebe zu ihrer todkranken Schwester bereitwillig zu jeder noch so aufreibenden Operation bereit ist. Doch als Kates Nieren dann auch noch den Dienst versagen und für alle klar ist, dass Anna ihr nun eine Niere spenden soll, beginnt die mittlerweile Elfjährige zu rebellieren. Sie nimmt sich einen Anwalt, den sie aus der Fernsehwerbung kennt und will, obwohl sie erst elf Jahre alt ist, ihr Recht auf medizinische Mündigkeit einklagen. Annas Eltern sind fassungslos, steht für sie doch das Überleben ihrer erstgeborenen Tochter an erster Stelle. Doch nach und nach beginnen die Dimensionen sich zu verschieben. Es wird deutlich, wohin Saras verzweifelter Kampf um das Leben ihres Kindes die gesamte Familie gebracht hat.
Schauspieler
Cameron Diaz, Abigail Breslin, Alec Baldwin, Jason Patric, Joan Cusack, Sofia Vassilieva, Evan Ellingson, Nicole Marie Lenz, Thomas Dekker, Heather Wahlquist, David Thornton, Elizabeth Daily
Filmkritik von Stefanie Rufle
Mit „Beim Leben meiner Schwester“ greift Regisseur Nick Cassavetes ein Thema auf, das in seiner Brisanz perfekt in die aktuellen Diskussionen über Gen-Manipulation und deren Folgen passt. Zwar geht es hier nicht direkt um das Experimentieren mit menschlichem Erbgut, aber doch um die ethische Frage, ob ein Mensch nur allein deshalb gezeugt werden darf, damit er einem anderen Menschen als „Ersatzteillager“ dient. Dass diese Frage nicht in ein tumbes Schuldzuweisen und Kräftemessen der unterschiedlichen Lager abgleitet, ist vor allem den großartigen Darstellerinnen der beiden Schwestern zu verdanken. Abigail Breslin als Anna lässt in keiner Sekunde den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass sie ihre kranke Schwester aufrichtig liebt – trotzdem versteht der Zuschauer sofort, warum sie ihren Körper nicht weiter malträtieren lassen kann. Sofia Vassilieva ist als todkranke Kate so überzeugend und ausdrucksstark, dass durch ihre intensive Mimik alle Worte überflüssig werden. Die beiden jungen Schauspielerinnen lassen das Bild von zwei Schwestern entstehen, die das Schicksal zusammengekettet hat, die aber trotzdem loslassen können.
Ganz im Gegensatz zu Mutter Sara, die ihr Leben aufgegeben hat, um für das Überleben ihrer ältesten Tochter zu kämpfen. Diese Festhalten, das förmliche Verbeißen in den Kampf um Kates Überleben wird von Cameron Diaz derart intensiv gespielt, dass man sich fragen muss, wie jemand jemals glauben konnte, ihr schauspielerisches Talent würde sich nur auf Komödienauftritte beschränken. Hier darf man die Diaz einmal völlig anders sehen – kämpferisch, wütend und verbittert. Und auch die anderen Darsteller, wie Jason Patric, der Kates Vater Brian spielt, Evan Ellingson als todtrauriger Bruder Jesse und Alec Baldwin, der den einfühlsamen Anwalt gibt, machen ihre Sache wirklich großartig. Zu schade ist es deshalb, dass sich dieses Melodrama doch hin und wieder des einen oder anderen manipulierenden Elementes bedient. Rührselige Abschiedsszenen am Krankenbett und tränenreiche Ausflüge zum Strand hätte dieser Film doch eigentlich gar nicht nötig. Sie bewirken aber, dass der Zuschauer ab und zu nicht umhin kann, sich furchtbar manipuliert zu fühlen. Viel stärker und berührender sind hingegen Szenen wie die, in der Mutter Sara sich ihre Haare abrasiert, weil Kate nach der Chemo Angst hat, alle würden sie nun für einen Freak halten. Diese Szenen sind es, die „Beim Leben meiner Schwester“ zu einem derart starken Film machen, der schmerzhaft intensiv eine tieftraurige Geschichte erzählt, die die Zerrissenheit einer Familie zeigt, für die es kein richtig oder falsch geben kann.
"Beim Leben meiner Schwester" ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Jodi Picoult.