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Agora - Die Säulen des Himmels
Agora
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Regie
Alejandro Amenábar
Drehbuch
Alejandro Amenábar, Mateo Gil
Produzent
Fernando Bovaira
Genre Historien-Drama FSK 12 Filmlänge 126 min Land Spanien, USA Kinostart 11.03.2010 DVD-Start 02.09.2010 Verleih Tobis Film |
Story
Das römische Reich steht kurz vor seinem Zerfall, doch in Alexandria sind die Anzeichen dafür noch nicht so deutlich zu spüren. Ganzer Stolz der Stadt ist, neben dem Weltwunder des Leuchtturmes, die Bibliothek und das darin gehütete Wissen. Die Bibliothek ist ein Ort der Lehre und der Toleranz an dem auch die kluge und unabhängige Philosophin Hypatia unterrichtet. Von allen geachtet und gleichberechtigt. Doch es brodelt auch in Alexandria und die Christen und Juden begehren auf gegen die heidnischen Götter und die Lehren der Philosophie. Als der Sturm losbricht steht Hypatia zwischen zwei Männern: dem zum Christentum konvertierten Sklaven Davus und ihrem Schüler Orestes. Beide lieben die kluge Frau, doch können sie sie vor dem Zorn des Mobs bewahren, wenn Hypatia weiterhin ihre Thesen von einem Kreisen der Erde um die Sonne offen vertritt?
Schauspieler
Rachel Weisz, Max Minghella, Rupert Evans, Homayoun Ershadi, Ashraf Barhom, Michael Lonsdale, Yousef Sweid, Oscar Isaac, Amber Rose Revah
Filmkritik von Melanie Frommholz
Nach „The Others“, „Open your Eyes“ und dem OSCAR-prämierten „Das Meer in mir“ bringt uns Spaniens Regisseur und Drehbuchautor Alejandro Amenábar mit „Agora – Die Säulen des Himmels“ einen Trip in die weite Vergangenheit der Menschheit und die Anfänge des Christentums in unsere Kinos. Ein ehrgeiziges Projekt über eine spannende und aufreibende Zeit, in der die Juden und die Christen noch mit heidnischen Gottheiten um die Gunst der Menschen wetteiferten. Das Christentum erkämpfte sich gerade erst seinen Status als Religion und trug jene fundamentalistischen Züge, die wir heute bei anderen Religionen kritisieren. Keine Zeit für emanzipierte, wahrheitsliebende Wissenschaftler, die zudem noch weiblich sind. Genau aus diesem Umstand bezieht die Geschichte von Amenábar ihre Dynamik und scheitert doch an dem Anspruch dieses Zeitfenster des Wandels der Welt packend zu inszenieren. Immer wieder schwenkt die Kamera ins All, will mit Aufnahmen des Planeten die scheinbare Unbedeutendheit der Konflikte angesichts der Größe und Schönheit der Schöpfung im Gesamtkontext verdeutlichen. Es ist verblüffend welche Parallelen diese Geschichte um religiöse Wahrheiten, Toleranz und Macht doch mit der heutigen Situation gemeinsam hat. Umso bedauerlicher, dass die Inszenierung streckenweise so wenig fesselt. Trotz Überlänge schaffte es „Agora – Die Säulen des Himmels“ nicht den Zuschauer emotional an diesen Siedepunkt mitzunehmen und die Hilflosigkeit der Vernunft angesichts der rohen Gewalt nachfühlbar zu machen.
Alejandro Amenábar personalisiert seinen Film anhand der drei Hauptfiguren Hypatia, die für die Wissenschaft steht, des Sklaven Davus, der die Christen verkörpert und Orestes, in dem sich der Spagat die alte Welt mit dem neuen Glauben zu einen spiegelt. Gespielt werden diese drei von großartigen Darstellern, die es verstehen ihre Rollen mit Leben und Ausdruck zu erfüllen. Ihretwegen folgt man der Geschichte durch Zeitsprünge und Erläuterungen.
„Agora – Die Säulen des Himmels“ ist visuell ansprechendes und optisch erstklassiges Monumentalkino mit opulenten Bildern, das wichtige Denkanstöße geben und historische Parallelen aufzeigen will. Alejandro Amenábar hatte ein hehres Anliegen. Schade, dass man letztlich emotional so wenig davon berührt wird.
Wissenswertes
"Agora - Die Säulen des Himmels" erhielt beim Spanischen Filmpreis sieben der begehrten Goyas und gehört mit über 3 Millionen Zuschauern zu den erfolgreichsten Filmen in Spanien.
"Agora" bezeichnete im antiken Griechenland einen großen Versammlungsplatz im Zentrum einer Stadt. Die Agora war häufig auch durch Tempelbauten definiert und damit sowohl politischer als auch religiöser Mittelpunkt einer antiken Stadt.
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